Wenn Namen nicht ins Internet sollen…
{8}Heute erreichte mich wieder eine Email eines Privatmenschen, der im Internet zwar bloggt, aber nicht möchte, dass sein Name genannt wird. Ich werde mal ein wenig direkt: Das geht mir sowas von auf den Sender, Leute. Ehrlich. Wenn’s ihr nicht genannt werden wollt, dann lasst das bloggen bleiben. So wie damals bei C. von F!XMBR. Er war nicht der erste, aber auch jemand, der sich dem Datenschutz dermaßen ans Revers klammert. Als Blogger aus Deutschland hat man mittlerweile Impressumspflicht. Ich denke: Das ist gut so. Einfach damit es in der Netzöffentlichkeit auch Raum für Verantwortung gibt.
Wenn jemand nicht möchte, dass man seinen Namen nennt, dann soll er seinen Namen aus dem Netz halten. Das versuchen einige, und doch gelingt es gerade jenen nicht, die am lautesten danach schreien.
Allerdings ist mir aufgefallen, dass du meinen realen
Vornamen in deinem Beitrag verwendest. Ich würde dich bitten diesen zu
entfernen, aus dem einfachen Grund, da ich nicht bei Google o.ä.
gefunden werden will wenn jemand einen Vor- und Nachnamen eingibt.
Hier ein paar Zeilen aus der Mail, die mich erreichten. Natürlich ist da ein Wunsch von jemandem. Doch es ist irgendwie total perfide. Dieser jemand betreibt ein Blog, ist zudem Domaininhaber und sowohl über die Whois-Abfrage, als auch im Impressum der Seite kann man den Klarnamen ersehen. Wenn ich hergehe, und Leute beleidige oder verunglimpfe, wenn ich Unwahrheiten über sie verbreiten würde, könnte ich verstehen, dass Leute das nicht wollen. Ja sie könnten sogar rechtlich dagegen vorgehen. Dass ich allerdings auf einen Inhalt im Netz verweise und dabei den Namen des Urhebers nenne – das kann mir keiner verbieten. Wenn Leute doch nicht wollen, dass man mitkriegt, was sie so verzapfen… warum schreibt und publiziert ihr dann überhaupt im Netz?! Peter Lustig hätte gesagt: Einfach mal ausschalten. Oder meinetwegen sucht euch ein Pseudonym, meldet euch bei irgendeiner Community an und schreibt dort unerkannt vor euch her. Doch warum um Himmels willen betreibt ihr selbst ein Blog und wollt dann nicht, dass man euch als verantwortliche Person beim Namen nennt. Das finde ich total spinnert. Sorry.
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Tags Herausgeber, Internet, Öffentlichkeit
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 8 Kommentare

March 4, 2009 · 1:43 am
das ist so nicht korrekt. sind doch zwei paar schuhe. ich kann einen blog führen und mit meinem namen als verantwortlicher auftauchen. d.h. falls es wer wissen möchte, wer hinter den texten steckt, reicht ein blick ins impressum oder eine whois-abfrage. das andere ist, was man findet, wenn man nach einem namen sucht. wer mit veröffentlichung einer werbseite das impressum mit hilfe der robot.txt datei aussperrt, hat gute chancen, dass die seite nicht ausgespuckt wird, wenn man nach dem namen sucht. aber auch nur solange, bis irgendwer den namen auf seiner seite mit der url verlinkt. insofern kann ich die frage bzw. bitte nachvollziehen.
nicht akzeptabel ist natürlich, wenn jemand seinen namen nirgends aufführen will. das steht außer frage.
March 4, 2009 · 3:17 am
Ich kann prinzipiell das Ansinnen, den Wunsch nach Privatheit oder Anonymität auch nachvollziehen. Aber ich kann nicht verstehen, warum Leute sich dann das Internet als publizistische Spielwiese aussuchen und hinterher andere Leute darum bitten, sie bitte nicht beim Namen zu nennen.
