26. May 2008

Bitte warten… Bitte warten…

Wohnungssuche in Aachen kann, so sagt ein guter Freund von mir, “pain in the ass” sein, umgangssprachlich ein bisschen gröber formuliert, und soll eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass man, wenn man als WG oder Paar ne Wohnung sucht, durchaus mit Schwierigkeiten zu rechnen hat. Denn: so viele 3-Zimmer-Wohnungen werden Eil die Weil gar nicht immer feilgeboten.

Kommen wir aber zu Schwierigkeiten die mir und meiner Freundin begegnet sind… es reißt nicht ab, es nimmt kein Ende. Versteckte Kosten sind uns begegnet, bei einem Vermieter, der von sich selbst sagt, dass er sehr viel Wert auf die Hausgemeinschaft legt. 200 Euro Einmalzahlung wollte er haben, dafür, dass wir Satellitenfernsehen gucken könnten. Tschuldigung, aber da kauf ich mir ne Schüssel selbst und montier sie an den Balkon und bin billiger weg. Meines Wissens nach hat sich der Vermieter damit aber selbst disqualifiziert, weil solche Gebühren zu erheben nicht gestattet sind, bzw. oft vor solchen Dingen gewarnt wird.

Also weiter, zur nächsten Enttäuschung. Man telefoniert Leuten hinterher, die beim zweiten Telefonat, obwohl sie sich die eigene Telefonnummer haben geben lassen, schon nicht mehr wissen, mit wem sie es zu tun haben. Das Problem an der Sache, man hatte sich gemeldet, man wurde vertröstet. Warum? Weil die angeboten Wohnung, eigentlich schon zum 15. Mai bezugsfertig, keine richtige Wohnung sei, sondern eine ehemalige Praxis. Es gäbe darin “noch” keinen Waschmaschinenanschluss, und Dusche und/oder Badewanne sind nicht realisiert. Küche ist natürlich auch keine darin. Auf die Frage, wie lange denn die Baumaßnahmen dauern würden bekommt man die Antwort, es gibt keine Baumaßnahmen, es sei schon alles fertig. Auf die Frage, ob man jetzt ne Waschmaschine würde anschließen können, kriegt man gesagt, dass man das nicht sagen könnte, weil der Techniker erst morgen danach gucken würde, ob das generell möglich wäre.

Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz, oder? Wenn bislang kein Anschluss realisiert ist, und er erst noch erstellt werden muss (sofern er überhaupt erstellt werden kann) – muss doch zumindest nochmal geschraubt oder gewerkelt werden. Die Praxis… pardon Wohnung sei aber schon bezugsfertig. Wer’s glaubt. Vor allem, man wurde, in der letzten Woche vertröstet, man möge Montag Früh anrufen, der ruft dann Montag Früh an. Montag Früh wird man dann darüber aufgeklärt, dass man immer noch nichts darüber sagen könnte, weil der Techniker ja erst Dienstag Früh käme. Dienstag Mittag sollten wir uns wieder melden – aber halt, denkt man sich, wir hätten doch Dienstag Früh schon nen Besichtigungstermin haben sollen. Für mich hört es sich so an, als wären wir der guten Dame einfach nur lästig, und sie würde viel lieber jemanden haben wollen, der sich damit zufrieden gibt, dass es keinen Waschmaschinenanschluss gibt. Für Leute, die aber nicht mehr bei Mama waschen lassen wollen ist das ein Ausschlusskriterium für eine Wohnung.

Bleibt nur, weiter sondieren. Letzte Woche Freitag also zum Telefonhörer gegriffen, auf eine frische Wohnungsanzeige hin. Unter der gegebenen Rufnummer hebt jemand ab. Guten Tag, stellt man sich vor, mein Name ist… ich rufe an wegen der Wohnungsanzeige in der A…. – KLICK! – Der Gegenüber hat aufgelegt. Nicht die feine Englische. Dann ist da ja noch die Deutsche Annington, die fleißig über Immobilienscout Wohnungen anbietet. 4 Wohnungen stehen noch aus – ich habe jedes Mal über das Kontaktformular Interesse bekundet. Antwort habe ich bis heute noch keine. Dann soll er doch mal zum Telefonhörer greifen, und dort anrufen? Tja, hab ich getan. an 4 verschiedenen Wochentagen, im 10 Minuten-Rhytmus. Ergebnis? – Fehlanzeige, respektive. Die Mitarbeiterin im Büro scheint vielbeschäftigt zu sein. Der nächste Schritt? Vorbeigehen. Irgendwann, auf gut Glück, weil die Öffnungszeiten es mir nicht gestatten an den beiden Tagen vorbeizugehen, an denen ich eh Uni habe. Was das bedeutet? Wohl wieder 180 Kilometer.

Der Rest vom Schützenfest? Ganz allgemein kann man noch festhalten, dass unheimlich viele Vermieter im Gespräch davon ausgehen, dass man selbst schon in Aachen wohnt. Man bekommt mitunter Vorschläge unterbreitet… ja dann kommen sie doch gleich mal vorbei. Wie? Das geht nicht? – Ach, sie kommen gar nicht aus Aachen. Also hört man von sich, und selbst kommt man sich bei der Wohnungssuche vor wie in einer Warteschleife. Bitte warten… bitte warten… – Wenn’s wenigstens eine Melodie gäbe.

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