26. January 2010

Jugendamt von Duisburg und Diakonie von Mülheim beißen bei Schulleiterin aus Oberhausen auf Granit

von Heinz-Peter Tjaden

Bei einer Tagung des Instituts für Urbanistik haben sie lernen wollen, wie sie mit Medien umgehen sollten und wie sie ihr Image verbessern können: die deutschen Jugendämter, deren Organisation bekanntermaßen europäischem Recht nicht genügt. Keine Kontrolle für niemanden, lautet das Motto.

Was harmlos klingt, kann deshalb gelegentlich zu Unglaublichem führen. „Das Duisburger Jugendamt besteht aus der ´Zentrale´ im Verwaltungsgebäude Kuhstraße 6 und aus sieben Außenstellen in den Bezirksrathäusern“, klingt nicht besonders gefährlich für eine fast 60-jährige Pflegemutter. Wird es aber. Eines Morgens düsen das Jugendamt aus Duisburg und die Diakonie aus Mülheim zu einer Grundschule in Oberhausen und wollen einen Neunjährigen abholen, der in ein Heim gesteckt werden soll. Bei diesem Ansinnen berufen sich die Eindringlinge auf einen Gerichtsbeschluss. Der besagt: Die erwähnte fast 60-Jährige ist mit der Erziehung des Jungen überfordert.

Doch Jugendamt und Diakonie bekommen das Kind nicht. Die Schulleiterin macht bei der eigentlich gut organisierten Entführung nicht mit. Stundenlang leistet sie verbale Gegenwehr. Dann rücken die Behörden- und Kirchenvertreter wieder ab. Nach dieser Belagerung einer öffentlichen Einrichtung steht der Neunjährige unter Schock, die Schulleiterin ist entsetzt, sagt, dass sie so etwas noch nie erlebt habe. Warum die fast 60-jährige Pflegemutter mit der Erziehung des Jungen überfordert sein soll, kann sie ganz und gar nicht nachvollziehen.

Also wird alles wieder gut? Von wegen! Das Jugendamt von Duisburg pocht auf den Gerichtsbeschluss. Der müsse umgesetzt werden. Wie wäre es mit morgens um 7 Uhr mit Hilfe der Polizei? Machen andere Jugendämter doch auch so. Kinder aus dem Schlaf reißen. Weg sind sie. Ob nun mit oder ohne Gründe, die man auch Außenstehenden begreiflich machen kann. Muss man schließlich nicht. Jugendämter entpuppen sich so immer wieder als Gefahr für das so genannte „Kindeswohl“.

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Kategorie Glocal, Politics · Autor Heinz-Peter Tjaden · Keine Kommentare


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