MTV, Giga, Endemol, … was ist Sevenload?!
{17}Für Don Alphonso ist Sevenload Gossen-WebTV. Für Don Alphonso ist Sevenload aber auch ein Fleck in der Web 2.0-Landschaft, der kaum das Schillern eines Sterns erreichen würde, um nicht im selben Atemzug bereits am Web-Firmament zu verglühen. Ist Sevenload ein One-Hit-Wonder? Wohl kaum. Doch reicht Quantität aus, um kein zweites EM-TV zu werden?
Denn die Pressemitteilungen aus der Vogelsanger Straße lassen sich schon seit einigen Monaten nicht lumpen. Das Jahr 2008 hielt viele Corporate News bereit, ganz so wie Ibrahim Evsan es im Interview mit Sajonara im Januar 2008 angekündigt hatte – 2008 würde Sevenloads Jahr werden. Doch ich mag mich trotzdem auf die jüngsten Früchte stürzen und erst im Oktober 2008 beginnen. Sevenload gibt zu diesem Zeitpunkt in Kooperation mit t-online eine Künstlerförderung bekannt, und macht sich auf die Pirsch nach kreativem Potenzial im Web 2.0.
Im November wird eine Vereinbarung mit Sony Pictures geschlossen, man darf “Alles Atze” online abspulen. Inwieweit man damit RTL und dem hauseigenen Webvideo-Konkurrenten Clipfish das Wasser abgräbt, hatte ich bereits vor einiger Zeit gemutmaßt. Mit der Kooperation mit Tvigle Media im selben Monat wandeln die Kölner auf den Spuren von Ex-Kanzler Gerhards Schröder. Auf sevenload.ru werden 60 Formate für den Russischsprecher erschlossen. Die Toten Hosen, bzw. deren Management gehören im November erneut zu Sevenloads Partnern. Außerdem wird das Spektrum an GIGA-Sendungen erweitert…
Die neue Big Brother-Staffel beschert Sevenload erste Web-Pay-TV-Anteile. Eine Allianz mit Guiness World Records wird geschlossen, Oasis funkt auf dem Musikkanal, der DLD 2009 wird von Sevenload übertragen… Last but not least wird das Engagement mit dem Red Herring 100 Global Award ausgezeichnet. Und just vor einigen Tagen wurden die Taue im Webvideo-Boot Sevenload mit MTV fester gezurrt. Spontan könnte man denken, dass sich das super anhört. Doch ich bin mit der Zeit ziemlich skeptisch geworden. Viel macht nicht unbedingt Viel. Wir erinnern uns an die Gebrüder Haffa, die mit em.TV den Börsengang forcierten, und ebenfalls bei der Akquise von Film- und Senderechten einen Gang höher schalteten. Das Ende vom Lied hier kennen wir. Und mir liegt es fern, Sevenload in diese Richtung zu drängen.
Doch wieviel ist Viel wirklich? Denn die Künstlerförderung mit t-online entspringt wohl aus dem Geldhahn des T-Online Venture Fund, einem von insgesamt 4 Kapitalgebern der Sevenload GmbH. Die Übertragung des DLD entspringt wohl in Analogie dazu aus der Kooperation mit dem Kapitalgeber Burda Cross Media. Sevenload gibt uns Zugriff auf Mediadaten, doch die sind zum Teil ein bisschen “outdated”, wenn man das so sagen kann. Die Geschäftsberichte1 2006 und 2007 weisen, wie man auch bei Internetszene.de (in den Kommentaren) konstatiert, darauf hin, dass man bislang zwar Viel gemacht hat, aber eben nicht viel erwirtschaftet. Kann man Sevenload profitabel machen, indem man die Sache aussitzt? Wird 2009 uns eine Richtung weisen, die Option ist möglich wenn der Jahresabschluss 2008 es zulässt, sobald er erscheinen wird.
- Beim Bundesanzeiger nach Sevenload suchen [↩]
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Tags Burda, DLD, Sevenload, T-Online, Web-2.0
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 17 Kommentare

February 2, 2009 · 10:04 am
Ich kann nichts schlechtes erkennen. Sieht nach einer sehr guten Firma aus. Ich verstehe die deutschen Blogger nicht, die nur das MECKERN gelernt haben statt sich zu freuen, dass es eine Firma gibt, die erfolgreich ist. Neid?
