Holtzbrinck betreibt Aufbau Ost
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Es gibt Hochschulen, die haben sich seinerzeit von StudiVZ distanziert. Angesichts der Nutzerzahlen haben Deutschlands Studenten genau das Gegenteil getan. Jetzt beschreitet Holtzbrinck aber offenbar wieder neue alte Wege. Damals hatte man zu Beginn mit Campus Captains für Furore gesorgt. Im Uniinfo-L Rundmail der TU Freiberg wird jetzt wieder für’s StudiVZ geworben. Komisch ist, dass diese neue Imagekampagne auch von der Politik abgesegnet wurde. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gehört genauso zu den Beteiligten, wie eben die 5 “neuen” Bundesländer.
In der Aktion sollen Studierende zwischen 18 und 21 Jahren sich im “Schüler-VZ” quasi als Paten auftun, um Fragesuchenden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Eine Aktion, die zumindest dem Interesse für Bildung nicht schlecht zu Gesicht steht. Ist die Frage, ob es unbedingt mit der StudiVZ ltd. gemeinsam geschehen müsste. Anbei der Text aus dem Newsletter der TU-Freiberg:
studiVZ sucht Campus Spezialisten!
Im Rahmen einer bundesweiten Kampagne zur Vermarktung der ostdeutschen Hochschulstandorte möchten wir Studieninteressierte für ein Studium in den neuen Bundesländern begeistern. Durchgeführt wird die Kampagne von Scholz & Friends, der Aperto AG sowie studiVZ Ltd. im Auftrag der fünf neuen Bundesländer mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.
Für dieses Projekt suchen wir engagierte Studierende:
- im Alter zwischen 18 und 21 Jahren,
- die ihre Erfahrungen zum Studium und Leben an ihrer Hochschule und in ihrer Stadt an potenzielle Erstsemester auf der Online-Plattform schülerVZ weitergeben möchten und
- die ihre Hochschule und ihren Studienort mögen und sich gerne dafür ins Zeug legen möchten.Als “Campus Spezialist” eurer Hochschule werdet ihr:
- euch auf schülerVZ mit Studieninteressierten austauschen,
- ihnen Entscheidungshilfen geben,
- sie bei Fragen rund um die Themen Leben, Umzug, Freizeit usw. vor Ort informieren und beraten sowie
- sie bei schwierigen Fragen an kompetente Ansprechpartner weiterleiten.
Was das genau heißt: In Absprache mit der Projektgruppe eurer Hochschule gestaltet und betreut ihr mit einem oder zwei weiteren Studierenden eurer Hochschule für den Zeitraum von ungefähr einem Jahr eine Gruppe im schülerVZ.Dafür werdet ihr pro Woche durchschnittlich um die drei Stunden Zeit benötigen.
Euer Engagement lohnt sich, weil:
- ihr eure Hochschule aktiv unterstützt,
- eine kreative, bundesweite Kampagne mitgestalten könnt,
- exklusive Goodies und Infos zur Kampagne bekommt sowie
- Referenzen der beteiligten Unternehmen über euren Einsatz erhaltet.Das Engagement wird nicht vergütet. Die erfolgreichsten “Campus Spezialisten” erhalten aber die Möglichkeit zu einem Praktikum bei einem der drei beteiligten Unternehmen.
Wenn ihr interessiert seid, meldet euch beim Projektteam an eurer Hochschule:
Cornelia Wächter, Presse- und ÖA, Akademiestr. 6, EG 07, Fon: 393827, cornelia.waechter@zuv.tu-freiberg.de
Dieser oder ein ähnlicher Text wird wahrscheinlich nun an vielen Hochschulen in den neuen Bundesländern über irgendwelche Newsletter und Verteiler verschickt. Holtzbrinck schafft so auf jeden Fall eins: soziale Bindung mit den Nutzern.
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Tags Bildung, Campus Spezialisten, Scholz & Friends, SchuelerVZ, Social-Networks, StudiVZ
Kategorie Glocal, Media · Autor Alexander Trust · 4 Kommentare


February 12, 2009 · 8:39 pm
[...] sajonara.de – Holtzbrinck wirbt neuerdings via Universitäten-Email für das Studentennetzwerk StudiVZ. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung soll ebenfalls daran beteiligt sein – seltsam nachdem sich Hochschulen früh vom Social Network distanzierten. [...]
February 13, 2009 · 8:52 pm
[...] die via SchülerVZ gezielt Werbung für ihren Hochschulstandort machen, auch nachzulesen bei Sajonara. Das alles wird dann noch schön mit dem Hochschulpakt 2020 gedeckelt und gut ist. Als Anhang [...]
February 14, 2009 · 1:37 am
Habe auch gleich mal einen Artikel darüber in meinem Blog verfasst, noch bevor ich den Text hier gelesen habe. Wenn die Aktion wirklich Teil einer größeren Kampagne ist, finde ich das durchaus bedenklich – immerhin werden hier Studenten gesucht, die für lau eine verantwortungsvolle Tätigkeit übernehmen, für die es sonst eigentlich eine Bezahlung geben müsste!
Viele Grüße aus Chemnitz
February 14, 2009 · 2:07 am
Nun, du darfst vielleicht eines nicht vergessen, nicht jede verantwortungsvolle Tätigkeit wird, bzw. muss bezahlt werden. So etwas wie ehrenamtliches Engagement gibt es ja auch. Wenn wir das nicht hätten, dann gäbe es auch keine Kompensationsmöglichkeiten für die Strukturen der Arbeitsteilung in unserer Gesellschaft. Man kann sich streiten, was jetzt Ursache und Wirkung ist. Aber ich kann dir Recht geben, wenn du sagst, dass man so etwas nicht einfach so als Spaßveranstaltung gestalten sollte.
Es gibt hier bei uns an der RWTH auch Tutorentrainings und es gibt auch Dozenten, die bei der Auswahl ihrer Tutoren durchaus so etwas wie ein Auge darauf haben, ob die Leute mit den jüngeren umgehen können, genug Verantwortungsbewusstsein zeigen, andere leiten können, usf. Es bringt ja wenig wenn du auf so eine Stelle ein stubenhockendes Mauerblümchen ansetzt, genausowenig wie den egozentrischen Partytiger. Jedenfalls meine Meinung. So wie man gute Lehrer für die Schulen beansprucht haben zu wollen, so sollte man solche Campus Aktivisten nicht als Flyer-Verteiler auswählen, die eigentlich nur geil auf Awareness sind.