Keynote 09: Klotzen, nicht kleckern?
Er ist groß, er ist dünn, er lässt nicht gerne an sich rumfingern. Das neue Flagschiff von Apples MacbookPro-Reihe, ein 17 Zoll-Gerät wurde im Rahmen der Keynote von Vize Phil Schiller heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Große Bildschirme sind für die Arbeit an Dokumenten, Bildern, Zeichnungen, Fotos, etc. pp. gar nicht verkehrt. Allerdings sind Laptops mit 17 Zoll-Bildschirm nicht gerade das, was man gelungen nennen kann. Geht es doch darum, in irgendeiner Form mobil zu sein. Knapp 3 Kilo soll das Gerät auf die Waage bringen.
Noch gibt es kaum blogosphärisches Echo zur diesjährigen, letztmaligen Keynote von Apple auf der Macworld Expo. Doch ich weiß schon jetzt, dass die Blogosphäre das, was Phil Schiller uns vorgestellt hat, nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen wird. Die angekündigten Neuerungen sind wenig spektakulär. Man hatte auf etwas Neues gehofft und wurde irgendwie enttäuscht. Eine iWork-Suite “online” zur Kolaboration wird als Beta auf den Markt geworfen. Die Webnutzer sind es gewöhnt, das Versuchskaninchen zu spielen.
Für Apple positiv, für den Rest der Welt eher kalter Kaffee sind die Veränderungen rund um iTunes. Denn endlich wird es geballte DRM-freie Musik (in noch besserer Qualität) geben. Doch das haben Konkurrenten schon viel früher angeboten. Apple hat nur ewig gebraucht, um sich mit den Musiklabels entscheidend zu einigen. Interessant finde ich allerdings einige hektische Schlagzeilen bei der Regenbogenpresse. Dort schreibt man nämlich von einem neuen Supernotebook. In der Tat hervorragend ist die Akkuleistung des neuen Monstrums. Angeblich 8 Stunden lang soll man ohne Steckdose auskommen können. Man zahlt allerdings doppelt. Zum einen hat das Laptop einen stolzen Preis von gut 2800 Dollar. Zum anderen kann man als Endbenutzer den Akku nicht ohne weiteres entfernen oder auswechseln.
Geotagging im neuen iPhoto oder Gesichtserkennung sind nicht unbedingt Features, die dem Massenmarkt dienlich sind, oder irre ich mich da so gewaltig? Allerhöchstens Hobbyspione könnten mit solchen Softwaredreingaben ihre helle Freude haben. Natürlich bieten moderne Kameras bereits das Geotagging an, und Apples iPhone fragt vor dem Fotoknipsen brav, ob es den Standort dank GPS-Sensor als Meta-Information dem Foto beifügen darf. Gut für diejenigen, die später nicht mehr wissen, wo sie letzte Nacht gewesen sind. Schlecht für all diejenigen, denen solche Zusatzinformationen irgendwann irgendwie zum Verhängnis werden könnten. Dieser Schritt zur Erweiterung der Software war notwendig, aber nicht innovativ. Wo also bleibt die große Überraschung? Viele der Gerüchte im Vorfeld wurden von Apple nicht mit Leben gefüllt. Kein iPhone nano, kein MacMini, keine Updates des iMac, kein Wort zur nächsten Betriebssystemversion. Alles Dinge, die wohl erst später im Jahr eine Rolle spielen werden.
Dann allerdings auf eigens dafür anberaumten Events. Denn das hatte Apple angekündigt, bzw. hatten die Verantwortlichen in einem Interview verlauten lassen: Man sei heute in der Lage eine Öffentlichkeit über das Internet zu erriechen, die den Aufwand einer Messeveranstaltung nicht lohnt. Mit YouTube, Twitter und Co. werden (web)mediale Wellen geschlagen, die vor allem alljene erreichen, die den Kern der Zielgruppe ausmachen.
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