Veröffentlicht am 21. Juni 2008 von Alexander Trust
Heute (am 20. Juni) hat eines meiner Projekte, ein Kurzgeschichtenwettbewerb aus dem Jahr 2007, unerwartet Publicity aus der Blogosphäre bekommen. Rainer Meyer verunglimpft Leute, die er nicht kennt, schreibt in den entsprechenden Kommentaren von obskuren Studentencliquen. So obskur, dass Robert bei Poetry Slams im Kreis Aachen und Umgebung mit seinen Geschichten relativ weit vorne landet. So obskur, dass Thomas in Aachener Lokalitäten bereits mit Erfolg Publikum jeden Alters versammelt hat und “Kunst” inszenierte. Sowohl musikalische, als auch malerische Beiträge und Lesungen von Kurzprosa für solche Abende, die bei den Leuten gut ankamen, sind auf Thomas Habenseite zu verbuchen. Zudem hat er eigene Kurzfilme vor Publikum zeigen dürfen. So obskur ist diese Clique von Studenten, dass Nina Engagements im Bereich der Erwachsenenbildung und Deutsch als Fremdsprache ausführt. Schade, dass ein Journalist wie Rainer Meyer sich nicht die Mühe macht, über Leute zu recherchieren, ehe er sie verunglimpft.
Zudem findet Rainer Meyer es bescheuert, im Web über seine eigenen Niederlagen zu bloggen, die keine sind. Gemeint ist das Blog zum Kurzgeschichtenwettbewerb, das als Anlaufstelle für all jene gilt, die am Kurzgeschichtenwettbewerb teilgenommen haben und es ein Stück weit auch als ihr eigenes Projekt betrachten. Zum Teil finden sich unter den Beiträgen 30, 40 Kommentare, weil engagierte SchreiberInnen untereinander und mit uns, der “obskuren Studentenclique” in einen Dialog treten möchten. Sie machen Vorschläge, an welche Verlage man sich noch wenden könnte.
Rainer Meyer stellt Fakten? Informationen? Dinge? in den Raum, ähnlich wie Oskar Lafontaine hin und wieder, die er nicht stützen kann. Ebenfalls im Jahr 2007 habe ich ein Romanprojekt von mir per Book on Demand veröffentlicht. Für Rainer Meyer ist das offenbar ein Grund, zu unterstellen, ich hätte unheimlich viele Absagen kassiert (einen entsprechenden Kommentar in der Blogbar hat Rainer Meyer kurz nach der Veröffentlichung wieder entfernt, zumindest aber der Verantwortliche für diesen Bereich bei der Blogbar). Rainer Meyer kommt offenbar nicht auf die Idee, dass ich keine Absagen erhielt, weil ich mich nicht um einen Verlag bemühte. Ich wollte etwas Gedrucktes. Diesen Wunsch hegen mit Sicherheit einige Leute. Allerdings schreibe ich an anderen Romanprojekten, für dich ich mir persönlich auch vorstellen kann, die Suche nach einem Verlag wirklich anzustrengen. Ich schreibe gerne und viel. Schreibe auf diesem Blog, auf meinem Privatblog, bin dabei ein neues Portal aufzubauen und habe Essays im Web veröffentlicht und bin schreibendes und ausführendes Mitglied der IchSpiele-Redaktion. Falls Meyer, der selbst bereits einen Roman veröffentlicht hat, weiß, was es heißt zu schreiben, sollte er eigentlich mit ein bisschen mehr Nachsicht reagieren. Denn: Ganz nebenbei studiere ich noch. Meyer macht aus mir eine One-Man-Show. Das bin ich auch, ich tue, was ich kann, und hoffe darauf, dass ich eines Tages die Früchte meines Fleißes werde ernten können.
Kommen wir noch mal zurück zur obskuren Studentenclique. Wir haben uns eine Menge Arbeit gemacht, 83 Geschichten zu sichten, zu lesen, zu beurteilen, haben teils Feedback gegeben und zu guter letzt haben wir mit allen 83 Teilnehmern kommuniziert. Wir hatten eine mündliche Vereinbarung mit einem Verlag, der jedoch nach Erhalt des Manuskriptes leider irgendwann keinen Mucks mehr von sich gegeben hat. Das ist schade, bringt uns aber nicht um. Um die Kommunikation zu kanalisieren, haben wir auch das Blog als Medium gewählt und kommunizieren hierüber mit allen Teilnehmern, vor allem mit denen, die sich für das Projekt interessieren.