February 2, 2009 · 12:53 pm
Ich kann Neidschreier nicht verstehen, die einen Blogbeitrag lesen und den Rest (des Blogs) nicht kennen. Noch dazu stecken in diesem hier schon 2 Verweise auf eigene Texte auf Sajonara (u. a. das Interview mit Evsan), aber da war wohl jemand zu faul zum Lesen.
Ich persönlich würde Sevenload wünschen, sich dauerhaft zu etablieren, nutze ich deren Service doch auch für eigene Projekte. Wir haben z. B. einen GamePorts-Account dort, auf dem wir unsere Gaming-Videos laden.
Aber Pressemitteilungen alleine bringen keine Substanz. Es ist zu begrüßen, dass die Kölner Akquise betreiben, doch ist es auch nicht ganz ohne, bald 4 Jahre nach Gründung immer noch mit Venture Capital zu hantieren. Ein grundsolides (wenn vielleicht nicht überproportional reich machendes Konzept) hätte jetzt schon längst auf eigenen Beinen stehen sollen. Das zeigt, dass es sich hierbei um eine riskantere Idee handelt. Das Konzept Sevenload ist schwer zu monetarisieren, wie überhaupt vieles im Internet. Das muss man ja nicht mal als Kritik lesen, sondern als Beschreibung der Realität. Es ist für mich nichts Schlechtes, denn, wer nicht wagt, der nichts gewinnt. N’est-ce pas?
February 2, 2009 · 5:46 pm
Auf wieviel Erfahrung bezüglich Monetarisierung von Internetprojekten kannst du bereits zurückgreifen, um nicht nur Empfehlungen über Finanzierungen, sondern auch über zu erreichende Ziele, auszuteilen?
February 2, 2009 · 6:49 pm
Ah, sieh an, du möchtest gerne sagen, dass jemand, der das selbst noch nicht gemacht hat, keine Meinung dazu haben kann. Willkommen in einer philosophischen Fraktion, die nicht die meinige ist.
Fakten kennen und den gesunden Menschenverstand einsetzen kann ich auch, ohne dass ich mich selbst schon mal den Kapitalgebern zum Fraß vorgeworfen habe. Aber danke der Nachfrage. Sevenload hat kein “Produkt” in dem Sinn, dass Geld bringt. Sie bieten sich als Portal an und erwirtschaften viel mit Werbung. Sie sind aber lange davon entfernt, wie ein großer Fernsehsender zu erwirtschaften und sich selbst tragen zu können. Im Web wird man sich etwas anderes ausdenken müssen, denn nur Werbung wird langfristig nicht passen. Und Zahlenspiele über Communitys, die X Tausend Leute groß sind, beeindrucken heute noch ein bisschen weniger als vor der ersten Euphoriewelle im Web.
Sie haben sehr wohl die Übertragung für den DLD gemacht. Das hat aber am Ende nichts in die Kassen gespült, weil der Kunde ein Kapitalgeber war. Wenn man dauerhaft nur in der Art bestehen kann, dann bleibt man ein Spielball der Interessen der Kapitalgeber und ein fiskalischer Trick, hier werden Zahlen addiert, dort subtrahiert. Die Lizenzen, die sie erwerben, gibt es mit Sicherheit nicht umsonst und die “Einschaltquote” ist verschwindend gering. Die Werbeerträge sind deshalb auch weit davon entfernt die Kosten zu decken. Vor allem jetzt, da Sevenload ihre Technik wegen der Umstellung auf HD noch mal kräftig aufpolieren muss. Die Infrastruktur kostet Geld. Wenn sie einen langen Atem haben, kann das gut gehen. Aber bei Leo Kirch hat man gesehen, dass es nicht gutgegangen ist. Und anderswo sehe ich Sevenload nicht. Sie positionieren sich derzeit als Inhalteanbieter. Sevenload ist weit davon entfernt etwas “Soziales” wie Facebook oder MySpace zu sein und an Größenordnungen von YouTube reichen sie ebenfalls nicht heran. In Dtlnd. haben sie allerdings meiner Meinung nach noch mit die besten Karten, wenn man sie mit ihren Konkurrenten vergleicht. Und die Internationalisierung könnte ihnen auch gut tun. Allerdings bedeuten die vielen Pressemitteilungen zunächst nur, dass man Geld ausgegeben hat für eine Kooperation. Sie bedeuten noch nicht automatisch Gewinne, die man dadurch erwirtschaftet hat. Derzeit als recht viele Fragezeichen.
