CHIP: preiswerte Alternativen zum Apfel?!
{1}Mitte Januar setzte ich mich mit dem Thema auseinander, ob Apple-Produkte ihren Kultstatus verlören oder nicht. Angeregt wurde meine Stellungnahme von einigen Blogartikeln, z. B. auf dem fscklog und bei zeitgeist.
Nun zeigt CHIP auf seinem Onlineauftritt angebliche Alternativen (Sony, Creative, u. a.) zu einigen Appleprodukten (Macbook Pro, iPod, iPhone) und Software (iTunes, Quicktime) auf, und ich sehe mich angetrieben, darauf zu reagieren.
Der achtseitige Artikel kann durchaus als Fingerzeig gelten, wohl aber nicht viel mehr sein als das. Ein differenzierter Vergleich der Produkte findet nicht statt. Offensichtliche Schwachstellen werden moniert, indes werden Alleinstellungsmerkmale (z. B. Multitouch) und Pluspunkte nicht (immer) diskutiert.
Äpfel mit Birnen vergleichen
Manchmal kommt es einem dann so vor, als würden Äpfel mit Birnen verglichen. So muss nämlich ein Sony VAIO VGN-SZ4XWN mit 13,3 Zoll Bildschirmdiagonale gegen ein Macbook Pro mit 15,4 Zoll-Display antreten. Keine Frage, der VAIO gewinnt?! Wenn einem als Leser hier keine Fragezeichen vor dem geistigen Horizont aufleuchten, na dann gute Nacht. Immerhin sollte man meinen, dass beide Geräte einen unterschiedlichen Einsatzort erhalten würden. Großflächige Displays werden von Designern, DTPlern, Programmierern und anderen mehr bevorzugt. Und selbst die schreibende Zunft kann mit Displays, die in Richtung Eee PC tendieren, bald eigentlich nichts mehr anfangen. CHIP-Online gibt den Vergleichspreis des Macbook Pro mit 2.400 Euro an. Der Mobile von Sony wird damit entschuldigt, dass er im Gegensatz zum Apfel-Modell knappe 400 MHz weniger Taktfrequenz mitbringt. 2,0 GHz (Sony) im Unterschied zu 2,4 GHz (Apple). Es muss den Redakteuren (Artikeldatum, 5. Februar 2008) entgangen sein, dass Apple ein Macbook Pro in einer Variante mit 2,2 GHz anbietet, die direkt um einiges günstiger ist – so was auch? – als das Gerät mit 2,4 GHz, damit dann natürlich wieder anders gewertet werden müsste. Warum bloß müssen Informationsträger wie die CHIP-Redakteure, den Leuten solche Geschichtchen auftischen?!
iPod konkurrenzlos?!
Wenn es zudem beim iPod Touch-Vergleich heißt, er sei “zu schade”, um darauf Musik zu hören, gleichzeitig aber ein Gerät in der Gegenüberstellung heran gezogen wird, das eben gerade nicht über die apple-eigene Multitouch-Steuerung verfügt, muss man fast annehmen, die Computerjournalisten würden um ihren Arbeitsplatz schreiben, da in ihrem Magazin lediglich IBM-kompatible besprochen werden. Natürlich kann ein Gerät der Konkurrenz 30, 40 Euro günstiger sein. Erfahren wir bei CHIP etwas darüber, dass wir mit ein paar Handgriffen so intuitiv wie vorher nirgends durch unsere Musikwelt navigieren können? Ein potenzielles Alleinstellungsmerkmal wird einfach ignoriert, stattdessen heißt es lapidar: “Können Sie auf das eine oder andere kleinere Features (sic!) verzichten, macht es der derzeit einzige Konkurrent sogar noch besser.” (CHIP Online) Zwar wird das Gewicht verglichen, die Batterieleistung jedoch mit keinem Wort erwähnt.
[kleiner Exkurs] Das sind bald Zustände wie bei der Computer BILD. Vor 8 Jahren, als das Magazin das Licht der Welt erblickte, kaufte ich ein Probeexemplar (vgl. auch Ansichten eines Clowns). Ich war nicht überzeugt. Unter anderem deswegen, weil Artikelinhalte sachlich falsch dargestellt waren: Beta Research, ein Softwarehersteller, mittlerweile insolvent, sollte die D-BOX für Leo Kirchs Bezahlfernsehen produziert haben. Zudem zeigten Bilder nicht das, was im Artikel besprochen oder in der Bildunterschrift versprochen wurde. Oliver Petszokat (Oli P.), über den beiläufig berichtet wurde, hätte eine Leidenschaft für die Playstation, hieß es. Das entsprechende Foto zeigte ihn an einer Dreamcast-Konsole von SEGA spielen.
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Tags Apple, BILD-Zeitung, Chip, Creative, Dreamcast, iPhone, iPod, iTunes, MacBook, multitouch, Playstation, Quicktime, SEGA, Sony, Vaio, ZEN
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 1 Kommentar

February 7, 2008 · 11:13 am
[...] Sajonara, wahrscheinlich der letzte Vernunft-begabte Apple-Verfechter weist kritisch auf einen Artikel über Apple-Alternativen bei der Zeitschrift [...]