Der Rest vom Blogschrott
{5}Neuer Besitzer, alte Inhalte… – für einige Zeit waren es sogar neue Inhalte, die aber wenig Inhaltliches zu bieten hatten. Wie jeder dort draußen, so hat auch der Eckl Licht und Schatten. Da ich selbst von Don Alphonso für meine Bemühungen immer wieder mein Fett weg bekommen habe, sollte ich nicht mit Steinen aus dem Glashaus werfen, allerdings wundern mich einige Dinge beim Verkauf von Blogschrott doch sehr.
Noch am 10. August suchte Yannick jemanden, der ihm ein neues Logo designte. In der Folge dann wollte er sein Blog komplett abstoßen und fand, wie es scheint, einen Käufer in Herrn X. Dieser bekam prompt die Quittung für sein Vorgehen mit Layer-Ads und RSS-Feedreader-Werbung. Die Blogosphäre tat ihren Unmut darüber kund.
Yannick allerdings rüpelte ebenfalls durch Kommentare, weil er gereizt gegenüber Vorurteilen auftritt, die seine junge Geschäftsfähigkeit in Frage zu stellen scheinen. Es ist so eine Sache mit der Geschäftstüchtigkeit. Ich erinnere mich noch gut, kein halbes Jahr ist es her, dass ich mich beim Blogschrott-Blogger erkundigte, ob er nicht mit mir und anderen, innerhalb Deutschlands Turniere in Videospielen veranstalten wollen würde. Jeder Blog würde darüber berichten und wir hätten uns auf die Suche nach Sponsoren gemacht. (Anfang Oktober wird stattdessen in Remscheid ein ProEvo-Turnier stattfinden, näheres dazu, wenn ich die Seite eingerichtet habe und die ersten Teilnehmer vielleicht sogar samt Konterfei eingetragen haben werde.) Die Resonanz unter den mir bekannten Bloggern war bescheiden, drum hat sich innerhalb der Blogosphäre in dieser Sache (noch) nichts ergeben. Leider!
Warum ich diese Geschichte gerade herausgreife? Ich könnte in meiner ICQ-History suchen und das Gespräch mit dem Jungunternehmer heraussuchen, der z. B. in den Blogkommentaren beim Stoibär gereizt die falschen Töne anschlägt und mit Vorurteilen gar nicht gut umgehen kann, wie es scheint. Yannick wird Arroganz attestiert, er selbst nennt es gesundes Selbstbewusstsein (vgl. Kommentare bei Basic thinking).
Die Katze aus dem Sack? – Gut, also, was mich irritiert bei der ganzen Sache: Warum regt Yannick sich dermaßen darüber auf, und vor allem, warum hat er sein Blog überhaupt verkauft? Letzteres kann nur er uns beantworten. Zu ersterem möchte ich die Anekdote aus dem ICQ-Chat stiften, natürlich nicht zitierend, aber sinngemäß: Denn damals meinte der ehemalige Blogschrott-SEO zu mir, dass er wegen der Videospielturniere nicht adhoc zusagen könnte, sondern vorher seine Eltern fragen müsste, weil er schließlich ihren Wohnraum für die Aktionen zur Verfügung stellen müsste.
Das ist nicht im Geringsten peinlich, sondern in meinen Augen ganz normal. Aber das zeigt eben die Limitiertheit von Yannicks Entscheidungsspielräumen. Warum gebiert er sich auf der einen Seite total erwachsen und pfeifft Leute an, die seine Minderjährigkeit in den Fokus stellen, wenn sie seine Geschäftstüchtigkeit bewerten? Und warum muss er in anderen Dingen dann Mama und Papa erst fragen? Vielleicht liegt aber ja gerade da der Hase im Pfeffer begraben.
Ich für meinen Teil werde den neuen Besitzer der Domain anschreiben, dass ich dem Verkauf meiner Daten nicht zustimme, und er sie entweder löschen kann, oder aber Gefahr läuft, sich mehr als nur unbeliebt zu machen. Ich hab bei Yannick kommentiert und nicht bei Herrn X. Ich habe mit Herrn X keinen Vertrag, und Yannick als dt. Blogger hat natürlich seine LeserInnen darüber aufgeklärt, dass Daten auch in Form von Kommentaren gespeichert werden. Vom Verkauf war jedoch dort nie die Rede. Mal schauen, wie X die Sache sieht.
Und, bevor jemand denkt, ich wollte ihm Böses. Ganz im Gegenteil, ich versuche nur, zu verstehen. Denn gut fand ich bspw., dass Yannick sich von Trigami gelöst hat, und einsah, dass er gegen die AGBs dort verstieß. Konsequenter, als die Hinhaltetaktiken manch anderer Jungblogger, frei nach dem Motto: Wenn die nichts sagen – ich sag auch nichts. Das wiederum zeugt von keinem wirklichen Unrechtsbewusstsein bei den anderen, sehr wohl aber bei Yannick.
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Tags Blogschrott, Seo, Verkauf, Yannick-Eckl
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 5 Kommentare

September 1, 2008 · 2:41 pm
Wer zahlt die Miete, ich oder meine Eltern?
September 1, 2008 · 2:47 pm
Du brauchst keine rhetorischen Fragen stellen, wenn du meinen Text verstanden hättest. Ich weiß, wer die Miete zahlt, drum hab ich’s nie in Frage gestellt.
September 1, 2008 · 6:04 pm
Klare, wohltuende Worte mildern vielleicht den ganzen Umstand rund um Yannicks vermeintliche Adoleszens. Die Sache, warum er es wahrscheinlich nicht kapiert ist, dass wir hier nur über einen Bildschirm und in Zeichen, nicht aber mit Geste, Mimik und Lautstärke mit ihm kommunizieren. Er kann das Internet abstellen und sich frei machen, schließlich hat er immer noch die Entschuldigung, dass er noch nicht volljährig ist und keiner ihn für “voll” nehmen muss. Wie oft habe ich erlebt, dass Yannick die Ernsthaftigkeit fehlte. Ich erinnere an das Projekt “Netpaper”, aus dem Yannick als Mitbegründer plötzlich ausstieg und auch schon im Vorfeld Dinge nicht fristgemäß erledigte.
Aber dem Internet, seinen Ideen und Umsetzungen nun den Schlüssel “Ü 18″ aufzudrücken, finde ich schwachsinnig. Schließlich ist jugendliche Kreativität und Leidenschaft immer noch die innovativste und erfolgreichste. Haben wir schließlich an Yannick gesehen. Geschickt war er immer schon.
September 1, 2008 · 7:32 pm
Nun, das Internet hatte ja auch zu meiner Zeit, als ich mit 9,6K-Modem surfte keine Ü18-Einschränkung, und ich hab eifrig meine Seiten ins Netz gestellt, auch ohne Wordpress. Nur war’s bei mir eben Kreativität, die kein Geld verdienen wollte. Das ist der feine Unterschied, den ihm die anderen Erwachsenen unter die Nase reiben. Denn das, was ihm an Ernsthaftigkeit fehlt, missfällt denen, die ernsthaft Geschäfte machen wollen. Vielleicht wollte er mit Netpaper auch einfach nur einer Laune nachgehen und zeigen, schaut her, ich kann’s auch in PDF. *G* Warst du mit von der Partie?
September 1, 2008 · 10:03 pm
“Vielleicht wollte er mit Netpaper auch einfach nur einer Laune nachgehen und zeigen, schaut her, ich kann’s auch in PDF.”
That’s it.