Bezahlt wird monatlich – 10 Euro
Bloggerjobs bietet hin und wieder durchaus interessante Stellenausschreibungen. Und mit Sicherheit werden dort mittlerweile einige Leute vermittelt. Heute bin ich wieder über eine Anzeige gestolpert, zu der ich zumindest ein bisschen was sagen möchte. Das Projekt, das einen Blogger sucht stammt aus dem Bereich Online-Marketing und beschäftigt sich offenbar auch mit Affiliate-Programmen. Dem Laien sei erklärt, der englischsprachige Begriff bezeichnet Werbeprogramme, bei denen man sich anmelden kann. Für jede Vermittlung, Verkauf oder jeden Klick, usw. usf. erhält man in den meisten Fällen einen Geldwert gutgeschrieben. Es gibt auch Affiliate-Programme, bei denen man nur Punkte sammeln kann.
Das Thema selbst ist im Netz breitgetreten wie nur irgendwas. Es gibt unheimlich viel Konkurrenz, denn Affiliate-Programme funktionieren oft nach dem direkten Schneeballprinzip, indirekt basieren sie alle darauf. Nun ist es äußerst einfach, durch solche Vermittlungen oder Klicks – wenn sie denn geschehen – Geld zu verdienen. Affiliate-Marketing ist nicht 2.0, es ist nicht neu. Das gab es schon, als ich vor 10 Jahren mit dem Modem im Netz statisch erzeugte Webseiten absurfte. Es gab Toplisten für Affiliate-Foren und -Seiten. Alle Betreiber hatten eines gemeinsam: Den Traum vom schnellen Geld.
Mit Sicherheit ist Onlinewerbung ein Bereich, in dem zu jeder Zeit viel Geld verdient werden kann. Dabei lautet die Devise, einige verdienen viel, und viele verdienen wenig. Oft so wenig, dass sich der ganze Aufwand nicht lohnt. Das sind diejenigen, die am Ende der Kette stehen. Der einfache Nutzer, der sich bei so einem Programm angemeldet hat. Er erhofft sich ein bisschen Geld, merkt aber hoffentlich irgendwann, dass er, um es mit Vetter Heinz Spack zu formulieren ein arme Dummsau is. Denn er klickt fleißig auf Links in Emails und hat nach einem halben Jahr vielleicht 2 Dollar zusammengeklickt. In der Zeit, in der er die Links in den Emails geklickt hätte, hätte er mit ordentlicher Arbeit weitaus mehr als 2 Dollar verdienen können.
Ein Infoportal wie Onlinekosten.de (damals hieß es noch anders und wurde nur von einer Person betrieben), hat vor einigen Jahren ebenfalls noch versucht Leute zu werben, damit diese sich bei Affiliate-Programmen registrieren und demjenigen, der sie geworben hat einen geldwerten Vorteil verschaffen. Bezahlte Emails, Startseiten im Browser für die man pro Aufruf kleckerne Cent-Beträge erhält, etc. pp.
Das Thema Online-Marketing kann natürlich super seriös sein, und ist mit den virtuellen Drückerkolonnen dann nicht mehr zu vergleichen. Drum möchte ich auch das “aufstrebende” Protal nicht per se schlecht machen. Dazu gibt es keinen Grund, oder? Bislang jedenfalls finden sich dort keine Retro-Emailcklick-Affiliates. Sehr wohl ist aber die Seite mit Werbeprogrammen von größeren Anbietern bevölkert und es geht jedes Mal nur um die Vermittlung. Die Idee bei dem Portal ist vielleicht die, dass der Blogger eine Art persönlich Bezug herstellt. Denn ein Webseitenbetreiber wie derjenige vom fscklog beispielsweise verdient ja auch durch Verkäufe von Apple-Produkten, die er an seine Leser vermittelt. Das klappt bei ihm besonders gut, weil die Leser es gerne tun und es ihnen nicht weh tut.
Der Betreiber des Portals steht allerdings in der Nahrungskette noch eine Stelle weiter oben. Das Ganze Affiliate-System ist ein einziges Paradoxon. Vor allem an der Stelle der “Meta”-Vermittler, so will ich sie mal nennen. Obwohl für viele am Ende wenig dabei herausspringt, gibt es doch einen relativ großen Markt. Immer wieder gibt es neue Produkte, mit denen Geld abgeschöpft und gesammelt werden soll. Sie sprießen wie Pilze aus dem Boden. Bei den allermeisten ist irgendwann der Saft ausgegangen. Doch für diejenigen, die solche Informationsportale betreiben, Anlaufstellen im Netz in denen möglichst viele Daten zu Affiliate-Programmen aufgeführt sind, “kann” sich der Aufwand lohnen. Wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt und möglichst einige Multiplikatoren an Land zieht, die ihrerseits wieder Leute werben, bzw. Produkte verkaufen, usf., dann kann der Betreiber eine Zeit lang Geld verdienen, ohne sich die Finger schmutzig machen zu müssen.
Your-Affiliate.info möchte offenbar so ein Portal werden. Es sei dem Betreiber gegönnt. Ich hätte nicht die Muße, zu versuchen, Leute dazu zu überreden, bei solchen Programmen mitzumachen. Natürlich wird auch der Betreiber das nicht direkt tun. Seine Seite wird die “Drecksarbeit” übernehmen, und den Begriff sollte man mit einem lachenden und einem weinenden Auge interpretieren. Die Seite soll den Wünschen des Betreibers entsprechend eine Anlaufstelle werden, die irgendwann den Stein ins Rollen bringt. Dementsprechend wird dem Blogger, der dort Beiträge schreibt 10 Euro pro Beitrag geboten, für 250 Wörter. Auf den ersten Blick denkt man, dass es sich um gutes Geld handelt. Auf den zweiten Blick merkt man schnell, dass wir bei der Bezahlung ewig weit weg liegen von dem, was Journalisten pro Wort bezahlt kriegten… selbst solche, die als Freie ein schweres Brot verdienen müssen. Noch dazu gibt es eine spannende Komponente. Wenn die Seite ein Mal läuft, wirken 10 Euro ebenfalls entsprechend wenig.
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Tags Affiliate, Bloggerjobs, Online-Marketing
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · Keine Kommentare
