eBay again – 3, 2, 1 – Portoalarm
{4}Es ist bestimmt nicht immer nur der Bequemlichkeit von Verkäufern zu verdanken, dass die Versandkosten bei den Auktionen durchaus über Gebühr strapaziert werden. Vielmehr ist es ein Weg, den manche gehen, um noch Geld aus dem Esel, pardon Käufer, rauszuquetschen. Da ich selbst bei eBay verkaufe ist es mir ein Dorn im Auge. Vor Jahren gab es noch weitere Auktionsplattformen, und ich habe es mir nicht nehmen lassen, hin und wieder einen Kommentar dort zu veröffentlichen, und mir durchaus nicht nur böse Blicke eingehandelt. Warum? Weil ich darauf hinwies, das es Spiel X schon als Neuware günstiger gäbe, oder das Porto für eine Büchersendung, wie’s angegeben war, und selbst wohlwollend verrechnetes Verpackungsmaterial niemals die Unsummen an Versandkosten rechtfertigen könnten, die die Verkäufer dafür veranschlagen wollen.
Das war beinahe so toll, wie Robin Hood zu spielen. In all den Jahren hat sich aber nichts verändert. Warum machen die Verkäufer nicht faire Angebote? – Versandkosten für einen “unversicherten” Versand bei einem Gegenstand wie einem Taschenbuch, einer Audio-CD oder einer DVD, genauso gut wie bei Konsolenspielen in Höhe von 5,00 und mehr Euro sind einfach nicht gerechtfertigt. Eine Büchersendung kostet an Portokosten für ein normales Taschenbuch nicht mal 90 Cent. Selbst wenn man die entsprechenden Umschläge im 10er-Paket bei der teuren Postfiliale kauft, zahlt man 2, 3 Euro drauf und lässt den Kunden die ganze Zeche plus Aufschlag zahlen?
Wenn ich so einer Auktion begegne möchte ich den Verkäufern gerne immer wieder einen Kommentar hinterlassen, aber aus dem Alter bin ich raus. Stattdessen ärgere ich mich einfach nur, warum manche eBayer aus der Plattform dann ein Angebot machen, das bald Amazons Marketplace günstiger erscheinen lässt. Denn dort blecht man in der Regel immer 3 Euro an Versandkosten, egal wie leicht das Buch auch sein mag, oder die CD, und auf der Plattform haben die Verkäufer in der Regel weit weniger davon, weil Amazon so viele Gebühren abhält.
Ich glaube außerdem, dass es noch mehr Leute gibt, die so denken, und von horrenden Versandkosten eher abgeschreckt als angezogen werden, bzw. sich, wenn sie schon mitbieten, dann aber zurückhalten mit ihren Geboten. Meine eigenen Versteigerungen biete ich immer möglichst günstig an. Selbstredend, dass man nicht erwarten kann, dass die anderen so handeln, wie man selbst es tut. Aber auch deswegen leiste ich bloggisch Aufklärungsarbeit mit diesem Pamphlet. ![]()
Es soll aber auch Leute geben, die tatsächlich nicht wissen, dass es günstiger geht. Vielleicht stolpert ja der eine oder andere bei der Suche im Netz über diesen Artikel, und findet dabei heraus, dass er selbst mehr davon haben könnte. Nämlich genau dann, wenn er tatsächlich nicht wusste, dass es günstiger geht. Dann werden die eBayer in Zukunft ähnlich viel für ihre Auktionen einnehmen, aber weniger davon an die Post, Hermes, UPS und Co abgeben. Es muss ja nicht gleich jeder zum Kaufmann mutieren, und schon gar keine kaufmännische Ausbildung gemacht haben. Doch wer sich informiert (in dem Fall über die Preise für Porto) ist klar im Vorteil. Eine Warensendung ist übrigens das Pendant zur Büchersendung für Dinge, die keine Druckwaren darstellen.
Nur so als Tipp. Ein Videospiel via Hermes-Versand zu verschicken, und dafür 4,50 Euro abzuhalten ist genauso bräsig. In den allermeisten Fällen, bei Waren, die man vom Gewicht oder der Größe her überschauen kann, lohnt es sich nicht, Konkurrenzunternehmen zur deutschen Post zu bemühen. Erst große und/oder schwere Pakete und Auslandssendungen sind tendenziell günstiger.
