15. April 2008

Das Prinzip der Einfachheit, und wie es sich abnutzt

Ich möchte zwei Dinge miteinander in Verbindung bringen, die wohl nicht alle spontan miteinander in Verbindung bringen würden. Bei dem einen Gegenstand handelt es sich um ein Videospiel aus den beginnenden 1990ern, genauer 1991. Zumindest für den Handheld Game Boy wurde das Spiel 1991 veröffentlicht. Es gab aber bereits vorher Versionen für das Nintendo Entertainment System (NES). Ein Film ist die zweite Sache, auf die ich verweisen möchte. Ein Film, der 1987 erschien und ebenso wie das Game Boy-Spiel früher eine ganze andere Wirkung auf mich ausübte als noch heute.

Und genau darum geht es mir. Sowohl das Videospiel, als auch der Film sind unheimlich einfach gestrickt, und haben auf mich als noch-nicht-mal Teenager eine Art Reiz oder Faszination ausgeübt. In beiden Fällen hat sich das nun jedoch ins Gegenteil verkehrt. Das mag durchaus an dem geistigen Horizont gelegen haben, und wohl auch daran, dass Kinder schneller zu begeistern sind als Erwachsene. Als ich den Game Boy Color vor kurzem erwarb, tat ich dies nicht, ohne noch zwei Spiele von früher in der Schublade liegen zu haben. Die Spiele gehörten wohl mal meinem Vetter, allerdings hatte der irgendwann keine Verwendung mehr dafür gehabt.

Meinen eigenen Game Boy und die ganzen Spiele, die ich dafür gehabt habe – ich hab sie schon vor Jahren wieder verkauft. Ich habe oft und gerne Neues ausprobiert, aber eben nicht unendlich viele Mittel zur Verfügung. Aus diesem Grund habe ich mich nach einer gewissen Zeit immer von Kram getrennt, um auch neuen Kram anzuschaffen. Die Differenz zum Kaufbetrag kann man quasi als Leihgeschäft betrachten. ;) Leihgeschäfte betreiben auch die Fernsehstationen mit den Rechten an Filmen, die sie ausstrahlen mögen. Der Film, von dem hier die Rede ist, wird im deutschen Fernsehen, aber auch anderswo, mit schöner Regelmäßigkeit ausgestrahlt. Da es keine deutsche Produktion ist, kann es nicht “Sissi” sein. ;)

Warum also fand ich Nintendo World Cup und Dirty Dancing vor mehr als einem Jahrzehnt toll, und kann heute nichts damit anfangen? Klar, ich war ein Kerl, der auf die Schnulze stand. Heutzutage finde ich die Dialoge von Swayze abgedroschen, proletenhaft und der Reiz ist abhanden gekommen. Der Film wirkt nicht mehr auf mich, ich empfinde ihn als äußerst künstlich. Auch und wahrscheinlich gerade als ich ihn eines Tages im Originalton zu hören bekam. Es gibt indes andere Filme aus jener Zeit, die durchaus ihre Anziehungskraft behalten haben.

Und Nintendo World Cup? Vor 16 Jahren habe ich das Spiel wieder und wieder durchgespielt. Heute fehlt mir durchaus die Motivation dafür. Bei Dirty Dancing würde ich heute übrigens auch nicht mehr bis zum Schluss hinsehen wollen. ;) Die Kickers oder Mila Superstar (Zeichentrickserien) haben im Vergleich zu Nintendo World Cup ihren Reiz aber noch behalten, gleichwie sie besonders einfach gestrickt sind und ähnlich die Fähigkeiten im Sport überzeichnen. Ich wette außerdem, dass ein Basketball-Videospiel wie NBA Jam ebenfalls noch Wirkung auf mich ausüben würde, trotzdem es mit den gleichen Mitteln agiert wie Nintendo World Cup. Die Wahl meines Titels kann also nicht der Wahrheit letzter Schluss sein. Warum aber haben dann diese beiden Evergreens von dazumal im Hier und Jetzt ausgespielt?!

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