February 2, 2009 · 7:15 pm
Ich habe nur die ersten vier Sätze oder so gelesen =)
Du darfst eine Meinung haben und kannst auch.
Der gesunde Menschenverstand (GMV) ist eine feine Angelegenheit, aber durchaus überbewertet, wenn es darum geht sich in Gefilde vorzuwagen die das menschliche Auge ( in diesem Fall deines ) noch nicht gesehen hat. GMV hat manchmal ein zu großes Ego und glaubt es könnte ohne die Erfahrung des Erlebten auskommen. Meines hat die angesprochenen Gefilde auch noch nicht gesehen, deswegen kann ich nicht sagen ob du vielleicht sogar goldrichtig liegst.
Tatsache ist aber, dass die Welt durch die Internetbrille anders aussieht als sie wirklich ist. Da hilft GMV auch nicht. Was du nicht sehen kannst kannst du nicht wissen.
February 2, 2009 · 10:16 pm
Zur Internetbrille: Tatsache ist auch, dass du Vorurteile gegenüber der Internetbrille hast, wie du sagst. Die Internetbrille ist nur eine Facette der Realität, so wie Bürojobs und Meetings ebenfalls. Manche Leute treiben Handel über die Welt und haben sich nie live gesehen. Willst du denen ihre Fähigkeiten absprechen, weil sie ihr Leben “mit” dem Internet organisieren? Willst du einem Freelancer verbieten für Leute in der Schweiz oder USA aus Deutschland zu arbeiten, ohne je dort gewesen zu sein? Muss ein Job für dich irgendwo anders sein, als wo du selbst dich tagtäglich aufhältst? Wenn du nicht mit dem Internet willst, dann ist das dein Weg. Aber nicht meiner.
Zu mehr als GMV: Neben dem GMV hab ich noch Beispiele für fehlende oder leere Monetarisierung bei Sevenload gegeben und sie mit Leo Kirch verglichen. Was Sevenload eigentlich ist… Wir wissen es nicht. Wenn man die Pressemitteilungen verfolgt, sind sie Inhalteanbieter. Aber eigentlich sollte das nicht ihr Hauptaugenmerk sein. Mit dem Rechtehandel werden sie am Ende ein zweiter Fall em.TV oder eben Leo Kirch. Und die Infrastruktur ist teuer. Bis auf Big Brother gibt es derzeit kein eigenständiges Format, das Sevenload Geld bringt. Schau dir die Bilanzen und Fehlbeträge aus 2006 und 2007 an. Wo, steht im Artikel.
February 3, 2009 · 1:51 pm
Darum geht es überhaupt nicht.
Aber vielleicht ist das meine Schuld, denn “Ineternetbrille” ist zugegeben etwas irreführend in dem Zusammenhang.
Es geht rein um die Tatsache, dass du ( und ich natürlich auch ) keine Erfahrung mit der Monetarisierung von Internetprojekten hast. Desweiteren kannst du höchstens vermuten warum welche Entscheidung getroffen wurde. Die Entscheidungen können aus wohl überlegten Gründen getroffen worden sein, aber für die Außenstehenden als wenig vorteilhaft erscheinen. Dein GMV betrügt dich in dem Fall, da du kein Insider bist.
Deshalb, und nur deshalb, halte ich solche “Empfehlungen” für naiv und ganz ehrlich wenig konstruktiv oder in irgendeiner Weise “schlau”.
Zu deiner Verteidigung… wir alle neigen dazu und ich bekenne mich ebenfalls schuldig.
February 3, 2009 · 2:44 pm
Hm, du findest es bestimmt nicht verwunderlich, wenn ich trotzdem noch einen drauflege, oder? Als Arena sich die Rechte zur ÜBertragung für die Bundesliga gesichert hat, habe ich seinerzeit bei TVBlogger geschrieben. Die Entscheidung habe ich als Premiere-Kunde natürlich blöd gefunden, habe aber auch aus wirtschaftlichen Gründen gesagt, dass das eine Entscheidung war, die eigentlich nur dazu gut war, den Fernsehmarkt mit aller Macht politisch umzustrukturieren. Es steckte sehr sehr sehr viel Risiko dahinter und der GMV hat gesagt, es lohnt sich nicht und wird sich rächen. Nichts anderes ist passiert.