Rainer Meyer tut zudem so, als würde ich mir anmaßen, mich “Chefredakteur” zu schimpfen. Ich nenne mich so, weil ich für die Blogs hier und die anderen Projekte die Federführung trage und in der Vergangenheit auch Aufgaben übernommen habe, die ein Chefredakteur durchaus übernimmt. Terminmanagement gehört genauso dazu wie Kontaktpflege. Meyer nennt das Ergebnis von “Sajonara Blogverlag” nicht marktorientiert. Das liegt daran, lieber Herr Meyer, dass niemand hier Geld verdient mit dem, was dabei herum kommt, sondern das tut und getan hat, weil es ihm Spaß macht. Die Studentenclique hat für die Stunden Arbeit den Dank der Autoren erhalten und ist damit zufrieden. Der “Sajonara Blogverlag” ist eine Bezeichnung, die durchaus beschreibt, worum es hier geht. Es werden Blogs und Webseiten veröffentlicht, unter dem Label von Sajonara, die durchaus keine Gewinnerzielungsabsichten haben. Denn im Augenblick ist all das hier nur zu einem Zweck da, für die Leser. Und all das, was unter dem Label firmiert, wird prospektiv dennoch auf eine Linie gebracht, weil ich nicht weiß, ob ich nicht wirklich ein Mal mehr möchte, als “nur” die Kosten für Webspeicherplatz und Domains einzunehmen. Es geht hier nicht um Geld, Don Alphonso, deshalb kann man auch die Projekte nicht mit den Kriterien bewerten, die für Adical und andere blogosphärennahe Projekte und Unternehmungen gerne herangezogen werden dürfen.
Mea maxima culpa: Den einzigen Fehler, den ich gemacht habe, war derjenige, der Kunstfigur nicht nach dem Mund zu plappern, deshalb nennt er mich einen Lügner. Ich habe es gewagt, zu sagen, dass er Beiträge zensiert. Er tut es, noch heute. Er nutzt die Kanalisierungsfunktion des Mediums und weiß, wie er die zweite Seite der Medaille vergessen macht. Ich bin jemand, der gerne beide Seiten der Medaille zeigt. Das hat ihm nicht gepasst. Jetzt frage ich mich aber, warum die Person hinter der Kunstfigur andere Leute desavouiert?! Und Elan und Engagement in den Dreck zieht, das nicht obskur oder bescheuert sein will, sondern von Dauer und mit Nachdruck.
Blogbar, Don-Alphonso, Rainer-Meyer, Sieben
Und wie ist deine Meinung?
also ich bin durch die blogbar hier herkommen. und eigentlich wollte ich mich mit dir solidarisieren, weil don alphonso schon manchmal ziemlich unfaire bzw. einfach überzogene urteile abgibt.
nachdem ich mir den sieben-blog angeschaut habe, muss ich aber sagen: naja so ganz unrecht hat er ja nicht.
hier deine selbstbeschreibung aus deiner “pressemitteilung”:
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Über Sajonara-Blogverlag
Der Sajonara-Blogverlag ist ein noch junges, bislang kleines, Einmann-Projekt von Alexander Trust. Der Blogverlag gibt bisher eine Handvoll Publikationen heraus. Die derzeit größte Publikation ist das gleichnamige Sajonara Internetmagazin mit Themen aus dem Bereich Medien, Glokales, Politik und Wissenschaft. Außerdem unterstützt der Blogverlag junge, aufstrebende Leute bei ihrem Weg in die Blogosphäre. So hat der Blogverlag zuletzt dem
Nachwuchs-Journalisten Timo Heuer (15) aus Barsinghausen zu seinem Webauftritt verholfen.
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das klingt halt so, wie sich klein-fritzchen die marktwirtschaft vorstellt. wenn du deine selbstdarstellung etwas mehr in diese richtung bewegen würdest, wäre sie halt sympathischer:
“hallo ich bin alexander trust, ich interessiere mich leidenschaftlich für literatur und betreibe ein paar blogs im internet. kürzlich habe ich timo, dem neffen meines freundes, geholfen, wordpress einzurichten.”
beide beschreibungen beschreiben ja den gleichen sachverhalt. natürlich kann man sich blogverlag nennen. denn im marmorkuchen ist ja auch kein marmor. aber dann muss man damit leben, daß manche leute einen halt für einen klugscheisser halten.
my2cents,
matthias
p.s.: als ökonom hatte ich es auf defizite in meiner ausbildung geschoben, das wort “glokales” in deiner navileiste noch nie gehört zu haben, und hatte fast ein schlechtes gewissen. die nachfrage bei google ergab aber weltweit nur satte 347 treffer. das beruhigt mich jetzt doch irgendwie. scheint nur punktuell aufzutreten, irgendwie aber schon verstreut. vermutlich halt auch irgendwie glokal, das mit dem glokal. na dann passt es ja.
