6. February 2008

Kittyhawk IBMs Allmachtsgefühle?!

Golem berichtet über Project Kittyhawk. IBM möchte seine Supercomputer für das Internet applikabel machen. Webapplikationen auf BlueGene/P und Co? IBMs Terraflopper, so eine zentrale Aussage, ist besser geeignet differenzierte Anwendungen im Web auszuführen, als derzeitige Serverfarmen dazu in der Lage wären. Eine Art Whitepaper “Project Kittyhawk: Building a Global-Scale Computer” (engl., pdf) erklärt, warum. Bald schon kann man das Pamphlet als Werbebroschüre interpretieren, zumindest aber soll Webhostern der Einsatz von BlueGene/P schmackhaft gemacht werden.

Zuende gedacht – kann letzten Endes sogar das Internet an und für sich auf BlueGene/P ein neues zu Hause finden?! Die Frage ist, möchten wir einen derartigen Zentralismus befürworten? Unbemerkt von der Oberfläche dersoftwareseitigen Benutzung des Internets, ist es vor allem die Hardwareseite, die ein Augenmerk verdient hätte. Immerhin gibt es schon jetzt kaum mehr Oligopole im Infrastrukturbusiness. Das Internet in Zukunft aus einem Guss? Während in den Medien offen darüber diskutiert wird, dass wir uns beispielsweise im Bereich der Energieversorgung nicht zu sehr von einem einzigen Anbieter(land) abhängig machen sollten, laufen wir nicht erst seit IBMs Allmachtsszenario Gefahr, ein krudes Abhängigkeitsverhältnis einfach so in Kauf zu nehmen.

Die Dezentralisierung nicht nur via p2p-Techniken ruderte in eine ganz andere Richtung, nicht umsonst wird in diesem Zusammenhang oft von einer Demokratisierung des Internet gesprochen. Wird IBM uns für die Zukunft einen Richtungswechsel vorschreiben? Bekommen wir den Herrscher, den wir verdienen?!

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