29. August 2008

Billige Marke Games Convention

René Meyer kommentiert den Umzug von Leipzig nach Köln. Gemeint ist der Wechsel des Standorts für Europas Leitmesse im Bereich Computer- und Videospiele. Glaubt man Meyer, hat der Branchenverband eine Marke verramscht, respektive lässt der BIU die Marke Games Convention nun verkommen. Tut er das wirklich? Vielleicht sind dies machtpolitische Spielchen, wie einst, als mit ARENA unbedingt jemand Premiere die Übertragungsrechte für die Fußballbundesliga abspenstig machen musste.

Die Quittung hat ARENA nach nicht einmal zwei Saisons erhalten. Wenn der BIU nun Pech hat, wird er mit der gamescom in Köln ein ähnliches Schicksal erleiden? Dies erachte ich für eher unwahrscheinlich, denn trotz eines Votums von SEGA für Leipzig bleibt alles andere reine Spekulation. Von Wackelkandidaten war die Rede. Wahrscheinlich aber in einem Ausmaß, das Wechselspekulationen in eben jener Fußballbundesliga gleich kommt. Natürlich heißt das jederzeit, dass wir eines besseren belehrt werden könnten. Abwarten. Tee trinken. – So muss unsere Devise lauten. Nächstes Jahr um diese Zeit wird die Games Convention 2009 entweder zu einer Farce verkommen sein, oder aber mächtig viel Wirbel in die Waagschale geworfen haben.

Ich habe dieses Jahr zum ersten Mal hautnah die Anspannung rund um die Messe miterlebt, da ich die Redaktion von IchSpiele in meiner Funktion als Herausgeber und Chefredakteur bei ihrer Arbeit betreut habe. Leipzig hat vieles gehalten, was sie versprochen haben. Meyer sieht die Gründe für einen Umzug als konstruiert an und ist sehr skeptisch, was den Umzug angeht. Wäre ich prinzipiell auch, doch meiner Meinung nach sollte man dem Ganzen nun auch eine Chance geben, zu zeigen, was daraus werden kann.

ARENA hat’s versucht und ist im medialen Treiben untergegangen. Das liebe Geld spielt eben auch eine Rolle. Vielleicht kann die Stadt Köln, die nicht nur vorgibt, weltoffen zu sein, und den Weltjugendtag und andere Großevents gemeistert hat, zeigen, dass sie der Industrie und den Spielern und Journalisten ein neues zu Hause bieten kann. Ein Argument für Köln habe ich aber auf jeden Fall schon gefunden: von meiner alten Adresse aus, wäre ich sowohl mit dem Zug wie auch mit dem Auto in nicht mal 15 Minuten auf dem Messegelände. Versteht sich von selbst, dass die Messe gerade darauf keine Rücksicht genommen hat. ;)

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