13. March 2009

Warum er nicht schweigen konnte

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… und eigentlich doch keine Ahnung hat, wie er selbst zu Protokoll gibt:

Das stimmt. Ich habe keine Ahnung, wie das ist, nächtelang mit Freunden vor einem Rechner zu hängen…

Das, was danach kommt, und jenes, was davor geschrieben steht, ist ein Pamphlet, das ein Sinnbild für die neobürgerlichen Tendenzen eines Don Alphonso stehen können. Wobei er im Rahmen seiner Tätigkeit bei der FAZ ja seinen richtigen Namen verwendet.

Er bemüht Vergleiche, die ihm selber nicht schmecken mögen. Und zwar denunziert er Computerspieler. Ob wir denn nicht merken würden, dass wir genauso Dreck am Stecken hätten wie ein NPD Mensch, der Hasstiraden schürt und sich wundert, warum seine Worte so viel Wut erzeugen. Computerspieler seien blind, verschlössen die Augen davor, dass ihr Spielehersteller dem Alkoholproduzenten gleichzusetzen ist und das Komasaufen als Ergebnis dieser Kette interpretiert.

Ohne Alkohol gäbe es keine Komabesoffenen, ohne NPD-Männer keine Progrome, ohne Computerspiele gäbe es keine Amokläufer. Wie wunderlich, dass er, Rainer Meyer sich hinstellt und behauptet, dass Leute, die Rilke gelesen haben, nie Amok gelaufen wären. Er stellt sich hin wie die Professoren an den Lehrstühlen, die ihren ahnungslosen, nach Wissen suchenden Studenten die Dinge “plausibel” machen.

Rainer Meyer tritt also in die Fußstapfen von Christian Pfeiffer und gibt sich folglich der Lächerlichkeit preis. Es würde mich nicht wundern, wenn dort draußen die Spielejournalisten sich einen Jux daraus machten, zu recherchieren, welche Bücher die Regale der Amokläufer zierten. Und es kommt noch eines hinzu. So blind wie er ist, verteufelt er zwar das Computerspiel, doch stellt dem Buch den Persilschein aus.

Was ist mit den schaurigen Märchen, in denen der böse Wolf erst die Großmutter und hernach das Rotkäppchen frisst? Wie steht es mit Greueltaten in den Büchern Genesis oder Mose? Was ist mit all dem bedruckten Papier, dass als Kulturgut gepriesen wird und eigentlich genauso viel “oder wenig” Dreck am Stecken hat?! Da ist sie wieder, die Schwarzweiß-Malerei eines Rainer Meyer, der am liebsten die Andersdenkenden aus seiner heilen Welt entfernen täte. Nur dass die Welt davon keinen Deut besser würde, haben ihm die Dichter und Denker, die seiner Lektüre Trost sind noch nicht im stillen Kämmerlein verzählt.

Er hat schon einiges verzapft, manches Wahre, doch dieses Thema ist für ihn zu groß. Dass er sich da mal nicht die Finger dran verbrennt. Und die Freunde klassischer Musik? Mal nachsehen… ob das nicht auch Christen gewesen sind, die “Hexen” verbrannt haben? Die Mönche in Klostern, die seinen geliebten Rilke lesen, ihn auswendig zitieren könnten und sich an Kindern vergreifen, weil ihnen sonst keiner Lust bereiten wollte? Versager in Kutten, die den Mantel des Schweigens über ihre pädophilen Neigungen werfen – Liebhaber der anspruchsvollen Literatur eben. Ja ja, da sind sie, die Schubladen, die der Alphons aufgemacht hat. Steckt ihn rein, schließt sie ab, und mal gucken, was dabei rauskommt.

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Kategorie Glocal, Media · Autor · 2 Kommentare


2 Kommentare

  1. Kommentar von Stefan
    March 13, 2009 · 10:54 am

    In der Tat, mit dem Beitrag hat er keine Glanzleistung vollbracht.

    Ich habe überlegt, in die Diskussion einzutreten, glaube aber nicht, dass das zielführend ist. So verrückt das klingt, ich glaube hier tritt der Generationen-Konflikt zu tage. Und dieser verhindert vielleicht, dass RM sieht, dass es auch Nichtfernsehbesitzer & Leser wie mich gibt, die trotzdem Ego-Shooter spielen aber weniger für Gewalt als mehr für Hilfestellungen bekannt sind…

    Naja… der eine so. Der andere so.

  2. Kommentar von Alexander Trust
    March 13, 2009 · 12:20 pm

    Nun ja… mir ist egal, dass er eine andere Generation ist. Er verliert aus dem Blick, dass auch Bücherleser zu Gewalttätern werden. That’s it. Da ist mir dann ganz egal, dass es Leute gibt, die Computerspiele spielen und nicht gewalttätig sind. Er reiht die Computerspieler ein mit solchen, die den Holocaust lügnen, dabei ist er selbst derjenige, der die Augen verschließt.

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