Bundes-Jogi ohne Leistungsverständnis

Veröffentlicht am  25. November 2008 von  

Alle haben wir gedacht, Jürgen Klinsmann hätte Oliver Kahn aus der Nationalmannschaft geekelt. Vielleicht war er’s nicht alleine? Glaubt man Michael Ballack, dann hat Jogi nämlich ebenfalls keinen Arsch in der Hose. Pardon für diese profanen Worte.

In einem Interview mit dem Sender Premiere, so das große Springer-Blatt, hat Ballack seine Kritik an Löw eben nicht mehr bedauert, sondern sie im Grundsatz verteidigt. Der Fall Frings, so hat der vielleicht zukünftige Chelsea-Renter, schon lange vorher zum Besten gegeben, erinnere ihn an die Geschichte mit Oliver Kahn. Damals, so Ballack, sollte Oliver Kahn in einen offenen Konkurrenzkampf mit Jens Lehmann eintreten, den er aber nie habe gewinnen können.

Unser Bundes-Jogi hält also nicht wirklich was vom Prinzip Leistung. Scheint so, als hätte er die Erziehung des deutschen Bildungssystems genossen. Denn das hält ja bekanntlich auch keine großen Stücke auf das Leistungsprinzip.

Persönlich finde ich den Maulkorb für Fußballprofis im Übrigen nicht für angebracht. Mäntel des Schweigens tragen viel zu viele Leute mit sich herum. Da müssen nicht auch noch diese künstlich zum Schweigen gezwungen werden. Damit gehe ich übrigens d’accord mit Frank Rost, dem es scheinbar tierisch auf den Sender geht, dass Bundesligaprofis nicht sagen dürfen, was sie denken. So zumindest hatte dieser sich kurz vor dem Spiel gegen Werder Bremen in einem Interview geäußert.

Ich denke, dass natürlich erst der Dialog mit den Betroffenen gesucht werden sollte. Aber manchmal hilft das nicht weiter. Wenn man seiner eigenen Position Nachdruck verleihen will, muss man den Weg in die Öffentlichkeit nicht scheuen. Ich halte nicht viel davon, Dinge totzuschweigen, die eigentlich aus der Welt zu schaffen sind. Und es gibt Leute, die scheinen unantastbar und geben sich wenig kritikfähig. Solchen muss man erst Recht vor den Bug schleudern, dass sie nicht unfehlbar sind.

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