Sevenload hat in 2 Jahren ihren Fehlbetrag verzehnfacht. Von knapp 240T auf 2,4 Mill. – Das deutet auf Investitionen hin, aber auch auf Risikobereitschaft. Wenn man sich ansieht, was Sevenload zu bieten hat, lässt einen das natürlicherweise aufhorchen, ob sich die Investitionen rechnen. Und ich empfand es damals als “schlau” Arenas Entscheidung (also die der Kabelnetzbetreiber) öffentlich zu kritisieren und ich empfinde es heute nicht weniger “schlau” meine Meinung zu dem Thema abzugeben. Freue mich aber auch, das Sevenload just heute bekannt gibt, nun auch Inhalte in HD zu zeigen, bzw. den Usern die Möglichkeit gibt, sofern ihr Material in HD vorliegt.
February 3, 2009 · 3:25 pm
Hinterher ist man immer schlauer…
Es geht auch nicht unbedingt darum ob du wirklich Recht hast. Ich habe bereits gesagt, dass du uU goldrichtig liegen kannst. Ich finde solche Einschätzungen aus unserer Position heraus nur sehr naiv.
Es sind schon viele dumme Entscheidungen für die “Gemeinschaft” gefällt worden. Man hat sich gefragt wie man sowas offensichtliches übersehen konnte. Aber dumme Entscheidungen für die Gemeinschaft sind meist “kluge” Entscheidungen für die Wenigen die davon profitieren ohne, dass du etwas durch einen deiner 232424 RSS Feeds erfährst.
Nehmen wir an dir gehört Sevenload und du suchst Rat. Wen fragst du? Fragst du Hans Dampf der einen Blog über seine Katze “Olli” betreibt, oder jemanden, der seit 10 Jahren Internetprojekte monetarisiert und sich vorher gründlich über deine Situation schlau gemacht hat?
February 4, 2009 · 12:31 am
Nun, was heißt schlauer. Ich hab vorher gewusst, obwohl ich kein Insider war, dass die Kosten für Arena über dem lagen, was bislang für Bundesligarechte ausgegeben wurde. Damit konnte man sich an ein paar Fingern abzählen, dass sie ein großes Risiko eingehen. Arena gibt es heute so nicht mehr. Die ganzen Journalisten und Redakteure, die im Bereich Fußball gearbeitet haben, mussten woanders unterkommen… und die Kabelnetzbetreiber haben Fehlbeträge in den Bilanzen gebucht.
February 4, 2009 · 12:27 pm
Sicher, dass sevenload.de inklusive der internationalen portale das einzige standbein von sevenload ist? dem wäre ich mir nicht so sicher! vielleicht fließt das geld auch in anderen bereichen, wie man bei dld, bmw web-tv etc. sieht. das whitelabel geschäft und andere deals sind aus meiner sicht heute nicht zu unterschätzen! nur tauchen whitelabel produzenten eben kaum in irgendwelchen pressemitteilungen der auftraggeber auf (bis auf dld vielleicht, aber das liegt wohl an der beteiligung von burda). ich würde den fokus nicht nur auf die monetarisierung des eigentlichen portals sevenload sehen, sondern sevenload eher als vielseitiges Unternehmen betrachten … und ganz wichtig: nicht unterschätzen! ich bin gespannt wie sich das ganze entwickelt, auf jeden fall immer wieder spannend einstige startups zu beobachten!
February 4, 2009 · 12:38 pm
Nun, mich würd’s freuen, kommen sie ja aus Köln.
February 4, 2009 · 1:02 pm
natürlich hast du meine Frage nicht beantwortet…
February 4, 2009 · 1:03 pm
Rhetorische Fragen soll man beantworten? Wäre mir neu.
February 4, 2009 · 2:03 pm
Diesmal darfst du antworten…
February 12, 2009 · 6:43 pm
Sevenload ist eine Totgeburt. Mit dem kostenlosen Videohosting kann nun einmal kein Geld verdient werden. Youtube spielt in einer anderen Liga, weil Google dessen Verluste leicht quersubventionieren kann.
February 20, 2009 · 3:08 am
[...] Februar machte ich mir bereits Gedanken über die Möglichkeiten der Monetarisierung bei Sevenload. Werbung alleine, vor allem wenn sie von direkten oder indirekten Venture Capital-Gebern gekauft [...]