Deutsch ungleich technikfeindlich
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Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich eine Meinung habe und immer bereit bin, sie zu vertreten. Ich bin kein Opportunist und ich erkenne es nicht als Schwäche, Leute zu kritisieren und trotzdem manchmal gutzuheißen. Dann nämlich, wenn ich denke, dass ich es vertreten kann, ihren Standpunkt als für mich gut und richtig zu erkennen. Der hin und wieder von mir wegen seines konservativen Boheis gescholtene Don Alphonso äußert sich neuerlich zur Technikfeindlichkeit Deutschlands.
Und zwar in einer Art, wie man es nicht unbedingt von ihm erwartet hätte. Er kritisiert solche, die Deutschland als technikfeindlich bezeichnen. Während die Kunstfigur allerdings nur essayistisch seine Meinung äußert, muss man sich nicht lange umblicken, um Kennzahlen dafür zu finden, dass Deutschland alles andere als technikfeindlich ist. Wir sind für Film- und Musikindustrie gleichermaßen ein ziemlich wichtiger Absatzmarkt, neben den USA oder Japan und anderen großen Staaten eben oft relativ weit vorne gehandelt. Die Videospielbranche liebt Deutschland wie ihr eigenes Kind. Die Produzenten von Computer- und Videospielhardware wissen den deutschen Markt als einen ihrer größten Umschlagplätze zu schätzen.
Für eine englischsprachige Seminararbeit in der ich mich mit den Thesen Harold Adams Innis’ und dem Internet auseinandergesetzt habe, musste ich damals natürlich auch Kennziffern heraussuchen. Bereits in 2006 allerdings fanden sich Statistiken, die die Internetnutzung oder Mobilfunk- sowie DSL-Durchdringung in Deutschland relativ gut darstellten. Angesichts der Zeit, die bis heute verstrichen ist, haben die Tendenzen von damals gegriffen und heute sind noch mehr alte Leute im Netz, und die Internetnutzung als solche beginnt stellenweise sogar dem Massenmedium Fernsehen den Rang abzulaufen. Videoportale wie Sevenload tragen natürlich ihren Teil dazu bei, indem sie populäre Inhalte aus dem Fernsehen (Big Brother) im Internet anbieten. Obgleich Kurznachrichten via Mobiltelefon in deutschen Landen im europäischen Vergleich nicht so billig sind, wird trotzdem gesimst, was das Zeug hält.
Es gibt viele Statistiken und damit eine Menge Anhaltspunkte, dass Don Alphonso zurecht das Geschrei von anderen ablehnt, die Deutschland als technikfeindlich bezeichnen. Und auch ganz andere Tatsachen lassen den Schluss zu, dass Deutschland vieles sein kann – nur technikfeindlich wohl kaum. Beschaut man das Investitionsbudget in die Infrastruktur für Internet- und Telekommunikation, stellt man fest – stellen vor allem die Firmen fest, dass es sich lohnt in Deutschland zu investieren. Ein gemeinsames Investitionsvolumen von zuletzt 50 Millionen Euro von T-Com und Mittbewerber Vodafone für Glasfaserprojekte in einigen Städten zeugen jedenfalls nicht davon, dass dem gemeinen Deutschen nicht daran gelegen sein kann, das Internet noch ausgiebiger zu nutzen, als bislang schon. Denn teilweise erreicht der Internetkonsum Größenordnungen, die eben das Fernsehen alt aussehen lassen. Ich weiß allerdings auch, dass ich jetzt nicht streng wissenschaftlich war, weil ich die Quellen meines Wissens nicht angegeben habe. Bei Bedarf kann ich aber dem Interessierten Zugang verschaffen.
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Tags Blogbar, Deutschland, Don-Alphonso, Internet, technikfeindlich
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 1 Kommentar

January 6, 2009 · 10:21 am
[...] gefolgt ist, der lernt auch den guten alten Autoatlas wieder zu schätzen. Als internet- oder gar technikfeindlich würde ich mich keinesfalls bezeichnen lassen – ich selektiere eben. Wo Technik das Leben [...]