11. July 2008

Erste Erfahrungen mit dem App Store: Amerikaner rechnen gerne Trinkgelder

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Apple hat kürzlich einen großen Wurf gelandet, und zwar hat man die neue Betriebssystem-Version für iPhone und iPod Touch herausgebracht. Ich vergaß zu erwähnen, dass das die gleiche Version ist, die bereits auf dem neuen iPhone 3G aufgespielt ist. Alte Apple-Mobiltelefone, MP3-Player und die neuen Handy-Brocken können jetzt allesamt im schönen neuen App Store einkaufen.

Schöne neue Spielewelt

Ich gebe zu, es gibt durchaus reizvolle Programme und Spiele. In meiner Funktion als Chefredakteur bei IchSpiele, ist es mir durchaus Recht, dass mir demnächst potenzielle Testmuster auf meinem iPod Touch zur Verfügung gestellt werden können, noch dazu wo mit SEGA, Electronic Arts und Hudson auch bekannte Spielehersteller schon den Schritt auf’s iPhone OS 2.0 gewagt haben. Wie das mit der Distribution von Rezensionsexemplaren in Zukunft funktioniert, obgleich der Vertrieb der Software nur via App Store geschieht? – Ein Amerikaner war’s, von Freeverse, der als erster auf meine Frage antwortete (SEGA und EA hatte ich ebenfalls angemailt – wohl aber außerhalb der Bürozeiten, wohingegen die Amerikaner ja in den deutschen Abendstunden erst für uns erreichbar werden).

Rezensionsexemplare via Gutschein

Programme oder Spiele gibt es als Rezensionsexemplar über den Umweg Gutschein(code). Da allerdings das amerikanische iTunes ein anderes Gutscheinsystem benutzt, bot mir Freeverse Pressemitarbeiter Akaka zum Beispiel an, via Paypal den entsprechenden Betrag anzuweisen, den ich hierzulande für das entsprechende Spiel bezahlen muss. Die Amerikaner sind also sehr zuvorkommend, auch wenn es darum geht, den deutschen Markt zu erschließen. Nachdem ich das Upgrade meines iPods dann vorhin beendet hatte, begann ich mit einer ersten Sichtung der Anwendungen.

Bildung unterdurchschnittlich

Ich fing an mit der Kategorie “Bildung”. Entweder sind die Programme darin hoffnungslos überteuert, bis zu 31,99 Euro kann man für ein Programm ausgeben. Oder aber sie sind wenig spektakulär, um nicht zu sagen nutzlos. Aufgefallen ist mir außerdem, dass man Bewertungen für ein Programm abgeben kann, ohne es gekauft zu haben.

Trotzdem erhielt ein Anatomie-(Lern-)Programm besonders schlechte Bewertungen. Ein Mal wurde der Preis moniert, ein anderes mal, dass es in Englisch sei, und deshalb würde derjenige, der es rezensiert/bewertet hat, auch nicht kaufen wollen. Ich finde es ehrlich gesagt mehr als ungeschickt, wenn Apple die Bewertungspraxis beibehält. Ein Programm bewerten können sollten bloß diejenigen Nutzer, die es auch heruntergeladen und/oder gekauft haben. Es gibt auch kostenlose Programme im App Store. Von den ersten 500, so wurde versprochen, insgesamt 25%. Man sollte sich indes nicht wundern, wenn die meisten davon eher weniger taugen.

Finanzen ungleich Business

Wer jetzt denkt, in der Kategorie Finanzen unheimlich viele, großartige Finanzverwaltungsprogramme zu finden, der irrt. Deutlich geworden ist mir aber, dass die Amerikaner scheinbar gerne Trinkgeld geben – so meine Vermutung, nachdem 9 von derzeit 16 Programmen in der Kategorie Finanzen solche sind, die zum Berechnen des Trinkgeldes da sind. Eines ist kostenlos (CheckPlease) und wird damit wahrscheinlich alle anderen Anbieter solcher Programme ausstechen. Tipper, BigTipper und Tips markieren mit glorreichen 1,59 Euro das obere Ende der Fahnenstange. Tipulator verspricht in der Produktbeschreibung sogar, Spaß in die Berechnung des Trinkgeldes zu bringen, und das für 0,79 Euro. So viel kosten dann auch TipCalc und Tip Calc – kein Scherz, es sind wirklich zwei unterschiedliche Programme -, so wie auch iTip und Gratuity.

Hab ich eines vergessen? Ich hoffe nicht. Zum Glück gibt’s ja noch die Kategorie Wirtschaft. ;) Vielleicht finden sich dort ja die “Business”-Programme. Doch meine zweite Annahme war zudem, dass es Amerikanern wohl ziemlich schwer fallen muss, Kopf zu rechnen, wenn sie nicht in der Lage sind ihr Trinkgeld auszurechnen. Es kommt dabei ja schließlich nicht aufs Zehntelprozent genau an, oder? Doch genau solche Sperenzchen bieten die Trinkgeld-Rechner allesamt an. Also jetzt doch nicht generös, die Amis? Oder wie?!

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Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 1 Kommentar


Ein Kommentar

  1. Pingback von App Store - Bewertungen nur bei Kauf möglich | Sajonara.de - Internetmagazin
    September 27, 2008 · 8:52 pm

    [...] man bei Apple aus Schaden klug. Als Sajonara sich zum Beginn des App Stores eine Reihe von “Trinkgeld“-Programmen angesehen hatte, fiel uns bereits auf, dass Bewertungen/Rezensionen vielfach kaum [...]

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