Ich könnte … nein ich schreibe hier gerade “Franjo Pooth” hin… und oh wunders, würde der sich nicht bei mir melden, nur weil ich seinen Namen geschrieben habe. Ich könnte auch weitaus weniger berühmte Namen notieren. Angenommen (m)ein Tutor an der Hochschule hieße Lars Hinrichs, und ich würde einen Blogbeitrag verfassen über das Tutorium. Solange ich ihn nicht beleidige oder sonst irgendwelche Unwahrheiten schriebe, könnte Herr Hinrichs nichts dagegen tun, dass ich über ihn schreibe. Warum möchten dann Blogger oder Leute, die im Internet Artikel veröffentlichen eine Extrawurst haben?!
Es ist natürlich auch technisch möglich, nicht von Google indiziert zu werden, das ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn man wirklich privat sein möchte, dann sollte man sich eben so eine private Nische schaffen, ein Pseudonym verwenden, jemand anderen als verantwortliche Person angeben, usf. Aber wenn ich über Blog X schreibe und dieses Blog hat nun Mal als Herausgeber Herribert Fassbender, dann kann ich Herrn Fassbender nur bedingt verstehen, wenn er möchte, dass ich meine Texte korrigiere und seinen Namen unkenntlich mache.
March 4, 2009 · 9:37 am
Klar soll jeder rausfinden können, wr hinter einem blog steckt. Aber angenommen ich bewerbe mich bei einer Firma, dann ist es vielleicht von Vorteil, wenn nicht gleich das private Blog erscheint, wenn der Personalchef nach meinem Realname googelt. Insofern verstehe ich die mail schon.
March 4, 2009 · 1:14 pm
@StoiBär:
Schon klar, dass es sehr ungünstig ist, wenn ich mich meinetwegen im Sekretariat der CSU bewerbe und die im Netz lesen können, dass ich seit Monaten über diese CSU herziehe. Aber denn stellt sich die Frage, warum ich mich dort überhaupt bewerbe!?
Über das oftmals allgemeine Bla-Bla über das wir Blogger so schreiben wird sich kein Chef wirklich echauffieren, vielleicht amüsieren aber das war es dann auch. Alles andere wäre dann der “Mensch mit den zwei Gesichtern”, vorneherum “A” verzapfen und hintenherum “B” schreiben. Etwas wofür ich sowieso kein Verständnis habe getreu dem Motto Fünf sind einfach nicht gerade.
Natürlich alles Ansichtssache, klaro.
March 4, 2009 · 1:24 pm
Ich kann mich auch bei Siemens, der Bahn oder BMW bewerben. Vielleicht hat es der Personalchef dort dann nicht gerne, wenn ich mal was Kritisches über die Globalisierung oder den Golfclub des Chefs gechrieben habe.
March 4, 2009 · 1:34 pm
Das ist aber meines Erachtens kein Kriterium. Wenn ich so keinen Job finde, dann kann ich mich eben nicht verbiegen. Weil ehrlich gesagt ist ein Blog über Katzencontent oder Retrogaming kein nachvollziehbares Dorn im Auge irgendeines Personalchefs. Der Blogger, von dem ich spreche hat Content produziert, der thematisch fokussiert gewesen ist und es ging ihm hierbei nicht um Personaler, sondern um Datenschutz. Das wiederum finde ich aberwitzig, wie schon geschrieben sollte dann die Devise heißen: Finger weg!
March 4, 2009 · 2:41 pm
@Stoibär:
Wenn die Kritik am Golfplatzes des Chefs aber meine Meinung ist… sollte ich dann dem Chef ins Gesicht schleimen? Wer das mag gerne, ich mag sowas nicht. Wenn ich solche Angst habe im Internet entdeckt zu werden, dann halte ich mich aus diesem Kommunikationsmedium gänzlich raus und belasse es bei Homebanking oder SAT1-Spiele.de – sorry.
So einen Trara veranstalten ist jedenfalls Humbug.
March 5, 2009 · 8:47 am
Ist nur recht & billig, mit dem Namen angesprochen zu werden, unter dem man publiziert. Was zählt ist die Autor-Angabe unter dem jeweiligen Werk. Nicht, was im Impressum oder WHOIS steht. Ganz einfach. Ganz fair.