17. June 2009

Storck und IKEA machen auf Galeria Kaufhof Werbung aus dem “Eltern auf Probe”-Umfeld zurückgezogen

Selten erleben wir, dass die Wirtschaft sich zu einem Politikum aufschwingt, es sei denn, es geht um das Thema Arbeit. Doch in letzter Zeit haben wir erlebt, dass Galeria Kaufhof Computer- und Videospiele aber auch Bild- und Tonträger aus ihren Warenhäusern verbannte, die den Bestimmungen des Jugendschutzes entsprechend, nicht an Minderjährige verkauft werden dürfen. Damit setzte man ein Zeichen. Immerhin, Teenager gehörten in den kühnsten Träumen der Galeria Kaufmänner wahrscheinlich schon immer zur Zielgruppe. Besser man lässt diese Illusion, wie und wo sie ist.

Immerhin, unsere Gesellschaft altert immer mehr, wir leben immer länger – noch. Aus diesem Grund sprießen seit 5 Jahren lukrative Alterswohnsitze aus dem Boden, wo ehemals Geisterstädte nicht zum Habitieren einluden. Galeria lädt ein, und macht die Milchmädchenrechnung jedoch ohne die Kaufkraft. Offenbar plante man mit Pensionären. Denn einfache Rentner können sich den 2 Euro teureren Wein nicht leisten, kaufen denselben lieber bei PLUS oder Rewe, für 4 statt 6 Euro. Doch wenn den Pensionären das Geld schon in den Altersunterkünften aus der Tasche gezogen wird, haben auch diese kein Geld mehr für Kaufhof. Gut, dass Karstadt in Insolvenz geht und nicht in eine Fusion eintritt. Eine entsprechende Anfrage von mir, ob Karstadt bei einem etwaigen Zusammengang genauso gehandelt hätte wie Kaufhof, blieb der Pressesprecher schuldig. Er antwortete vor 2 Wochen, dass der Zeitpunkt noch zu früh wäre, um darauf eine Antwort zu geben. Vielleicht hat er, klug wie er war, schon mit dem Karstadt-Karren an der Wand gerechnet.

IKEA und Storck ziehen Werbung zurück

Eltern auf Probe ist ebenfalls zum Politikum der Wirtschaft geworden. Es verträgt sich offenbar nicht mit dem “modernen” Familienimage von Storck und IKEA, im Umfeld von RTLs umstrittener Dokusoap zu werben. Dass man bei Storck zum alten Eisen gehört, ist ein offenes Geheimnis. Die Werbespots sprechen Bände. Doch dass IKEA es sich mit der eigenen Wir-kaufen-obwohl-wir-gar-kein-Geld-haben-Klientel verscherzt, hätte ich spontan nicht gedacht. Tamara und Basti werden mit Sicherheit zur Kenntnis genommen haben, dass man IKEA auf sie pfeifft. Anji und Mario werden mit Sicherheit niemandem bei IKEA mehr zur Last fallen wollen. Mario hätte aber noch ein Argument, um mit IKEA zu verhandeln: Er holt sein Papa. Der reicht dicke für 2 Brüder. Natürlich klappt das nur zeitversetzt, weil Mario mit Sicherheit mal wieder unerlaubt den Klempner gespielt hat und die Briefe aus der JVA ein wenig Zeit auf dem Postweg benötigen.

Lila und Sebastian schreiben vielleicht einen Leserbrief an IKEA, weil sie eigentlich dachten, dass die Möbelhäuser nur das Messegelände von dem zwei Mal im Jahr erscheinenden bunten Bilderbuch ist, dass sich Katalog schimpft. Bei IKEA tut man sich jedoch schwer, die Wünsche von Lila und Sebastian zu entziffern, weil die Angestellten vor Ort nicht damit gerechnet haben, dass die Fehlerquote bei Gymnasiasten im Jahr 2009 5% +X beträgt. Vielleicht kommt aber auch alles ganz anders, und Lila und Sebastian werden sich nicht einig, gehen zu Kaisers und pfeiffen sich Storck-Bonbons rein. Was interessiert sie ihr Geschwätz von gestern. Und Nadine und Elvir? Sie fängt bestimmt das Heulen an, weil das Kinderbett aus dem Katalog sie daran erinnert, dass Elvir die Probepuppe im Schlaf totgelegen hat. Ja und dann sucht sie die Schuld dafür, dass IKEA seine Werbung zurück gezogen hat, bei sich selbst. Elvir, wird schon jemanden finden, der ihm das Geld gibt. Der Anzug tragende Teenager, der nicht arbeiten will, weil das ja anstrengend ist, hat übrigens schon einen Vorvertrag mit Kabel 1 geschlossen. Dort, so berichten diverse Medien übereinstimmend, wird er wohl in der nächsten Staffel von Schluss mit Hotel Mama! auftreten. Natürlich nur, um die Kohle einzusacken. Wirklich ausziehen will er nicht, aber psst. Dass wissen nur er und wir.

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