BILD-Zeitung stigmatisiert Models
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Wie gut, dass in Europa die großen Modenschauen reagiert haben und ein Zeichen gegen die Magersucht setzten. Jetzt allerdings mobt der Springerverlag gegen bildhübsche Frauen, schreibt von “Babyspeck” und einem “fast strammen Po”. So zumindest werden die Kandidatinnen von Germany’s Next Topmodel in der Onlineausgabe der BILD-Zeitung durch die Brille der journalistischen Aktiengesellschaft betrachtet. Für mich vollkommen unverständlich, wie man sich derart scheinheilig und opportunistisch geben kann.
Einerseits wurden Jubelarien auf die Aktionen von Madrid und Rom in den letzten Jahren geschmettert, weil man dort Bundgrößen und BMI zur Voraussetzung für die Teilnahme an der Modenschau gemacht hat, die einer krankhaften Unterernährung keinen Vorschub leisten. Und jetzt sowas? Wenn es einen Preis für wenig subtilen Opportunismus gäbe, die BILD-Zeitung und ihre Redakteure hätten ihn sicher (vgl. Artikel: Ist da wirklich alles top?). Mir ist es schleierhaft, wie man Frauen, deren Körper nach BMI der Kategorie Idealgewicht zuzuordnen ist, noch immer versucht zu kritisieren. Ihr Pappnasen solltet eure eigenen Schlipse etwas enger schnüren, damit euch der Schnodder aus der Nase läuft. Dämliches Gesülze. – Das ist alles, was ich dazu sagen kann. Aber derart fahrlässig Stimmung zu machen war schon immer die einzige Art und Weise, wie man sich in den Springer-Medien überhaupt behaupten konnte. Eine Schande, dass in so einer riesigen Verlagsgesellschaft auch seriöse akademische Schriften erscheinen.
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Tags BILD, BMI, Germanys Next Top Model, GNTM, Opprtunismus, Springer
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 2 Kommentare

March 17, 2008 · 8:25 pm
Eine Frage: Was erwartest du von der Bild??
Die passen sich dem Trend der Allgemeinheit an und versuchen natürlich immer Leser zu gewinnen und auch irgendwo zu provozieren.
Wenn man wirkliche Nachrichten will sollte man die Finger von der Bild lassen.
Aber, da es eine “Massenzeitung” ist versucht die Bild halt viele Leute zu erreichen – mainstream!
March 17, 2008 · 10:46 pm
Wirkliche Nachrichten gibt es nicht. Ich habe jedenfalls keine Vorurteile gegenüber der BILD-Zeitung. Also, ich stigmatisiere nicht ihre Leser als minderwertig oder dumm, wie andere Leute das tun. Das wäre schade, weil man so nicht mit ihnen in einen Diskurs treten kann.
Was ich aber schade finde ist der Opportunismus des Blattes. Das hat dann schon wieder nichts mit Journalismus zu tun, wie ihn sich die Journalisten eigentlich auf die Fahnen schreiben und seit jeher auf die Fahnen geschrieben haben. Es gibt in den Medienwissenschaften auch empirische Teilbereiche, die sich mit der Analyse von Beiträge beschäftigen. Professor Holly aus Leipzig ist z. B. jemand, der das tut, der mal in einer Ringvorlesung in Aachen – (Sprache – Medium – Medien) anhand von Videomaterial von Reuters gezeigt hat, was das ZDF, CNN und andere aus ein und demselben Material machen.
Mainstream wäre für mich der Duden, der sich anguckt, welche Wörter wir verwenden und aus diesem Korpus ihr Buch immer aktualisieren. Na gut, er wäre es nur zeitverzögert, nie aktuell. Aber die BILD ist nicht Mainstream, weil sie nicht abbildet und nicht möglichst neutral versucht zu berichten, sondern sie ist etwas anderes. Was für einen Namen man dem Kind geben mag ist mir eigentlich egal. Aber dies Blog, und die Autoren, die für es schreiben haben eben auch eine Meinung, und drum hab ich in diesem knappen Beitrag halt meine Meinung zu dem BILD-Beitrag abgegeben. Auch kein klassischer Journalismus.