2. April 2008

Von der Realität in Motorstorm (und anderen)

{2}

Motorstorm ist ein Playstation 3-exklusiver Titel. Motorstorm macht von Havok Gebrauch. Und Motorstorm bringt damit die Realität ein Stück näher ins Wohnzimmer, oder etwa nicht?!
Was ist Havok, und wozu ist es gut? Havok unterstützt Programmierer bei ihrer Arbeit, physikalische Effekte zu erzeugen. Für einige Computersystem und Konsolen wird Havok angeboten und bietet den Reiz des Realismus. Soweit man eben davon sprechen kann. Mit einer Technik wie dieser wird es noch ein Mal verführerischer, sich der Virtualität zu widmen. Ein neuer Star Wars-Titel, der für die Nextgen-Konsolen entwickelt wird, macht sogar gleich von drei verschiedenen “Engines” Gebrauch. Beteiligte von Lucas Arts gaben in einem Videointerview euphorisch zum Besten, dass Computer- und Videospieler sich zum ersten Mal fühlen werden würden, als ob sie ein Teil des Ganzen wären. Dem Videobeitrag auf der letzten play3-DVD zurfolge könnte das sogar wahrhaftig so sein.

Scott Kirkland, technischer Leiter bei evolution Studios, dem Programmierteam Motorstorms, gab Beyond3D (engl.) im Mai 2007 ein Interview, und seine Ansichten lassen aufhorchen. Denn Kirkland gibt zu verstehen, dass von den Ressourcen der Playstation 3 noch relativ wenig Gebrauch macht wurde. Die SPU (Synergistic Processing Unit) des CELL-Prozessors, der in der PS3 steckt, habe man bislang nur zu 15 oder 20% ausgenutzt. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Entwicklern des Havok-Physikpaketes hätte man eine Menge Wissen angehäuft, das für die Entwicklung von weiteren Titeln genutzt werden wird. Kirkland verspricht Außergewöhnliches für die Zukunft. Es ist schön, mit anzusehen, dass zumindest in diesem Bereich der Entwicklung die Programmierer versuchen Alles aus ihren Systemen heraus zu holen. Vor allem bei der Entwicklung von Anwendungen wird nämlich wenig darauf geachtet, wie diese eigentlich mit der Rechenleistung umgeht. Gemessen an dem, was grafisch opulente Spiele bieten, und wie flüssig diese auf Systemen laufen, wirkt es nicht mal mehr tragikomisch, wenn ein Officepaket einen Rechner in die Knie zwingt.

Physikprogrammierung Marke Havok macht Spieleentwicklung noch komplexer als sowieso schon. Aber in meinen Augen macht sich die Verwendung solcher Funktionen bezahlt. Motorstorm, obgleich schon vor einem Jahr für die Playstation 3 erschienen, ist ein Rennspiel, das vieles von dem, was bis dahin erschienen ist in den Schatten stellt. Und wir können uns wieder die Frage stellen, ob wir uns an die Simulation gewöhnen? Wenn nun einzelne Elemente in einem Spiel mit physikalischen Eigenschaften ausgestattet werden können, die realistischer nicht? sein könnten, welche Unterschiede gibt es in diesem Sektor noch zwischen Realität und Wirklichkeit? Spieleprogrammierung, so viel steht fest, wird immer mehr zu einem epischen Unterfangen. Kirkland selbst gibt an, dass manche Erkenntnisse aus der Arbeit mit Havok und der Zusammenarbeit mit deren Entwicklern für die weniger technisch-affinen Mitglieder des Programmierteams eine deutliche Herausforderung waren. Mit ein Grund, warum noch sehr viel Potenzial für revolutionäre Physik- und Grafik-Effekte im zweiten Teil von Motorstorm sein wird.

Hinzufügen zu del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
Tags , , , , , , , , ,
Kategorie Media · Autor · 2 Kommentare


2 Kommentare

  1. Pingback von Motorstorm 2 - erster Trailer - Sajonara.de - Internetmagazin
    April 3, 2008 · 1:59 am

    [...] technischen Entwickler glauben schenken mag, dann dürfen wir mit enormen Fortschritten in Sachen Realismus rechnen, weil evolution Studios sich über die Zeit noch besser mit dem Ausreizen der vorhandenen [...]

  2. Pingback von don't panic!
    April 28, 2008 · 7:04 pm

    [...] ich schon vorher den Kriegsdienst verweigert. Solche Gewaltdarstellungen vermisse ich in Computerspielen; etwas, was mal zum Überdenken des Gewaltgebrauchs in der Realität anregt, und vielleicht [...]

Schreibe einen Kommentar


Top