Webseiten sind manchmal wie Bücher
Ich lese derzeit ein Buch über CSS-Layout und ein entsprechendes CSS-Framework. Das Buch ist, wenn man vom katastrophalen Zustand des Lektorats absieht wirklich ergiebig. Interessierte werden wissen, welches CSS-Framework ich meine und entsprechend auf den Namen des Autors kommen. Das dicke Ende wird in ein paar Tagen noch kommen, weil es mir eine Freude sein wird, dem zuständigen Lektoren und der Blog-Öffentlichkeit zu zeigen, was seine Worte über “große Sorgfalt” beim Lektorat eigentlich wert sind. Ich komme mit zwei Händen nicht aus, um die Zahl der Fehler darin zu zeigen. Ich würde mittlerweile auch bald nicht mehr auskommen, wenn ich fünf Mal beide Hände höbe. Ein Lob auf diesen veralteten Konjunktiv, doch nun zum eigentlichen Thema des Beitrags.
Denn interessanterweise zeigt sich, dass Experten auf einem Gebiet eben nicht immer Experten in einem anderen sind. Zumindest aber finde ich es ein wenig amüsant, wenn mir auf bisher über 300 Seiten an manchen Stellen gesagt wurde, ich möge auf die Barrierefreiheit achten, der Autor sich aber beim Verfassen des Buches an seine eigenen Weisheiten bezüglich dem Bau von Webseiten nicht analog gehalten hat. Mir wurden Ratschläge an die Hand gegeben, wie ich dafür Sorge trage die Barrierefreiheit zu erreichen. Außerdem wurde ich darin unterrichtet, welche Dinge dazu führen können, dass eine Webseite z. B. im Druck oder auf mobilen und anderen Endgeräten nicht so angezeigt wird, wie sie soll und welch schwerwiegende Fehler das haben kann.
Man soll Vorkehrungen treffen, damit möglichst wenige Leser ausgeschlossen werden. Mir ist klar, dass viele Leute sich etwas unter dem Farbwort “blau” vorstellen können. Trotzdem ist es bezeichnend, dass in einem Buch, dass ausschließlich monochrome Grafiken und schwarz-weiß Abbildungen verwendet in der Beschreibung der Grafiken ausschließlich von bunten Farben die Rede ist. Tatsache ist, dass ich schon andere Bücher gelesen habe, in denen der Autor die Leser immerhin darauf hingewiesen hat, dass die Grafiken im Buch, wegen des Drucks von ihrem eigentlichen Erscheinungsbild abweichen können.
Linguistisch interpretiert von einem Standpunkt der Textverstehensforschung, würde man dazu sagen, dass der Autor den Leser unnötigerweise einem Inferenzprozess aussetzt. D. h. der Leser muss auf Vorwissen zurückgreifen, dass sich nur schwer mit dem Gezeigten oder Geschriebenen in Einklang bringen kann.
Ich bewerte das im Übrigen nicht. Denn wir alle machen Fehler. Doch ich bin mir sicher, dass der Autor sich sogar selbst vor die Stirn schlagen würde, und darin einen Fall erkennt, der das Thema Barrierefreiheit nur eben in einem anderen Medium, dem des Buches berührt. In jedem Fall ist eine Anweisung wie
Im rechten Teil ist außerdem zu erkennen, dass bei den Eckgrafiken der Vordergrund, das blaue Quadrat, transparent gestaltet wird.
eigentlich nicht verständlich genug formuliert. Es gibt streng genommen nämlich kein blaues Quadrat. Es gibt aber viele Bücher, in denen sich solche Stolperfallen finden, auch in ganz anderen Bereichen als der IT oder EDV.
Hinzufügen zu del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
Tags Barrierefreiheit, Blau, Buch, CSS, Farbwort, Framework
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · Keine Kommentare