Die Selbstdarstellung im Blog von Sieben bspw., ist viel umgangssprachlicher. Aber eine Pressemitteilung hat halt einen anderen Ton. Es klingt absurd, aber die Pressemitteilung lesen andere Leute als die Selbstbeschreibung der Autoren auf dem Blog. Damals war Timo gerade frisch dabei und Sajonara in den Top 100 Dt. Blogcharts. Ich hab heute weniger Zeit zum Bloggen als noch damals, und Timo ist mittlerweile allein für seine Domain verantwortlich. Damals war mehr noch eine Aufbruchstimmung, damals war ja auch der Verlag noch mit seiner Zusage dabei, eine Anthologie zu veröffentlichen, und ich hatte noch andere Ideen, die ich aber als One-Man-Show einfach zeitlich nicht alle realisieren kann. Ich hab noch weitere Domains registriert, und Ideen für Blog-Formate oder Portale über Literatur oder Trödel, zum Teil schon aus der damaligen Zeit. Aber anders als Don Alphonso in der Blogbar es kritisiert, versuche ich nicht, Leute für billig Geld (AAL) irgendwo einzuspannen. Ich hab kein Geld und das kann ich verteilen.
Das wissen die Leute, und drum kann ich nur das tun, was ich mit meiner Schaffenskraft wirklich realisieren kann.
Ich selbst bin ja hier auf Sajonara nicht am Nölen, dass ich für all das kein Geld krieg. Aber ein Rainer Meyer kommt nun daher und nimmt mein persönliches Engagement, für das ich nie wirklich Geld in Rechnung gestellt habe, als Beispiel zu missbrauchen für Dinge, die in der Blogosphäre falsch laufen? Wenn ich die Nummer 1 im Geldverdienen werden wollte, so wie mancher minderjährige Nachwuchs-SEO, der ein Gewerbe angemeldet hat, etc. pp. – und wenn bei dem am Ende sich ein Schuldenberg anhäufen würde, oder keine Aufträge reinkämen, würde ich ja verstehen, dass man zu einer Charakterisierung wie dieser kommt.
Und na ja, genau… Glokales ist eben ein Neologismus aus Lokalem und Globalem. In der Rubrik werden Themen veröffentlicht, die zwar persönlicher Natur sein können, aber mitunter Auswirkungen auf ganz andere Bereiche haben. Wortschöpfung wird erlaubt sein, wenn man, wie ich, tagaus tagein kreativ mit Worten umgeht. Oder wo Leute von globar Bedeutung auf lokaler Ebene aktiv werden.
Zufällig kann ich beisteuern, daß “glokal” ein durchaus bekanntes Wort ist. Roland Robertson hat es bzw “glocalisation” sich ausgedacht. Das Wort entstammt der wissenschaftlichen Diskussion der Globalisierung. Es passt auch nirgends besser als in einem Blog (lokal vs global). Zum Weiterlesen:
Robertson, Roland. “‘Glocalization: Time-Space and Homogenity- Heterogenity.”‘Global Modernities. Eds. Mike Featherstone, Scott Lash and Roland Robertson. London: SAGE Publications, 1997. 25-44.
Zitat Rainer Meyer:
das ist rufmord.
auf dieser ebene würde ich nicht mehr diskutieren. rainer meyer kreischt verzweifelt nach anerkennung, die er nicht bekommt, weil er einfach auf jedem publizistischen gebiet versagt hat (ein spaß, beispielsweise nach liquide, seinem ersten regalbeschwerer, zu googlen – im manager-magazin wurde detailliert beschrieben, wie er versucht hat, das buch zu hypen). er gebärdet sich als netzversteher, während die, die er so sehr hasst, dass es ihn fast zerreißt, erfolg haben.
für jeden außer seinen fünf kommentatoren ist er eine witzfigur (in der faz stand, er sehe aus wie kurt beck, das erklärt einiges), die ihren eigenen misserfolg erfolgreich verdrängt hat, indem sie sich in tortenfotografie, militärmetaphern und kryptischem quatsch ergeht. der mann befindet sich im krieg mit seinem eigenen versagen. also entweder ignorieren oder abmahnen. aber auf keinen fall diskutieren.
Gute Antwort auf Dons Laberei.
Ach, Don Meyer hat halt einen extremen Tunnelblick, und ist passend dazu stark egozentrisch veranlagt. Man darf seine Äusserungen, trotz seiner gerne absolutistischen Ausdrucksweise halt nur als das sehen, was sie faktisch sind: mehr oder weniger reflektierte Meinungsäusserung auf Basis seines durchaus verschrobenen Weltbildes. Über obiges Zitat [#5] kann man nur schmunzeln, und vielleicht eine kleine Portion Mitleid für ihren Autor aktivieren – der Rahmen seiner Möglichkeiten scheint mir angesichts dessen jedenfalls bemitleidenswert.