Schreiben und Schreiben lassen…
{1}Schon seit geraumer Zeit versuche ich Ressourcen, die ich selbst nicht mehr bewältigt kriege, an andere abzugeben. Speziell geht es darum, das Projekt IchSpiele.cc noch weiter auszubauen.
Auf Sajonara schreibt seit einiger Zeit schon hauptsächlich Herr Tjaden. Ich finde, er macht seinen Job ganz ordentlich. Seine Themen sind nicht immer die Meinen und auch bin ich nicht immer einer Meinung mit ihm, doch das ändert nichts daran, dass er ordentlich schreiben kann.
Auf IchSpiele.cc arbeiten wir für Lau. Aber ein bisschen vom eigenen Geld wollten wir schon investieren, um die Seite auch voran zu bringen, damit wir vielleicht dort eines Tages nicht mehr kostenlos unsere Arbeit verrichten müssen. Also machten wir uns vor Monaten auf die Suche nach Leuten, die schreiben können. Bis heute haben wir niemanden gefunden. Und erst heute hat sich eine Zusammenarbeit mit einigen Autoren zerschlagen, weil diese sich ob ihrer Unerfahrenheit für das Verfassen von Spielerezensionen einfach bei fremden Texten im Netz bedienten.
Dazu kommt, dass das sprachliche Niveau aber auch die Affinität für Videospiele selten zusammenfallen und in manchen Fällen sogar beides sehr schwach ausgeprägt war. Vor Monaten haben wir eine Anzeige bei Bloggerjobs geschaltet. Daraufhin meldeten sich nicht mal eine Handvoll Leute. Ich gebe zu, wir haben direkt offen kommuniziert, dass wir nicht viel zu bieten haben an geldwerten Ressourcen, die man den Schreibern in Aussicht stellen kann. Doch einer hatte seinerzeit den Vogel abgeschossen. Denn obgleich wir in das Stellengesuch geschrieben hatten, dass man sich bitte vom Ton her nicht zu förmlich geben möge, hat Mister X einen Standardtext als Bewerbung formuliert, dass er doch unserem Unternehmen – das wir ja noch nicht haben – mit der Formulierung seiner Texte weiterhelfen könnte. Wenn es hoch kommt, hätten wir in ihm einen merkwürdigen Söldner gehabt, der Texte auf Zuruf produziert, aber eigentlich wenig Ahnung von Videospielen hat.
Aus der Bewerbung bei Bloggerjobs ist dann das Experiment mit diesen Leuten aus Altenburg entsprungen, die nun nicht mehr für das Projekt schreiben. Auch dieses Verhältnis stand von Beginn an unter einem schlechten Stern. Die Handvoll beigebrachter News musste ich nachträglich immer verbessern und das kann ich den Leuten nicht mal zum Vorwurf machen. Aber ich merke so langsam, wie schwierig es ist gutes Personal zu finden. Noch dazu, wenn man nicht viel zahlen kann. Zuletzt war aber dann der Supergau mit dem halb kopierten/geklauten Text der Grund, waru man die Zusammenarbeit nicht fortsetzen wird. Schade, denn ich wäre sichtlich froh über jede Arbeitserleichterung.
Noch viel früher kam ich in Kontakt mit einem Mister X. Mit “dem” Mister X, von dem ich hier schon im Februar geschrieben habe.1 Die Person, die mich damals versetze, bei Texten, die ich bei ihr in Auftrag gegeben hatte. Man arbeitet heute erneut zusammen. Ich habe eine Aufgabe für X, bei der Er nur wenig falsch machen kann, und trotzdem ist auch das manchmal nur schwer verdaulich. Zuletzt habe ich dann meinen Mails mit Arbeitsaufträgen auch noch Anweisungen für Überschriften beigelegt und Vorgaben für Inhalte machen müssen, damit ich mir sicher sein konnte, damit am Ende zumindest halbwegs das dabei heraus kommt, was ich mir vorstelle. Das Problem bei X ist – er ist auf jeden Fall ein Söldner, aber mittlerweile hat sich gezeigt, dass er damals tatsächlich nur Pech gehabt hat und er arbeitet zumindest zuverlässig. Aber eine Affinität für Videospiele hat er nicht, und deshalb sind seine Arbeiten immer problematisch.
