Seiten füllen, der Seiten wegen
Machen wir uns nichts vor, Zeit ist Geld. Aber was noch viel wichtiger ist: Papier ist kostbar. Zumindest aber kann die Anzahl an Seiten, die ein Buch hat, über seinen Kaufpreis maßgeblich mitentscheiden.
Nun gibt es Dinge, wie den Satzspiegel, die Zeilenhöhe, die Laufweite derselben, und viele andere Dinge mehr (z. B. auch solche, die die Typographie angehen), die einen Einfluss auf das Drucklayout nehmen. Letzten Endes wird so auch die Seitenzahl von Büchern aufgestockt, um einen höheren Kaufpreis zu rechtfertigen. Machen wir uns nichts vor: Es gibt Zeitgenossen, die bei der Hausaufgabe für die Schule oder der Seminararbeit für die Uni gerne mal die Schriftgröße hochgesetzt haben, um Weniger nach Mehr aussehen zu lassen.
Es gibt natürlich Eigenschaften, die das Druckbild verändern, die das Lesen unterstützen. Ein guter Lesefluss begünstigt die geistige Aufnahmefähigkeit enorm. Natürlich kann man auch sprachlich etwas tun, doch ehe man sich über den Stil eines Buches Gedanken macht, kann man schon viel an anderen Schräubchen gedreht haben.
Warum neigen Sachbuch-Autoren (auch solche, die akademische Literatur verfassen) dazu, gerne negative oder veraltete Beispiele anzuführen? In manchen Fällen steckt ein edukativer Zweck dahinter. In den wohl allermeisten allerdings nicht.
Wir werden von manchen Buchautoren “genutst”, bzw. auf die Schippe genommen. Vor allem werden wir im übertragenen Sinne doppelt zur Kasse gebeten. Denn mehr Wörter bedeuten oftmals einen höheren Kaufpreis. Doch viel schlimmer ist, dass viel Phrasendrescherei und das Verwenden von Versatzstücken uns beim Lesen Zeit abverlangt. Wir hätten getrost darauf verzichten können, denke ich, weil für uns die Devise Zeit ist Geld auf jeden Fall zutrifft.
80 Prozent vieler Sachbücher egal aus welchem Themengebiet beginnen alle gleich. Sie bieten einen Einstieg über einen historischen Überblick. Ob es Einführungen in die Statistik sind, die Soziologie oder Javascript, HTML, CSS, und wie sie nicht alle heißen. Ja, ich weiß, wie alt das Internet ist – ich war quasi live dabei. Natürlich nur euphemistisch formuliert. Für alle, die es nicht wissen, könnte man der Fairness halber 2 Sätze dazu verlieren und sich darauf beschränken, die Materie zu beackern, die mit dem Titel des Buches angekündigt wird. Was hält solche Autoren davon ab, zwei gesonderte Titel zu verfassen? Wenn ich mich über die Historie des WWW informieren wollte, könnte ich mir ein Buch zur Geschichte des Internets besorgen, gerne vom gleichen Autor, wenn’s denn sein muss.
Und wozu tischt man mir manchmal Beispiele auf, die man zerpflückt, schlecht redet und meint, dass sie ungeschickt sind, längst überholt, und das man es heute anders machen würde. Wenn ich in einem Buch in dessen Einleitung freundlich darauf hingewiesen werde, dass der Leser als solcher HTML und CSS-Kenntnisse mitbringen müsse, um von der Lektüre zu profitieren, dann wird es bei derart vorgebildeten Lesern bestimmt nicht der Edukation dienen, diese eine negative Beispiel noch auf’s Auge gedrückt zu bekommen. Denn diese verstehen die Materie zu einem gewissen Grad und sind in der Lage aus dem positiven Beispiel die gleichen Dinge mitzunehmen, wie aus einem negativen.
Mir geht’s jedenfalls mächtig auf den Keks, dass solche Opportunisten auf der einen Seite von Effizienz plaudern, sich nur nicht an ihre eigenen Regeln halten können, wenn es darum geht ein Buch zu schreiben. Ist mir ein Rätsel. Ehrlich.
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Tags CSS, EDV, Geld, HTML, IT, Javascript, Lektüre, Ressourcen, Sachbuch, Soziologie, Statistik, Zeit
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