Dem Bürgerjournalismus in Deutschland im Weg
Nicht nur, aber eben auch im Bereich Computer- und Videospiele, habe ich journalistische Erfahrungen gesammelt. Viel eher noch habe ich erste Schritte im Internet unternommen. Beide Sphären zusammen ergeben ein Bild von einer – nennen wir sie – sozialen Schieflage (in Deutschland).
Ich muss sagen “in Deutschland”, weil ich eben keinerlei Erfahrung damit habe, wie Blogger, Bürgerjournalisten und schlicht und ergreifend interessierte Bürger in anderen Ländern mit ihren lokalen Informationsgebern interagieren. In Deutschland habe ich die Erfahrung gemacht, dass unheimlich viel von der eigenen Reputation abhängt (und vom eigenen Engagement).
Die erste Größe überwiegt bei weitem, weshalb ich den zweiten Faktor in Klammern gesetzt habe. Egal, wo ich als Blogger, interessierter Leser, oder in sonstiger Funktion anfrage, werde ich nicht immer mit offenen Armen empfangen. Ganz anders im Ausland. Da ich mich in einigen anderen Sprachen halbwegs in schriftlicher Form auszudrücken verstehe, fällt es mir nicht schwer, Anfragen an Personen oder Firmen aus dem Ausland zu stellen, mit der Bitte um Informationen, ein Interview oder ähnliches mehr.
Die Erfahrung lehrt mich, dass ich im Ausland mehr Möglichkeiten habe, an Informationen zu kommen, als in Deutschland selbst. Hier sind die Leute oft zugeknöpft. Da ich (mittlerweile) nur ein Pagerank 3-Blog führe, oder andere Webseiten betreue/unterhalte, die natürlich nicht die Reichweite und Besucherstatistiken von etablierten Seiten aufweisen, wird mir der Zugang zur Information oft versagt.
Es gibt, vor allem im Bereich des Web (2.0), Firmen, die durchaus wissen, dass jeder Multiplikator wertvoll sein kann. Allerdings ist das bei Institutionen, die wenig Erfahrung mit dem Internet haben, und vor allem deren Personen und Entscheidern, eher nicht der Fall. Solche, die in so einer Situation über Wohl und Wehe des Informationsflusses zu entscheiden haben, sie antworten teils gar nicht oder eben nur unzufriedenstellend.
Branchen, wie diejenige des Videospiels, sind in dieser Angelegenheit wenig konservativ eingestellt. Wenngleich auch dort einige Pressemananger am Werk sind, denen in erster Linie harte Zahlen die Zunge lösen. Die Leserzahlen von Sajonara oder GamePorts reichen da nicht hin, um interessante Fragen beantwortet zu kriegen. Jedenfalls nicht bei allen. Es gibt welche, die sich freuen, dass man sich für sie interessiert. Doch die gibt es überall.
Ganz anders, wie bereits bemerkt, verhalten sich Firmen und Personen aus dem Ausland. Das mag daran liegen, dass einige Beteiligte nicht zu entscheiden vermögen, wieviel Reputation der Gegenüber eigentlich hat. Vielleicht ist es aber auch ein Aspekt, der unabhängig davon zur Geltung kommt. Hier wäre übrigens die Soziologie gefragt, Untersuchungen derart zu führen, um solche Hypothesen zu bestätigen.
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Tags Ausland, Awareness, Deutschland, Information, Internet, Interview, Reputation, Soziologie, Web-2.0
Kategorie Glocal, Media, Science · Autor Alexander Trust · Keine Kommentare
