4. March 2008

Leipzig trauert, Köln gewinnt wo bleibt der Wettbewerb

Bereits im Juli 2007 berichtete ich über einen potenziellen Wechsel des Messestandorts der Games Convention. Leipzig heißt nun Köln. Vielmehr ist die Messe umgezogen. Und eigentlich ist sie es doch nicht. Denn die Games Convention verbleibt in Leipzig, Köln erhält lediglich die Möglichkeit eine neue Spielemesse auszurichten, auf der jedoch alle namhaften Computer- und Videospielehersteller sich ein Stelldichein geben werden. Tanzbrunnen, wir werden kommen.

Aus der Games Convetion 2008 (in Leipzig) wird die GamesCom 2009 in Köln (vgl. u. a. Heise). So weit, so gut. Es gibt natürlich auch Blogger, die sich der Sache angenommen haben. Doch bereits letztes Jahr im Juli wies ich daraufhin, dass mehr Wettbewerb unter den Austragungsorten auch zu angenehmeren Verhältnissen für die Besucher führen könnten und zudem zum wirtschaftlichen Aufschwung nicht nur von Metropolen. Ein dauerhaft wechselnder Standort zur Austragung einer solchen Messe, vergleichbar mit olympischen Wettbewerben oder Welt- und Europameisterschaften im Fußball und anderen Sportarten – das wäre meines Erachtens keine zu verachtende Lösung. Ob auf globaler oder lokaler Ebene rotiert werden würde, sei einmal dahin gestellt. Es würde aber auch denjenigen den Zugang erlauben, die eben die Distanz von X nach Z bislang abgehalten hat. Mit ein wenig Glück und vor allem Engagement hätten die eigenen Heimatstädte sich um die Austragung einer solchen Messe bewerben können.

Die Dinge sind jedoch so einfach nicht, denn immerhin hat der BIU entschieden, also ein Gremium der zwölf größten Branchenvertreter in der Unterhaltungsindustrie (12 von insgesamt 507, die 2007 auf der GC in Leipzig vertreten waren). Die Messe Leipzig hatte offenbar sogar angeboten, im jährlichen Wechsel mit einem anderen Standort, die Messe nicht mehr ausschließlich betreiben zu wollen. Ob die Entscheidung nach Köln umzuziehen, zum einen wegen des Arguments der schlechteren Infrastruktur, zum anderen wegen der persönlichen Befindlichkeiten mancher BIU-Mitglieder, sich auszahlen wird, das werden wir in 2009 erleben. Sajonara wird hoffentlich live dabei sein, und von der GamesCom berichten.

Über mangelnde Berichterstattung seitens der Blogosphäre konnte sich der Messeentscheid denn auch nicht beklagen. Leipziger Lokalblogs fungierten genauso als Multiplikatoren wie besonders große Hausnummern in der deutschen Blogosphäre.  Thomas Gigold, ebenfalls ein Leipziger Gewächs, findet in den Plänen für die Kölnmesse dann auch ein Haar in der Messesuppe. Der Termin sei für jugendliche Spieler ungünstig gewählt, da in 14 von 16 Bundesländern zu der Zeit im September keine Ferien lägen. Persönlich freue ich mich natürlich für Köln, wohne ich doch quasi um die Ecke. Allerdings sehe ich durch den permanenten Wechsel nach Köln den Wettbewerb trotzdem nicht gestärkt. Sollte sich 2009 rausstellen, dass es doch hauptsächlich eine “politisch” Entscheidung für Köln gewesen ist, wird man sich kritische Fragen gefallen lassen müssen.

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