23. April 2009

Errata ad Internet Explorer

Microsofts Internet Explorer spaltet die Gemüter. Er tut dies nicht erst heute, sondern schon ziemlich lange Zeit. Ich habe vorhin seit Ewigkeiten mal wieder die Einleitung eines Computerbuches gelesen, die ich sonst geflissentlich überlese, weil sie selten informativ sind.

Einige von uns werden außerdem auch die Académie française1 kennen. Eine Gelehrtengesellschaft, die sich den Schutz der französischen Sprache auf die Fahnen geschrieben hat und eine gesetzesähnliche Monopolstellung gerne einehmen wollen würde. Die Realität sieht indes anders aus. Nicht die Dinge, die die Akademie vorgibt, werden oftmals auf den Straßen Frankreichs gesprochen, sondern teilweise gänzlich verschiedene Worte, die ein Alltagsfranzösisch kennzeichnen.

Als ich also vorhin diese Zeilen in einem IT-Handbuch zu einem CSS-Framework las, und mich an andere Zeilen erinnert fühlte, die immer wieder auf den Browserkrieg wiesen – ich dachte mir, diese beiden Situationen haben etwas gemeinsam. Allerdings könnte man davon sprechen, dass in diesem Fall umgekehrte Vorzeichen anzunehmen sind.

Man verstehe mich bitte nicht falsch, ich bin kein Freund von Monopolen. Noch weniger würde ich alles gut finden, was Microsoft gemacht hat, auch wenn die XBox 360 Gamepads wirklich gut in der Hand liegen mögen. Ist es denn wirklich nicht vermessen von all den Webdesignern und Web-Experten, immer wieder darauf zu pochen, gerade Microsoft würde mit dem IE alles anders und verkehrt machen? Sich nicht an die Standards halten? Nehmen wir an, das W3C-Konsortium sei die Académie française des Web. Zumindest lange Zeit hätte man das annehmen können. Denn der Internet Explorer war über Jahre hinweg so etwas wie die CSU des Web. Eindeutigere Mehrheiten hätte es kaum geben können. Und all die Nutzer, die den IE zu dem gemacht haben, was er ist – nehmen wir mal an, dies seien die Franzosen, die mithilfe des Explorers ihr alltägliches Web-Französisch formulieren lassen würden. Was dann? Doch im Moment, und eigentlich seit Jahren schon tun Webentwickler vom Internet Explorer reden, als wäre er die Linkspartei (und sie selbst von der CDU).

Ich weiß nicht, ob es damals wie heute, so klug ist, sich hinzustellen und als Experte zu formulieren, dass dort etwas grundsätzlich schief läuft. Natürlich gab es die HTML-Konventionen des W3C… aber die Realität sah eben anders aus.

  1. vgl. Wikipedia []

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