10. December 2008

Darf man heutzutage im Web nicht für Diplomarbeiten hausieren?!

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Nur falls sich jemand wundert, warum es im Marketing so viele AnjaTanjas und andere Zumutungen gibt: Weil Unis heute sowas für Diplomarbeiten zulassen.

Noch ein paar Gründe, warum es so viele AnjasTanjas gibt: Es gibt zu viele Meckertanten und -Onkels, die zwar immer alles besser wissen wollen, aber von Tuten und so überhaupt keine Ahnung haben. Wenn der weise Großmogul Blogbuster zumindest wie manche anderen Blogger, die sich in ihrem Metier auskennen, anderen Leuten unter die Hände greifen könnte. Ob der Herr D. A. sich jemals hochschulpolitisch engagiert hat? Lassen wir ihn über die Presse und Wirtschaftsweisen herziehen, doch wir müssen keineswegs so wenig emanzipiert sein, dass wir uns von einem Fiktiven vorhalten lassen müssten, dass wir nicht gerade “im” Netz, um die Partizipation werben dürften.

Worum es ihm geht… er hätte gerne eine Email gehabt, oder einen Anruf, natürlich wär’s ihm noch viel lieber gewesen, der betreffende Student hätte ihn in seiner antiquierten Bude besucht und dort den ganzen Firlefanz aus der Zeit von Kaiser Franz begutachtet. Er ist eben noch nicht angekommen in der Zeit, in der ein Blogkommentar sowas wie eine Email geworden ist. Weniger privat zwar, aber doch ein Mittel der Kommunikation. Wenn ich einst Leserbriefe geschrieben habe, dann kann ich das heute via Kommentar unter dem Onlinemedium erledigen. Da würde sich so ein süddeutsches Fiktivum sicherlich auch nicht blutig dran kratzen.

Ich glaube nicht, dass es ausreicht, jemanden in die Pfanne zu hauen, nur weil der sich gedacht hat, versuch ich doch ein paar Blogger auf meine Umfrage aufmerksam zu machen. Natürlich hat er Hausrecht in seinem Blog, aber er muss weiß Gott nicht annehmen, dass es allzu viele gibt, die genause knigge wie er seien. Man kann auch einer Frau die Tür aufhalten oder den Stuhlranrücken und trotzdem Kommentieren, statt Emails zu schreiben. Müssen muss man aber freilich gar nichts, nicht das eine und nicht das andere, und trotzdem wäre man deshalb kein schlechterer Mensch.

Vor allem aber frage ich mich, woher er das Vorurteil nimmt, dass die betreffende Person von der Uni Erlangen nichts auf dem Kasten haben mag. Kann sein, dass die Person sich nicht überall auskennt, aber zumindest genug Kreativität mitbringt, um nicht irgendein theoretisches Gespinst der Wirtschaftswissenschaft in seiner Diplomarbeit noch mal nachzukauen, sondern selbst Hand anlegt und etwas herausfinden möchte. Doch es gibt Leute, die wollen einem ja alles madig machen. Fast schon sowas wie der persönliche Aufreger der Woche für mich.

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Kategorie Glocal, Media, Science · Autor · 9 Kommentare


9 Kommentare

  1. Kommentar von pils
    December 10, 2008 · 11:29 pm

    Blogkommentare sollten nicht völlig off-topic sein. Sowas gehört sich nicht. Schon gar nicht wenn man von jemandem (dem Blogschreiber) etwas will. Ich würde sowas auch nur als Spam klassifizieren.

    Der besagte Kommentar fängt mit “Sehr geehrte Damen und Herren,” an. Is ja ne höfliche Formel…. wenn man sich an ein Amt richtet. In diesem Kontext wirkt es nur wie das, was es vermutlich ist: Copy & Paste von 10 anderen Kommentaren in anderen Blogs. Nochmal: Wenn ich von jemandem etwas will, dann kann man sich verdammt noch mal die Zeit nehmen etwas persönliches zu schreiben.

    Ich habe vollstes Verständniss für DA. Entweder man will was erforschen, dann nimmt man sich wenigstens 10 minuten um herauszufinden AN WEN man den da eigentlich schreibt (schließlich sind Diplomarbeiten keine Kinderkacke), oder es ist einem egal, dann kann mans aber auch gleich lassen.

  2. Kommentar von Alexander Trust
    December 10, 2008 · 11:53 pm

    Nun, vielleicht hat man sich an die Leser des Blogs gewandt? In dubio pro reo. Jedenfalls hab ich wenig Verständnis dafür, dass man sich dermaßen an der “Form” der Aussage aufhängt. Noch dazu kann DA absolut nicht beurteilen ob denn der Student nicht trotzdem was auf dem Kasten hat. Das wäre so, als wenn eine Präsentation oder Pressemitteilung über das Wohl und Wehe der “Qualität” eines Produkts entschiede. Da ist DA ja selbst immer der kritischste Verfechter. Wenn es nämlich nach Pressemitteilungen ginge, wären alle Dinge toll, super und überhaupt.

  3. Kommentar von dd
    December 11, 2008 · 4:29 pm

    Ich sehe das ähnlich wie Pils. Offensichtlich hat sich der Herr nicht mal annähernd mit dem Blog beschäftigt. Sonst wüßte er, dass er diesen besser auslassen sollte.

