Bücher nicht per Fernleihe, warum eigentlich?!
Wohl nicht nur an meiner Hochschule, der RWTH-Aachen, kommt es vor, dass Bücher und/oder Aufsätze sehr begehrt sind und sich deshalb dem Zugriff der Studierenden entziehen. Fürs Studium interessant? – Geschenkt. Für die Prüfung relevant? – Was tun!? Wir sitzen allesamt in einem Boot, dennoch werden die Tage immer länger, und die wartezeit kommt einem quälend lang vor, wenn man einen Buchtitel entleihen möchte, aber erst als 3ter oder 4ter vorgemerkt ist.
Das ist keine Ausnahme, sondern ein Fall, der immer mal wieder vorkommt. Die Fachbereiche haben selbstredend auch ihre eigenen Bibliotheken, manchmal aber nicht nur manchmal, da kommt es vor, das nicht mal die Fachbereiche ein Buch auf Lager haben, das allerdings vom Prüfer X als relevant eingestuft wurde. Und wie weiter? Die Unibiliothek bietet doch derlei grandiosen Service an – die Fernleihe. Gesagt, getan, an der Bürokratie gescheitert. Denn: Fakt ist, liegt das Buch an der Hochschule vor, ist eine Fernleihe nicht möglich. Warum? Darauf haben Verantwortliche in der Hochschulbibliothek keine konkrete Antwort, stattdessen wird die Verantwortung weiter geschoben. Man kriegt anheim gelegt, doch bei der Leitung ein Gesuch einzureichen, das entsprechende Buch beim nächsten finanziellen Kraftakt zu berücksichtigen. Es könnte alles so schön sein.
Abhilfe schafft – natürlich – jede Bibliothek sonst. Ich kann in meiner Heimatstadt dasselbe Buch per Fernleihe beziehen, das mir an meiner Hochschule nicht besorgt werden kann, weil es zwar vorhanden, aber bereits vorgemerkt ist. Ich hatte bislang immer Glück mit prüfungsrelevanter Literatur, kenne jedoch viele Leute, die sich immer wieder umsonst Sorgen gemacht haben. Nummer 3 auf der Vorgemerkten-Liste? – Das bedeutet, maximal 12 Wochen Wartezeit. Nummer 4? – 16 Wochen, usf. Das Semester ist zu Ende, die Dozentin hat die wichtige Literatur verraten, was tun? Der Gang in die Stadtbibliothek bleibt in solchen Fällen unumgänglich. Stellt sich nur die Frage, warum einem die eigene Hochschule eine Hürde wie diese hinstellt.
Außerdem wirft man die Stirn in Falten, wenn man daran denkt, dass zwar schon Tausende von Studenten über das Problem geklagt haben, der Service jedoch künstlich-bürokratisch kastriert wird, und achso tolle Studierendenvertreter in all den Jahren seit Bekanntwerden dieses Problems keine Argumente gefunden haben mögen, die zur Lösung beitragen hätten können. Vielleicht hat aber noch niemand dies Problem auf die Agenda gebracht? Merkwürdig. Denn eine Lösung ist greifbar und realisierbar. Viel Phantasie gehört ebenfalls nicht dazu. An wen muss man sich dann wenden, wenn ein Problem wie dieses (fort)besteht? Vielleicht hat Direktor Rauhut ein offenes Ohr für einen mehr oder weniger öffentlichen Brief wie diesen. Oder wie wäre es mit Herrn Schmachtenberg, seinem Nachfolger ab August 2008.
Hinzufügen zu del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
Tags Ausleihe, Bibliothek, Bürokratie, Fernleihe, RWTH, Stadtbibliothek
Kategorie Glocal · Autor Alexander Trust · Keine Kommentare
