Linda de Mol: Luftschlösser (endlich) geplatzt?!
Ein wenig philosophisch sind sie schon, die Gedanken, die ich an dieser Stelle kundtun mag. Aber eben nur ein wenig. Denn alleine der Verweis auf das Online-Medium der Springer-Presse schlechthin stellt dem Versuch im Ansatz ein Beinchen. Linda de Mol, so die Nachricht, mag nie wieder heiraten.
Linda ist nur eine von vielen Frauen dort draußen. Und ich? Bin Schütze von Sternzeichen, und hatte schon damals auf der Schule so eine Art Beschützerinstinkt. Was bringt’s? Nicht alle Frauen wollen beschützt werden, und manche Männer suchen Schutz. Wenn Männer, die Schutz suchen, auf Frauen treffen, die selbst beschützt werden wollen, wird es hakelig. Eine Beziehung zwischen jenen steht auf wackeligen Beinen. Unmöglich ist natürlich nichts. Linda de Mol allerdings ist eine Frau, wie es viele auf der Welt gibt – solche, die nach höherem streben. Damit steht also die Niederländerin nicht alleine da.
Bloggen heißt oft auch kommentieren, und ich kann es mir in diesem Fall nicht nehmen lassen, die Situation von Linda de Mol zu kommentieren. Doch ich möchte mich nicht auf die Blondine aus den Niederlanden beschränken. Ich möchte es mir herausnehmen, Dinge zu sagen, die viele denken, aber nicht immer aussprechen. Es sind mir Frauen in meinem Leben begegnet, die lange Zeit eine unterschwellige Wahrheit in ihrem Leben nicht akzeptieren konnten. Bevor man mich falsch versteht – mir liegt es fern, als Mann die Frauen dieser Welt verstehen zu wollen, einzig möchte ich ein wenig reflektieren und meine Gedanken in Worte fassen. Vielleicht kann ja der eine oder andere etwas damit anfangen.
Es gilt etwas, das in manchen Situation unumgänglich ist – Erfahrungen selbst zu machen, damit man von den vorher ignorierten Ratschlägen endlich Gebrauch machen kann. Wir müssen manchmal erst auf die Nase gefallen sein – z. B. als Kinder im Verhältnis zu unseren Eltern. Diese warnen uns vorm Alkohol und vor Drogen, sie warnen uns vor Beziehungspartnern, die uns ausnutzen. Trotzdem wollen wir unsere eigenen Erfahrungen machen. Linda de Mol ist 43 und hat so lange gebraucht, bis sie realisierte, was sie sich vorher verwehrt hat. Ihre Luftschlösser sind geplatzt und Linda ist mittlerweile in der Lage, sich das einzugestehen. Linda “Traumhochzeit” de Mol möchte, so gibt sie zu Presseprotokoll, nie mehr heiraten.
Ich habe Frauen kennen gelernt, die haben sich von einem Kerl ein werdendes Kind im Bauch tot treten lassen und waren trotzdem nicht ohne fremde Hilfe in der Lage, sich von dem Menschen loszusagen, der sich ihr Lebenspartner schimpfte. Ich habe mich während der Schulzeit einmal schützend vor einen Menschen gestellt, der es nicht wert war und der es trotzdem wert gewesen ist, ihn zu beschützen. Wir wissen es manchmal einfach nicht besser. Fräulein B. ist heute so weit, dass sie sich nicht mehr mit den Leuten einlässt, die sich eigentlich nur über sie lustig machen, Vergleiche ihrer Oberweite mit Bügelbrettern anstellen, usf. Mich hat es damals frustriert, dass dies Fräulein mit den prismatisch blauen Augen nicht in der Lage war, zu sehen, wer es “gut” mit ihr meint. Man selbst war dann manchmal auch der A…., der sich zum Affen gemacht hat.
Jeder braucht seine Zeit – wir alle – nicht nur Frauen, nein auch wir Männer benötigen Zeit. Und ein jeder Jeck is anders, und drum hat auch jeder sein eigenes Leben vor sich und benötigt Erlebnisse, prägende Erlebnisse, die den bestimmten Erkenntnisgewinn leisten. Ich denke, Linda de Mol ist mit 43 Jahren noch nicht an einem Punkt angelangt, da sie eine gewisse Naivität abgelegt hat. Natürlich – ich kenne diese Frau nicht persönlich – maße ich mir diese Aussage an, und natürlich kann ich mir kein Urteil erlauben. Meine persönliche Meinung indes lautet wie folgt: Frau de Mol hat noch einen Schritt nicht gemacht. Und zwar fehlt ihr die Erfahrung, vom Leben positiv überrascht worden zu sein. So oft man sich auch negativ zum Leben zu wenden weiß – eine Zufriedenheit wird Linda erst erreichen, wenn sie selbst sich zutraut, die Dinge einfach positiv zu bewerten. Im Augenblick hat sie das Gefühl, nie wieder heiraten zu wollen – nicht ganz dasselbe, als wenn Person X für sich selbst sagt, dass eine Heirat keinen symoblischen Wert für sie hat.
Lindas Luftschlösser sind zerbröselt, aber Linda hat das Leben noch nicht auf ihre eigene Erkenntnisfähigkeit hin abgeklopft. Ich glaube, dass Linda de Mol erst noch erfahren muss, dass sie selbst – trotz widriger Umstände, trotz mehrfacher Niederschläge – dem Leben ins Gesicht lächeln kann. Zufriedenheit, so “glaube” ich, hat nichts mit anderen oder mit Mammon, oder oder zu tun. Zufriedenheit kommt von Innen. Und Zufriedenheit stellt sich ein, wenn man in der Lage ist, das Leben für sich zum Guten zu wenden, selbst wenn es einen auf die Probe stellt. Und ich glaube, es gibt dort draußen noch viel mehr Menschen wie Linda de Mol, die mit 40 + x noch lange nicht soweit sind, dass sie “zufrieden” sein können. Ich hoffe, dass viele von diesen noch den Dreh rauskriegen werden. Wenn ich drüber nachdenke – gibt es diesen Punkt in eines jeden Leben. Bei manchen kommt er früher, bei manchen später. Leute, die diesen Punkt nie erreichen, würde ich gerne über den Tod hinaus befragen wollen, warum sie nicht dorthin gekommen sind. Vielleicht wird sich mir des Rätsels Lösung noch eingeben, eines Tages.
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Tags Heirat, Hochzeit, Linda-De-Mol, Philosophie, Traumhochzeit, Zufriedenheit
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