Dann unternahm ich in der letzten Woche einen weiteren Versuch, als ich auf Campuslife (lokale Studentenplattform für den Raum Aachen) ein Stellengesuch formuliert. Diesmal wählte ich einen anderen Text und eine andere Überschrift: Spieletester gesucht. Allesamt männliche Studierende, vorzugsweise von der FH aus Aachen meldeten sich. Sie sind im Alter zwischen 21 und 27 und haben zwar das Interesse für Videospiele gemeinsam, aber das Problem, dass ihre schriftsprachlichen Fähigkeiten, bzw. ihre Ausdrucksweise selten optimal ist. Einer der mittlerweile schon 7 Bewerber von dort schickte uns zur Bewerbung auch einen Probetext, zwei andere fielen aus dem Raster, weil ihr erster Gedanke dem Geld galt. Der Probetext war, und das hab ich “ihm” auch geantwortet, keiner, mit dem man sich bitte bewerben möchte. Von Flüchtigkeitsfehlern abgesehen, fanden sich Probleme beim Satzbau, der Formulierung und auch in der Rechtschreibung. Zudem war der Ausdruck insgesamt wenig abwechslungsreich. Das ist natürlich nichts, was man nicht korrigieren könnte, oder wo man zumindest mal darauf aufbauen kann. Doch dann hängt auch diese Nummer aktuell in der Luft. Bei Skype habe ich ihn gebeten mich zu autorisieren, doch bis dato kam noch nichts nach, weshalb ich noch eine E-Mail hinterher geschrieben habe.
Nur das Problem bei der Sache ist folgendes: Aktuell habe ich auch – und das ist in der Position des Chefredakteurs üblich – viel damit zu tun, Rezensionsmuster anzufragen und den Kontakt zu Agenturen zu pflegen. Daneben teste ich selbst Spiele und schreibe täglich mehrere News. Von meinen anderen Jobs bin ich natürlich auch nicht freigestellt, so dass ich schauen muss, dass irgendwer die Spiele testet und am Ende auch vorzeigbare Texte in unserem Portfolio landen. Stand jetzt ist, dass es mit 3 von 7 Bewerbern dort (bei Campuslife) losen Kontakt gibt, bei dem ich aber auch jedes Mal auf den nächsten Schritt warte. Nur Geduld kann ich in dieser Sache nicht zu viel aufbringen. Wir brauchen jetzt jemanden und nicht erst in einer Woche. 2 weitere haben sich, wie gesagt, selbst disqualifiziert und weitere 2 keine Rückmeldung mehr gegeben, als ich ihnen erklärte, dass Spieletesten nicht nur Spaß ist, sondern auch Engagement benötigt und gewisse Voraussetzungen notwendig sind.
Als wir vor Monaten mit der Suche angefangen haben, hätte ich nicht gedacht, dass ich heute noch immer mit quasi leeren Händen dastehe. Ich bin durchaus bereit eigenes Geld in dieses Projekt zu stecken, aber ich kann nicht Leute schreiben lassen, mit deren Texten ich am Ende so viel Korrekturaufwand habe, dass sich das Investment nicht lohnt. Denn das Geld würde ich ja ausgeben, damit ich gerade “mehr” Zeit habe für administrative Tätigkeiten und nicht immer noch auf jeden Fall ein Auge auf alles haben brauche.
- vgl. http://www.sajonara.de/2009/02/05/arbeitsmoral-von-bloggern-und-anderen/ und http://www.sajonara.de/2009/02/10/die-arbeitsmoral-und-technische-fallen/ [↩]
Hinzufügen zu del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
Tags Aachen, Altenburg, Bloggerjobs, Ichspiele.cc, Schreiben, Videospiele
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 1 Kommentar

December 26, 2009 · 7:43 pm
Schonmal auf http://www.texterjobboerse.de nachgeschaut?? Ich habe da ein paar gute Leute gefunden.