Von der Leichtigkeit des Desktops
Was ein Schreibtisch im wirklichen Leben ist, das ist der Desktop am Computer. So etwas wie der zentrale Arbeitsplatz an dem man sich aufhält. Im Gegensatz zum richtigen Schreibtisch können die meisten Nutzer ihren Desktop aber kaum sehen, weil meistens Programmfenster davor liegen. Das wäre ein Punkt, zu fragen, ob es sich überhaupt lohnt, tolle Bildschirmhintergründe zu verwenden, wenn man diese doch eh nicht zu Gesicht bekommt. Ich benutze sie trotzdem.
Doch die Leichtigkeit des Seins stellt sich bei einem aufgeräumten Schreibtisch genauso schnell ein wie bei einem aufgeräumten Desktop. Apple-Nutzer können die Startleiste mit Apfel+D ausblenden. Das können Windowsnutzer auch. Doch für den Apfel gibt’s Quicksilver. Ein Tool, das mir noch mehr die Tastatursteuerung erlaubt und mich dazu zwingt, mich auf das Wesentliche zu beschränken. Es ist eine gute Gedächtnisübung, aber eben auch ein tolles Schweizer-Softwaremesser.
Quicksilver ist eine eierlegende Wollmilchsau, die ich nicht im mindesten voll ausnutzen kann. Ein wenig so wie mit Word. Ich würde behaupten, ich kenne mehr Funktionen von Word, als solche von Quicksilver, und trotzdem…
Während man bei Windows die Programmverknüpfungen löschen muss und sie einem dann nur umständlich zur Verfügung stellen, bietet Quicksilver die Möglichkeit, mittels Eingabe des Namens Programme (und viele ihrer Funktionen) direkt zu starten. In der Folge habe ich meine Startleiste auf dem Desktop kräftig ausgemistet, es finden sich darauf nur eine Handvoll Programme und das ist wörtlich zu nehmen. Der Kalender ist eines davon, weil er mir das aktuelle Datum im Icon anzeigt.
Man möge mich nicht falsch verstehen, ich bin irgendwo auch ein Freigeist. Mein Schreibtisch daheim, er lebt von Büchern und Zettelwirtschaften, die sich stapeln. Doch das behindert mich, wenn ich ehrlich bin bei der Arbeit, so viel Kreativität sich in diesem Wust auch entfalten kann, die sonst nicht aufkommenm würde. Allerdings ist es deprimierend, einen Stapel Bücher vor sich liegen zu haben, von denen man weiß, dass man sie noch abarbeiten muss. Umso schöner, wenn man mal eines davon in den Schrank stellen könnte. Psychologisch von Vorteil ist es, wenn man alle Bücher in den Schrank räumt und immer nur jenes herausholte, mit dem man sich gerade beschäftigt.
Und so ist es denn jetzt auch mit Quicksilver. Ich habe keine Startleiste mehr, die aus allen Nähten platzt, sondern mir immer nur dann die Programme anzeigt, wenn ich sie auch starte. Wenn ich ein Programm starten möchte, öffne ich Quicksilver, tippe oft nur ein, zwei Zeichen und dank der guten Indizierung finde ich oft auf Anhieb, was ich benötige. Eines Tages werde ich mich dann noch eingehender mit Quickilver beschäftigen und mich darüber freuen, was ich alles damit anstellen kann. Bis dahin muss es reichen, dass ich den psychologischen Effekt eine schlanken Startleiste tagtäglich erlebe.
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