Veröffentlicht am 30. Juni 2008 von Alexander Trust
Holtzbrinck hat in der Vergangenheit gezeigt, dass es ihnen nicht ganz egal ist, wenn die Bezeichnung VZ im Domainnamen vorkommt. Privatleute oder kleinere Projekte wurden seinerzeit abgemahnt. Regelmäßige Leser dieses Blogs werden sich daran erinnern. Auch an RotlichtVZ, eine Abzocker-Gelegenheit aus der Schweiz, die sich mittlerweile selbst ins Abseits der Insolvenz geschoben haben, mögen die Leser sich erinnern. Stevie O und Sajonara (1, 2, 3) haben drüber berichtet. Glück für die Betroffenen im Falle RotlichtVZ, dass dieser spezielle Fall sich quasi von selbst erledigt hat.
Der Grund, warum ich keinen Screenshot von KontakteVZ anbiete, ist einfach zu erklären: Das Hardcore Videoportal, wie es sich selbst schimpft, lichtet zum Teil erotische Bilder ab, und ich würde eventuell gegen den Jugendschutz verstoßen, lichtete ich die Bilder ab. Holtzbrinck wird wohl auch im Fall von KontakteVZ eher nicht aktiv werden. Abzocke haben die Nutzer in diesem Fall nur indirekt zu befürchten. Indes bietet KontakteVZ nicht die Funktionalität eines Social Media Portals sondern ist eine einzige Mausefalle. Eine Seite, die mit Affiliatelinks verdienen möchte. Angeboten wird die Seite von keinem Unbekannten, sondern einem M. M. aus Frankfurt am Main. Im Internet gibt es eine Menge Hinweise auf die Machenschaften von dem Mann, u. a. gibt er eine Verbraucherschutz-Seite heraus, die offenbar alles andere als den Verbraucher zu schützen vorhatte (vgl. Verbraucherrechtliches aus 2007). Oder von ICQ Spam wurde in 2005 berichtet, mehr zu M. M. übrigens in der Suchmaschine eures Vertrauens.
KontkteVZ ist aber alles andere als ein Hardcore Videoportal. Was es dort zu sehen gibt, sind Werbebanner und Affiliate-Links auf Privatamateure.com – Diese Seite ist jedoch nicht im Besitz von M. M. Generell ist Privatamateure ein stinknormales Dienstleistungsangebot, tja, wären da nicht die AGBs, wie wir sie zu Hauf bei derlei Angeboten finden. Es wird nämlich immer ein Hintertürchen offen gelassen. Der Nutzer kann sich zu keiner Zeit sicher sein, dass die Person auf den Fotos auch der Person entspricht, die den Account bedient. Wir “können” auf den Leim gehen und müssten damit leben, wenn es so wäre. Und ohne Fakten liefern zu können, die das belegen, muss man es bei Vermutungen belassen. Es kann so sein, dass auch die Betreiber dieser oder ähnlicher Seiten gerade damit Schindluder treiben, und Leute engagieren, bzw. selbst Hand anlegen, Profile erstellen, anderen Leuten Sand in die Augen streuen, bzw. mit der Hoffnung anderer herumspielen.
Und Holtzbrinck? Holtzbrinck hat kein Saubermann-Image. Holtzbrinck hat ökonomische Interessen, deretwegen mitunter der Maxime nach gehandelt wird “der Zweck heiligt die Mittel”. Warum mahnt Holtzbrinck vor der Einführung von MeinVZ Privatpersonen ab, sucht aber den Konflikt mit zwielichtigen Unternehmern zu meiden?! Wahrscheinlich wohl, weil eine Krähe der anderen kein Auge auspickt. Einen Interviewwunsch von Seiten Sajonaras hat man bei StudiVZ abgelehnt, ich habe nicht viel Hoffnung, dass eine Reaktion auf eine Bitte um Stellungnahme in diesem Fall erfolgen wird. Aber: man soll nie nie sagen. Tee trinken. Abwarten.
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