16. May 2008

Herzlich willkommen zur Wohnungsbesichtigung

Aachen, 16. Mai 2008, Eynattenerstraße. 16:32 Uhr. Ich habe meine französische Reisschüssel, den Citroen C1 mit Toyota-Motor, abgestellt und laufe schnurstracks auf die Hausnummer zu, bei der ich eine Wohnungsbesichtigung vereinbart hatte. Ich drücke ein Mal die Klingel. Nichts passiert. Ich drücke sie ein zweites Mal, nach einer Weile – ich stehe mit dem Rücken an die Tür gelehnt – zieht hinter mir jemand vorsichtig die Haustür auf. Um mich rum stehen noch zwei weitere Pärchen und blicken mich erwartungsvoll an. Als ich die Straßenseite gewechselt hatte, kamen bereits Leute aus dem Hauseingang rausgelaufen, in den ich noch hatte hineingehen wollen.

Unter der Woche hatte jemand auf Immobilienscout eine Wohnung inseriert. Der Vermieter hatte mit den jetzigen Mietern abgesprochen, so erhielt ich auf meinen Kontakt hin Antwort, am Freitag um 16:30 Uhr könnten wir uns die Wohnung angucken kommen. Während die Woche vorbei ging, tat sich etwas in der Anzeige. Den Termin, den ich vorab hatte vereinbaren müssen und wo mir noch zur Wahl gestellt wurde, ob ich diesen oder einen späteren haben wollte – er stand jetzt im Klartext der Anzeige.

“BESICHTIGUNGSTERMIN:
Freitag, den 16.05.2008 um 16.30 Uhr!!!

Wir würden uns freuen, wenn Sie an diesem Termin sich einen eigenen Eindruck von der Wohnung verschaffen würden. Jeder ist herzlich eingeladen zu kommen.”

Dies stand, als ich mich mit dem Vermieter kontaktierte noch nicht dort. Da man mir noch die Wahl gelassen hatte, würde ich behaupten, hätte ich noch Einfluss auf den Besichtigungstermin gehabt.

Die Wohnung ist in der 4ten Etage. Wir, meine Freundin und ich, und die beiden anderen Pärchen wandern also den Hausflur hoch, in der Erwartung – wir sind Konkurrenten um dieselbe Wohnung. Oben angekommen schaut uns der Mieter an: Die Wohnung ist bereits vermietet, sagt er, Sie können aber gerne reinkommen und sie sich angucken. Ich meine, er hat noch ein “Sorry” hinterher geschoben. Wir drehen auf dem Absatz rum und setzen uns ins Auto. Ich stelle fest, dass ich 180 Kilometer verfahren habe, weil ich für die Besichtigung aus Bergisch Gladbach nach Aachen gefahren bin und ja wieder zurück muss. Wofür? Dafür, dass man mir mitteilt, den Termin, den ich vereinbart hätte ist eine Luftnummer. Auf Deutsch gesagt, wir wurden verarscht. Schönen Dank auch dafür. Die Immobiliengesellschaft kann sich darauf einstellen, ein nettes Pamphlet von mir zugeschickt zu bekommen. Hätte ich einen Sandsack gehabt, er hätte darunter zu leiden gehabt.

Ich meine, wozu bitteschön vereinbare ich einen Termin, wenn mir dann bei Erscheine mitgeteilt wird, dass ich gar keine Möglichkeit habe, die Wohnung mieten zu können. Das war doch der einzige Grund, warum ich die 180 Kilometer Fahrtstrecke auf mich genommen habe. Ich kann ja dem nächste Büro Bescheid geben, sie mögen die Benzinkosten, die ihre Kollegen mir verursachten, von ihrer Provisionsforderung abziehen. Meine Herrn Gesangsverein, das geht auf keine Kuhhaut.

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