18. March 2009

Galeria Kaufhof zieht Killerspiele (und DVDs) ein

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Der Betreiber von Galeria Kaufhof sorgt für frischen Wind im Geschäft mit Computer- und Videospielen, aber auch mit DVDs, blu rays und anderen Medien. Wie heute eine Sprecherin gegenüber Medienvertretern bekannt gab, plant man, solche Artikel aus den Regalen zu entfernen, die nicht für den Verkauf von unter 18-Jährigen geeignet sind (vgl. GamePorts).

Eine krasse Maßnahme, die sicherlich mit dem Wind von Winnenden in den Segeln zu tun hat. Doch auch eine wohlfeile Entscheidung? Ich finde nicht. Denn Galeria Kaufhof unterschreibt damit ein Armutszeugnis. Wie selbst der streitbare Professor Pfeiffer zugeben musste, geht es nicht unbedingt um Verbote, sondern darum, bestehende Regeln besser einzuhalten. Ähnlich wie beim Verkauf von Alkohol, Tabak und anderem mehr, obliegt es dem Verkäufer, den Altersnachweis beim Kunden zu erfragen. Ist dies nicht geschehen, verstößt der Verkäufer gegen das Jugendschutzgesetz.

Galeria Kaufhof gibt mit diesem Schritt, meiner Meinung nach, indirekt zu verstehen, dass sie nicht in der Lage sind, ihre Verkäufer und Verkäuferinnen dahingehend zu schulen, dass diese entsprechend den geltenden Gesetzen handeln und Käufern immer nur dann Produkte aushändigen, wenn diese alt genug sind, sie zu erwerben. Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist zweifelhaft, ob der angeschlagene Galeria Kaufhof-Konzern sich damit einen Gefallen tut. Doch das nur nebenbei, weil das ja nicht das Argument sein sollte.

Auch offen bleibt die Frage, warum in letzter Konsequenz doch inkonsequent gehandelt wird. Streng genommen müsste Galeria Kaufhof dann nämlich auch Tabak, Alkohol und weitere Genussmittel aus den Regalen entfernen und auf den Verkauf jener verzichten.

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Kategorie Glocal, Media · Autor · 3 Kommentare


3 Kommentare

  1. Kommentar von Ecki
    March 18, 2009 · 6:12 pm

    Wahrscheinlich hoffen sie, dass sich das gut bei besorgten und verunsicherten Eltern macht. Marketing mit Amok, mal was neues.

  2. Kommentar von Alexander Trust
    March 18, 2009 · 6:28 pm

    Eine Variante, ja. Nur, na ja… es gäbe auf die nächsten Jahre erstmal eine Durststrecke, die der angeschlagene Konzern verdauen müsste. Denn unsere Bevölkerungszwiebel ist ja schon lange keine mehr.

  3. Pingback von Storck und IKEA machen auf Galeria Kaufhof – Werbung aus dem “Eltern auf Probe”-Umfeld zurückgezogen | Sajonara.de - Internetmagazin
    June 17, 2009 · 2:45 pm

    [...] aufschwingt, es sei denn, es geht um das Thema Arbeit. Doch in letzter Zeit haben wir erlebt, dass Galeria Kaufhof Computer- und Videospiele aber auch Bild- und Tonträger aus ihren Warenhäusern verbannte, die den Bestimmungen des [...]

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