    Um so schlimmer, wenn er nicht mal von mir als Blogbesitzer was will, sondern einfach nur an meine Leser ran will. Man sagt ja immer, mein Blog ist mein Wohnzimmer (ich glaube auch du Alex hast diesen Vergleich schon benutzt) und wenn jemand in meinem Wohnzimmer meine Gäste anlabern will, sollte er erstmal mit mir reden. Den Eigentümer dabei auszulassen hat einfach nix mit gutem Stil zu tun. Dafür würde er von mir auch erstmal einen Tritt vor die Tür bekommen. Nur weil wir in einem virtuellen, vielleicht offenerem, Bereich als meinem Wohnzimmer sind, sollte man gutes Benehmen trotzdem nicht vergessen.

    Ich selber habe BWL u.a. mit Schwerpunkt Marketing studiert und glaub mir, diese “AnjaTanjas” gibts dort leider nicht zu knapp. Und 95% meiner Komilitonen wußten mit Sicherheit nicht mal was ein Blog ist, geschweige den wie man mit Ihnen umgeht, von den Profs ganz zu schweigen. Die wissen vielleicht wie man in StudiVZ die letzten Saufbildchen aus dem Auslandspraktikum hochlädt aber Medienkompetenz ist dort kein Thema, leider.

    Man muss es leider sagen, aber das Klische der “AnjaTanjas” ist eben die Wahrheit.

  4. Kommentar von Alexander Trust
    December 11, 2008 · 4:47 pm

    Das Klischee mit den AnjaTanjas kommt aber nicht von solchen Kommentaren. Da gibt es keinerlei Zusammenhang, finde ich.

    Der Blog ist dein Wohnzimmer, und “über” den Kommentar sprechen die Leute dich an. Was unterscheidet jenen Kommentar von deinem? Du hast hier doch auch geschrieben und wen damit erreicht? Mich “und” meine Leser. Ich find’s vermessen, nur weil dort eben die Form nicht “passte” sofort die ganze Studienrichtung in Verruf zu bringen. Ob mir jemand eine Email schickt oder einen Kommentar schreibt. Natürlich ist der Kommentar in einer Art zu vergleichen mit “Spam”. Allerdings warb hier ja jemand um akademische Partizipation und nicht um Geld oder für irgendein Produkt. Für mich ist die Reaktion vom Alphons überzogen.

  5. Kommentar von dd
    December 11, 2008 · 5:16 pm

    Ich finde es lassen sich durchaus parallelen ziehen. Und zwar die etwas oberflächliche Naivität und Arroganz zu meinen mit einem unpersönlichen Massenpost die Wohnzimmer anderer Leute benutzen zu dürfen. Und das Problem ist dabei nicht, dass es heute um seine Dipl Arbeit geht, sondern, morgen um sein Markenprodukt das in sämtliche Blogs und Briefkästen gespammt wird und damit wieder in die Wohnzimmer von Leuten deren Adresse er vermutlich von irgendwelchen Datenklauern zusammengekauft hat. Und da liegt aus meiner Sicht der Zusammenhang.

    Was unterscheidet meinen Kommentar von seinen? 1. Es geht direkt um das Thema im Post 2. Ich spreche dich persönlich direkt an und beziehe mich auch auf andere Kommentatoren, also deine Leser zum Thema 3. Ich will nichts haben, sondern zum Thema diskutieren. Ich denke das sind schon unterschiede.

    Vielleicht ist hier die Grenze zwischen überzogen und berechtigt schmall. Ich hätte ihn jedoch auch gelöscht.

  6. Kommentar von Alexander Trust
    December 11, 2008 · 6:18 pm

    Also ich hätte zumindest ein Statement erbeten. Bzw. mir über den Hintergrund der Person klarer zu werden, hätte ich sie angeschrieben. Wenn dann die Antwort allerdings nicht zufriedenstellend ausgefallen wäre, gut, hätte ich immer noch sagen können, dass ich den Kommentar dann auch löschen kann.

    Ich glaube nicht, dass man hier schon ganz automatisch streng sein muss. Das kann man bei Spam gerne sein. Du erinnerst dich an die StudiVZ-Skandalhochphase? Bzw. als ich meine Weblogzählung hatte? In der Zeit hat Tino vom NYBlog hier auch um die Gunst von Leuten gebeten, bei der Umfrage für seine Diplomarbeit mitzumachen. Er war in der Formulierung der Anrede nicht ganz so anonym… aber er hat “mich” vorher auch nicht gefragt. Trotzdem wärst du damals nicht auf die Idee gekommen, seinen Kommentar ähnlich zu kritisieren, oder?

  7. Kommentar von dd
    December 11, 2008 · 6:50 pm

    Da hast du sicherlich Recht, aber eben der kleine Unterschied in der Formulierung machts schon aus. Und weiter entscheident ist (für mich), wenn ich einen Blogger bereits kenne und seine Intension abschätzen kann.

    Aber ich denke das sollte und muss jeder für sein Blog entscheiden und sicher ist es falsch jedes Vorurteil zum Anlass zu nehmen, doch leider sind manche Vorurteile eben auch wahr.

  8. Kommentar von Alexander Trust
    December 11, 2008 · 6:53 pm

    Wir sollten das empirisch untersuchen. ;) Nebenbei bemerkt, wir kennen Tinos Absichten (Intention) nicht seinen Sinn (Intension). *G* Und jetzt möchte ich dich sehen, wie du dem Vorurteils-Schmalspur-BWLler noch mal mit dem drohenden Zeigefinger kommst. ;)

  9. Kommentar von dd
    December 16, 2008 · 10:45 am

    ok, ok, manchmal sollte man einfach die Klappe halten ;-)

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