6. June 2009

Wahlkampfzuschuss für Sozialdemokratie Piratenpartei

Es ist schon traurig. Vor einiger Zeit musste ich einen Blogbeitrag nachträglich korrigieren, weil ich darin angeblich sehr wichtige interne Dinge ausgeplaudert habe. Eigentlich habe ich nur zu Blog gebracht, dass einige Mitglieder einer Mailingliste einen sehr eigenwilligen Standpunkt gegenüber der Verwendung von Schmährufen und pejorativen Bezeichnungen hatten. Das passte aber mal sowas von nicht in die Außenwirkung, dass prompt der Holzhammer rausgeholt wurde. Am Telefon ließ man die Juristenglocken vorsichtshalber klingen, sie könnten ja Resonanz erzeugen.

Hinz und Kunz könnte sich dort registrieren, natürlich unter Vorbehalt. Der Chef der Mailingliste könnte das Gesuch noch ablehnen. Damals schickte jemand einen Beitrag über die Liste, der eigentlich der Information diente, allerdings überhaupt nicht objektiv geschrieben war. Es waren Emotionen im Spiel und es ging gegen die Nationalsozialisten.

Mein Diskussionsversuch wurde im Keim erstickt. Das wollte ich öffentlich machen, durfte ich aber nicht. Denn dann hätten einige gemerkt, wie Anspruch und Realität auseinander driften. Wie eine polierte Außendarstellung Macken kriegt. Und manche nahmen sich dann besonders wichtig, und merkten es nicht einmal. Ein Angestellter an der längsten Theke der Welt mailte mich an, ich solle seinen Namen von der Seite nehmen. Das Problem an der Sache. Sein Name stand zu keiner Zeit auf der Seite. Ich hatte lediglich umschrieben, was er gesagt hatte und erläutert, für wen er politisch wo tätig ist. Hätte man nach seinem Namen gegoogelt, hätte man den Beitrag jedenfalls nicht gefunden.

Weiter im Text… Mein Standpunkt fand also kein Gehör. Kein Problem. Dazu sind Diskurse ja da. Dass dieser damals abgewürgt wurde hat mich geärgert. Dass ich am Telefon dann erklärt bekam, die Liste diene lediglich zu Informationszwecken, meinetwegen. Dass ich erklärte, vor Wochen schon einmal darüber diskutiert zu haben, wurde billigend zur Kenntnis genommen und auf eigenes Verschulden abgewälzt. Man könnte als Leiter ja nicht rund um die Uhr die Finger auf der Liste haben. Bildungspolitische Vorschläge wurden angenommen, Kritik abgelehnt.

Blöd bloß, und vor allem in meinen Augen sehr ärgerlich, wenn dann aktuell Spaßbildchen darüber verschickt werden, die eher der Unterhaltung, denn der Information dienen. Ich mag kein Spielverderber sein, nur mit gleichem Recht für alle hat das wenig zu tun. So sei es denn. Ich mache mir meine Gedanken, wie ich in Zukunft dazu stehen werde. Offenbar sind die Verhältnisse hier vor Ort ein wenig “besonders” und anders als sie an meinen ehemaligen Wohnorten waren und gewesen wären.

Mein Vorschlag für alle, die morgen ein bisschen Spaß beim Urnengang zu Europa haben wollen. Wenn jemand grundsätzlich eher mitte-links lastig eingestellt ist, wird er, wenn er den Wahlomat bemüht, finden, dass die Piratenpartei eine echte Alternative zur Sozialdemokratie ist. Nur dass die eben in der großen Koalition den Lauschangriff mitbeschlossen hat. Warum also bei der Europawahl nicht einfach mal dem Opportunismus ein Schnippchen schlagen, indem man sein Kreuz nicht der Sozialdemokratie schenkt. Ich bin dabei.

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Kategorie Glocal, Politics · Autor · Keine Kommentare


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