2. May 2008

Game Boy Advance Flash-Karten

Flash-Karten sind für Game Boys oder Konsolen (die “Cartridges” verwenden) im Allgemeinen das, was Rewritable-Rohlinge für Computernutzer sind. Man kann sie immer wieder beschreiben und eben Spiele oder Programme darauf speichern, um sie dann entsprechend auf dem Game Boy zu spielen.

Ich selbst habe vor kurzem solch eine Flash-Karte für den Game Boy Advance erworben. In der Regel ist es so, dass man damit so genannte Homebrew-Software auf dem Game Boy testet. Da ich vor einigen Jahren schon Backup-Lösungen für den Game Boy Color und das Nintendo 64 besaß, wusste ich, wonach ich im Internet Ausschau halten musste, um eine Bezugsquelle dafür aufzutun.

Bei Ebay wurde ich insofern nicht fündig, als lediglich zwei gebrauchte Flash-Karten versteigert wurden, und zwar viel weiter südlich auf der Weltkugel, aus Australien nämlich. Also entschied ich mich kurzerhand, das Produkt neu zu erwerben. Einige Stunden lang habe ich nach Anbietern gesucht und Angebote verglichen. Das Problem bei der Flash-Karte für den Game Boy Advance ist, dass man sie kaum noch erwerben kann. Die Anbieter haben zum Teil noch Ware auf Lager, bei vielen heißt es allerdings: ausverkauft!

Merkwürdig ist auch, dass manche Händler noch heute, da der Game Boy Advance ja nicht mehr vertrieben und hergestellt wird, so etwas wie Liebhaberpreise auf Neuware verlangen. Scheinbar läuft das Geschäft dieser Onlineshops ziemlich gut, denn ansonsten würde man annehmen, sie verkauften diese Ware, die kaum jemand benötigt, zu einem günstigen Preis ab. In meinen Augen ist die Situation vergleichbar mit der von HD-DVDs, die ja nun dem Tod geweiht sind. Die Händler versuchen hier ihre Ware möglichst billig loszuwerden. Das ist ihnen lieber, als auf der Ware sitzen zu bleiben.

Total GBA - Game Boy Advance-Flash Karte

So schaut sie also aus, meine Flash-Karte. Sie wird vom Anbieter “TotalGBA” günstigt selbst hergestellt und ist baugleich mit einer der beliebtesten Flash-Karten-Serien in dem Bereich, der EFA-Card. Neben dieser gibt es noch die EZ-Flash-Reihe. Der Hersteller hat sich ebenfalls auf Backup-Lösungen spezialisiert und bietet genauso wie TotalGBA auch Flash-Karten für z. B. das Nintendo DS an. Die Backup-Lösung von EZ sind zum Teil noch ausgefallener (und auch teurer). Man kann mit einem Paketangebot, in dem ein Lesegerät beigelegt wird, das noch zwischen Rechner und Kabel zu stecken ist, auch Originalmodule auslesen.

Das ist mit meiner EFA-kompatiblen Karte nicht möglich. Was kann man also damit machen? Prinzipiell lassen sich darauf Spiele und Programme kopieren, so genannte Roms. Vögelchen zwitschern von den Dächern, dass alle jemals erschienenen Game Boy Advance Spiele durch das weltweite Netzwerk getauscht werden, und wer Spaß an Urheberrechtsverletzungen hat, der kann sich meinetwegen danach umsehen. Was tue ich selbst damit? Ich teste die Grenzen des Möglichen aus, und so gibt es z. B. auch so genannte “Demos”, die rudimentäre 3D-Effekte auf einen Game Boy Advance zaubern, auch Proof of Concepts, z. B. ein BASIC-Interpreter für den Game Boy und ähnliche Dinge mehr.

Die Karte ist bei TotalGBA günstig zu bekommen. Die Käufer können “sogar” mit Paypal bezahlen. Für Jugendliche, oder solche Damen und Herren, die über keine Kreditkarte verfügen ist das u. U. eine Option. Der Anbieter hat seinen Sitz im Vereinigten Königreich. Meine Lieferung allerdings kam vom Festland aus Spanien, weil man dort offenbar einen Vetriebspartner sitzen hat. Ich habe nicht mal 5 Werktage auf die Lieferung warten müssen und bin mit der Leistung der Karte zufrieden. Dies bisschen Werbung darf erlaubt sein, weil ich genug Recherchezeit investiert habe um festzustellen, dass der Händler im Vergleich zu anderen eben noch Ware auf Lager hat und ebenfalls konkurrenzlos günstig ist, was EFA-kompatible Karten angeht.

Wichtig, für all diejenigen, die daran denken so eine Karte zu erwerben, ist außerdem: Ihr könnte sie nur unter Windows einsetzen. Der Markt für diese Form von Backuplösungen ist, sagen wir mal, “überschaubar”. Folglich haben die Hersteller nur wenig Ressourcen zur Verfügung. Mir ist, bislang jedenfalls, keine Software und sind bislang keine Treiber für Macintosh/OSX oder aber Linux untergekommen. Falls einer der Leser mehr weiß als ich – keine falsche Scham, wir würden gern alle aufgeklärt werden. :)

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