22. August 2008

Zwischen Klingeln und Steckdosen

Wenn wir hinaus zum Fenster schauen, sehen wir in der Regel irgendwann den Himmel ganz weit oben. Es gibt Leute, die das nicht können, weil sie hinter, wie man sagt, schwedischen Gardinen sitzen. Viele davon sitzen zurecht im Gefängnis, sind eingesperrt, weil sie der Gesellschaft, den Menschen um sich herum Schaden zugefügt haben. Doch es gibt auch solche, die unschuldig eingesperrt sind. Und es gibt im Leben auch solche, die vom selben bestraft werden. Sie leiden an unheilbaren Krankheiten und plagen sich täglich, zu leben.

Wir sollten froh sein, darüber, dass wir in der Lage sind, Steckdosen und Klingeln zu montieren, so wie ich es heute Nachmittag getan habe, in meiner neuen Wohnung. Aber erst, nachdem der Postmann zwei Mal geklingelt hatte und meinen neuen Bildschirm vorbei gebracht hatte. Vor zwei Tagen erst bestellt, heute schon geliefert. Ein Luxus, wenn man mich fragt. Sowohl der Bildschirm, und selbstedend die prompte Lieferung. Die geschah übrigens, ohne dass ich für einen Expressversand extra bezahlt hätte.

Und nun sitze ich vor dem Bildschirm, habe vor mir einen Katalog liegen, mit Erzeugnissen aus der Comic-Welt. Ich habe schon zu Kindertagen sehr gerne Comics gelesen, auch solche, die nicht aus den Federn amerikanischer Zeichner stammten. Was mir beim Blättern durch den Katalog auffällt, mal wieder ins Auge fällt, ist folgendes: Wir leben in einer Welt, in der es so unheimlich viele Einflüsse gibt, dass wir gar nicht anders können, als uns zu entscheiden. Gerade das wird uns aber nicht immer einfach gemacht. Gerade meine Generation profitiert davon, dass unsere Eltern und Großeltern es “schlechter” hatten, und nun wollen, dass wir es mal “besser” haben.

Wir wachsen auf in einem Umfeld, dass das Entscheiden nicht gerade einfach macht, weil uns viele Entscheidungen einfach abgenommen werden. Leute meinen es nur “gut” mit uns, und wissen am Ende gar nicht, dass sie uns mit ihren Wohltaten immer auch ein Stück unserer Selbständigkeit berauben. Mein Credo ist: Nutzen wir die Zeit, die uns bleibt. Ich bin ein mehr als aktiver Mensch, was den Austausch von Informationen angeht, doch gerade der Überfluss daran macht mir so sehr zu schaffen, weil ich lieber viele Dinge mitbekommen würde, anstatt nur wenige. Um aber in Gebieten Fortschritte zu erzielen, muss man sich notgedrungen im Management von Ressourcen üben. Also übe ich mich. Prioritäten setze ich schon eine ganze Weile. Und ich bin mir sicher, das Bloggen möchte ich in Zukunft weiter treiben.

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