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Tags Audio, Auktion, Büchersendung, CD, DHL, Ebay, Hermes, Käufer, Paket, Post, UPS, Verkäufer, Versand, Versandkosten, Warensendung
Kategorie Glocal, Media · Autor Alexander Trust · 4 Kommentare

March 29, 2008 · 3:26 am
Ich versteh die Leute auch nicht die sich über hohes Porto bei Ebay beschweren. Ich bin nicht Amazon und verschicke nicht soviel das die Post mir einen Abschlag gewährt, wen dem den so ist. Außerdem weiß ich oft nicht wieviel der Gegenstand am Schalter kosten wird und schlage noch 2 Euro drauf, zur Sicherheit. Und zum Schluß sind die Portokosten leicht auf der Angebotsseite zu sehen, wer die Kosten nicht akzeptiert, soll nicht mitbieten und auf Kommentare zu dem Thema kann ich auch verzichten.
March 29, 2008 · 2:52 pm
Da hat jemand den Artikel offenbar nicht bis zum Ende gelesen.
Natürlich sind die Portokosten zu sehen, allerdings – so behaupte ich, und weiß, dass man es empirisch belegen kann, werden Käufer, potenzielle Käufer, durch zu hohe Versandkosten abgeschreckt. Es ist also nicht nur ein “subjektives” Ärgernis für den Käufer, sondern auch ein Nachteil für den Verkäufer – warum?!
Nun dazu folgendes “einfaches” Beispiel… das hat nix mit Powersellern oder Rabatten zu tun, sondern einfach mit den Preisen der dt. Post. a) versteigert ein Playstationspiel, erhält dafür 1 Euro und rechnet aber 5,00 Versandkosten ab. Macht 6 Euro. Da a) wahrscheinlich auch nicht mal weiß, dass es so etwas wie eine Warensendung gibt, legt a) das Spiel in einen Luftpolsterumschlag und muss dafür als Postbrief 1,45 Euro bezahlen. b) hingegen veranschlagt 1,10/1,50 Euro, je nachdem… an Porto. Weil er weiß, ich schicke es als Warensendung, die kostet 86 Cent und für den Rest kriege ich den Umschlag auch gekauft. b) erhält ebenfalls 6 Euro für seine Auktion, steht aber am Ende besser da, und es gibt sogar viele Fälle, in denen Käufer bei Angeboten mit niedrigen Versandkosten mehr ausgeben. Eher viele als wenige. Das liegt einfach an der Psychologie beim Steigern.
Nebenbei bemerkt bin ich ein Privatverkäufer bei eBay und kein Powerseller. Ich bin seit Jahr und Tag angemeldet und habe in der Zeit kaum mehr als 500 Auktionen (Käufe und Verkäufe) getätigt. Also über einige Jahre hinweg. Genauer gesagt über fast 10 Jahre, denn ich bin seit 1. April 99 bei eBay registriert. Ich bin der Meinung, dass die Leut’ sich selbst im Weg stehen, und Information hat noch niemandem geschadet. Was man damit schlussendlich anfängt bleibt jedem selbst überlassen.
April 1, 2008 · 9:53 pm
Kleiner Tipp als Käufer, da wirklich viele wie Marc B. einfach ein paar Euro zur Sicherheit draufschlagen:
Ich schreibe oft die Verkäufer an, wenn Sie z.B. 8 Euro für den Versand verlangen (womöglich noch unversichert). Ich gebe denen alle Infos und Links, die sie für den Versand mit Hermes brauchen. Oft wird ja der Artikelstandort angeben, dann kann ich dem Verkäufer mit der Hermes-Shop-Suche schon sagen (oder den Link schicken), wo es Hermes-Shops in seiner Heimat gibt.
Viele haben mir positiv darauf geantwortet und mir per Email die geringeren Portokosten (4 Euro, versichert) zugesichert (rechtlich ist diese Zusage wahrscheinlich schwer durchsetzbar, aber wer sich die “Mühe” macht und mir antwortet, dem liegt etwas an potentiellen Kunden). Oft haben die Leute geschrieben, sie würden gar nicht wissen, dass Hermes so günstig sei oder dass es Hermes auch in Ihrer Nähe gibt (einmal war der Hermes-Partner sogar um die Hausecke, die Post aber recht weit vom Verkäufer entfernt).
Das ganze funktioniert natürlich nur bei privaten Verkäufern, die keine Massenverkäufe haben.
April 2, 2008 · 1:22 pm
Das kenn ich. Hab ich auch schon mal gemacht. Aber nicht alle Personen sind derart entgegenkommend. Hermes ist im Vergleich zum Päckchen der DHL einen Tick günstiger, das stimmt. Aber für die meisten Mediengebrauchsartikel lohnt sich eben eine Waren- oder Büchersendung auf jeden Fall.