31. August 2008

Exklusivität hat ihren Preis: Weltkrieg

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Die Russen dürfen ihren Willen nicht durchsetzen und die Iraner ebenfalls. Die Amerikaner hätten es gerne, wenn nur sie Waffensysteme bauen könnten, wenn nur sie (und ihre Verbündeten) Atomwaffen besäßen. Sobald ein anderer sich das Recht heraus nimmt, etwas zu tun, was für die Amerikaner zur Normalität geworden ist, schießen sie mit verbalen Kanonenkugeln auf demagogische Spatzen.

Die Amerikaner halten sich für die Welt und riskieren einen Krieg derselben, nur um ihre Vorstellung von kapitalistischer Lebensart durchzudrücken? Zuletzt reagierten die Iraner wenig erschrocken, als Israel und USA ihnen drohten, notfalls mit Waffengewalt den Bau von Atomanlagen zu verhindern. So wie ich mir nicht von Gästen diktieren lassen wollte, welche Musik ich in meinen 4 Wänden zu hören habe, reagieren auch Russen und Iraner. Zumindest, wenn man die Dinge grob analysiert. Wenn man einen Schuldigen sucht, wird man solche auf beiden Seiten finden.

Wenn man sich aber nach dem Klügeren umguckt, so scheint er niemals auf der vermeintlich “unsrigen” Seite zu stehen. Teile Europas standen auf, um gegen den Irak-Krieg zu demonstrieren und die Regierungschefs der Länder stellten sich hinter ihr Volk. Meistens jedenfalls, wenn ihr Machthunger nicht größer war. Warum müssen wir Nachrichten wie diese überhaupt tagtäglich vernehmen? – Der Iran droht “bei Angriff” mit Weltkrieg, die Russen haben keine Angst vor einem Kalten Krieg. Und prompt hätten wir zwei Verbündete im Geiste gefunden, die sich nur zusammen raufen, weil manche den Hals nicht vollkriegen.

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Kategorie Media · Autor · 2 Kommentare


2 Kommentare

  1. Kommentar von CS
    September 1, 2008 · 1:59 pm

    Das eigentlich “lustige” am Georgien Konflikt ist die Selbstverstaendlichkeit mit denen USA das Eingriefen Russlands kritisiert, waehrend die gleichen Politiker vor einigen Jahren versuchten den Irak Krieg zu legitimieren.
    Zum Scherzen aufgelegt scheint auch Europa, denn diese moechten mit einem beihnahe Diktator sich verbuenden und den Eintritt in die NATO frei machen, weil die armen Georgier keine andere Wahl hatten als anzugreifen.
    Viel viel lustiger ist allerdings, dass hier keine wirklich selbstlos eingreift. Georgien liegt strategisch fuer den Transport von Rohstoffen (Erdgas? Ich weiss es nicht mehr) und war schon seit langem im Visier politscher Spielchen.
    Und jetzt kommt fuer mich die Pointe: In Afrika haben Voelkermorde Tradition (z.B. Ruanda) und daran wird sich nichts aendern. Weil solange man den Daumen auf Afrika drueckt kann man Rohstoffe besser auspressen. Da machen alle froehlich mit und schicken Konzerne zur heiteren Ausbeute. Natuerlich sterben jetzt zwei.. drei Menschen dabei, aber wo gehobelt wird da fallen Spaene.
    Merkwuerdig, dass diese _offensichtliche_ Heuchelei nicht gut aufgenommen wird.

  2. Kommentar von Frederic Schneider
    September 1, 2008 · 9:35 pm

    Der Iran kann viel drohen, eine Chance haben die Mullahs eh nicht. Und ich betrachte das Regime in der Tat als Gefahr, nicht die Vereinigten Staaten. Gleichwohl nimmt sich die USA manchmal zu wichtig. Das darf aber keine Legitimierung für die Russen sein, in Georgien einzumaschieren.

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