16. December 2009

Die Generation Twitter

{4}

von Frederic Schneider

Briefe schreiben war gestern, heute wird getwittert – und neuerdings auf “formspring.me” munteres Fragen-und-Antworten gespielt. Die Medienprominenz muss sich auf diese neue Art der Kommunikation mit ihren Fans einstellen. Die junge Fernsehmoderatorin Nela Panghy-Lee zeigt, wie es geht.

Es gibt sie. Die Fernsehmoderatoren, die nicht nur auf vermeintliche Zuschaueranrufe antworten, sondern mit ihren Fans auch im Internet in den Kontakt treten. Die 29-jährige Moderatorin Nela Panghy-Lee zeigt derzeit ihren Medienkollegen, wie es geht: Seit einigen Tagen nutzt sie Twitter – dort verfolgen knapp über 1.350 Internet-Nutzer ihre Nachrichten. Beispielsweise, dass sie gerade in der Maske des ProSieben Boulevard-Magazines “taff” sitzt – freilich inklusive Foto, selbstgeschossen: “Selbst ist die Frau.”

“Ich finde Twitter großartig, weil ich schnelles, direktes und offenes Feedback von Zuschauern bekomme”, antwortet sie auf der neuen Plattform “formspring.me”, auf der Fans ihr Fragen stellen können, die danach zusammen mit ihren Antworten von allen gelesen werden können.

Nela Panghy-Lee ist die Verkörperung der modernen Kommunikation. Immer mehr Moderatoren, Schauspieler, Sportler und vor allem auch Politiker suchen den Austausch über das Netz, um sich als Marke darzustellen.

Wer bei der Masse an internetaffinen Medienkonsumenten ganz oben stehen möchte, darf nicht nur Informationen versenden, sondern muss auch bereit sein, sie zu empfangen und in den Dialog zu treten. Panghy-Lee stellt sich auch kritischen Fragen ihrer Nutzer, ermuntert sie sogar dazu. “Ich wünsche mir, dass noch viel mehr TV-Zuschauer ihre Kritik offen formulieren”, schreibt sie, “und natürlich auch loben, wenn es ihnen gefallen hat.”

Den Kontakt mit den Fans via Internet zu halten ist zeitintensiv. Das Internet schläft nie. Doch die Medienprominenz ist viel auf Achse. Viele Moderatoren oder Schauspieler moderieren mehrere Formate parallel, drehen größere Filme und engagieren sich meistens auch für wohltätige Zwecke. Insofern kann man Nela Panghy-Lee vorwerfen, noch am Anfang ihrer Karriere zu sein. Sie fängt morgens mit dem Netzdialog an und antwortet selbst noch Freitagabend um 23 Uhr.

http://www.nela.tv // http://www.formspring.me/NelaPanghyLee // http://twitter.com/NelaPanghyLee

Hinzufügen zu Technorati, del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
Tags , , ,
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 4 Kommentare


4 Kommentare

  1. Pingback von Tweets die Die Generation Twitter | Sajonara.de - Internetmagazin erwähnt -- Topsy.com
    December 16, 2009 · 2:15 am

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Alexander Trust, Old Mac Donald erwähnt. Old Mac Donald sagte: Die Generation Twitter | Sajonara.de – Internetmagazin: von Frederic Schneider Briefe schreiben war gestern, heute wird http://url4.eu/wIiX [...]

  2. Kommentar von Khalid Kurdi
    December 16, 2009 · 4:25 pm

    Wieso denn “vorwerfen”? Was ist denn das für ein Vorwurf?

  3. Kommentar von Philipp Roman
    December 16, 2009 · 10:07 pm

    Das verstehe ich auch nicht. Twitter zeichnet sich ja eben dadurch aus, dass es NEBENBEI betrieben wird und man DABEI ist. Wenn Twitter eine Beschäftigung wie ein Job wäre, dann könnte sich Nela PanghyLee ja jemnmanden einstellen. Und das ist ja eben genau NICHT der Sinn. Also die Argumentation ist vollkommen falsch. Auch vollbeschäftigte Stars könnten twittern, es ist gerade das “mal schnell eine Sekunde 140 Zeichen schreiben” Prinzip.
    PR

  4. Kommentar von Frederic Schneider
    December 18, 2009 · 2:43 pm

    An der entsprechenden Stelle wird einerseits gesagt, dass Twitter ein zeitintensives Medium ist. Andererseits stelle ich den Gegensatz auf, dass Nela Panghy Lee trotz alledem recht intensiv twittert. Daher die rhetorische Fragestellung, sie könnte noch recht viel Zeit investieren, da sie sich (noch) nicht in zeitintensiven Projekten befindet. Auf formspring.me hat sie dieses Argument insofern untermauert als dass sie schrieb, meistens ausschlafen zu können. Wobei ich diesen “Vorwurf” nicht als negativen Aspekt Nelas Arbeit verstanden wissen möchte. Es soll lediglich – womöglich etwas provokant – darlegen, dass sie sich Zeit nimmt. Das finde ich auch sehr gut.

    @Philipp Roman: Nein, das sehe ich nicht so. Das Prinzip kann man so nicht anwenden. Sicher, mal schnell einen Tweet versenden wird fast jeder können (wobei manche meinen, ihnen würde auch dazu die Zeit fehlen). Nela reagiert aber zudem noch auf Fragen der Fans, sowohl auf Twitter als auch auf formspring.me. Das ist eine sehr gute Entwicklung, aber nicht mit dem von dir genannten Prinzip umzusetzen. Richtig ist aber, dass man Twitter nebenbei verwendet. Die Frage ist aber, wieviel Zeit ein jeder für diese “Nebenbeschäftigung” trotzdem opfern kann.

Schreibe einen Kommentar


Top