Schikane von Aachener Stadtverwaltung rund ums Bewohnerparken
{4}Es gibt eine interessante Erfindung in Städten, den Bewohnerparkausweis. Ich habe diesen in Aachen die letzten zwei Jahre genutzt, dieses Jahr wurde der Antrag abgelehnt, mit der Begründung, dass mein Großvater nicht meine Eltern sei.
Es gibt drei Möglichkeiten, den Ausweis zu erhalten – Zitat:
- Ich habe meinen Hauptwohnsitz innerhalb der jeweiligen Parkzone und das Fahrzeug ist innerhalb der Parkzone auf mich zugelassen.
- Ich habe meinen Hauptwohnsitz innerhalb der jeweiligen Parkzone und benutze ein Firmenfahrzeug, das nicht auf mich zugelassen ist.
- Ich bin Student an einer Aachener Hoch- oder Fachhochschule, habe meinen Hauptwohnsitz innerhalb der jeweiligen Parkzone und nutze dauernd und ausschließlich das auf meine Eltern zugelassene Kraftfahrzeug.
Ich dachte bislang und die letzten beiden Jahre traf dies zu, dass ich von der dritten Regelung Gebrauch machen kann. In diesem Jahr soll dies auf ein Mal anders sein. Wenn ich Fragen hätte, könnte ich mich telefonisch melden. Hab ich getan, und biss auf Granit. Es sei eine “neue” Regelung (davon steht aber nichts auf den Internetseiten). Denn das Wort “Eltern” stand auch die letzten beiden Jahre dort.
Ich empfinde das als Schickane. Mein Großvater ist als Halter des Wagens notiert. Man hat mir den Wagen überlassen. Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen, sie haben über die Jahre das Kindergeld für mich erhalten, in diesem Fall gab es also nie Probleme. Doch auf ein Mal soll, weil Großvater ungleich Eltern auf dem Papier ist ein Bewohnerparkausweis nicht mehr ausgestellt werden.
Jetzt bleiben mir drei Möglichkeiten. Ich kündige Aachen und kehre der Stadt den Rücken, der ich nur guten Tag gesagt habe, weil sie sonst Zweitwohnsitzsteuer von mir hätte haben wollen. Oder aber ich melde das Auto auf meinen Namen an, was bis zum 27. August geschehen muss. Dafür muss ich den Ordnungschemel in gleich zwei Städten in Gang setzen, der bekanntlich ein bisschen sehr lange braucht. Oder aber ich kassiere demnächst Knöllchen, wobei das auch schon der Fall war als ich einen Bewohnerparkausweis hatte, weil manche Politessen nicht weit genug über den Bordstein gucken können.
Da wird wohl eine Stadt die Autosteuer haben wollen, die bislang an die Gemeinde Bergisch Gladbach gezahlt wurde. As simple as that, wenn ihr mich fragt. Nur ehrlich gesagt nimmt mir dieser bürokratische Knebel unangenehme Züge an.
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Kategorie Glocal, Politics · Autor Alexander Trust · 4 Kommentare

August 9, 2010 · 10:28 pm
ich bin dermaßen schockiert. alexander trust müsste also vielleicht ein paar 100 meter gehen. schon mal dran gedacht, den europäischen gerichtshof für menschenrechte anzurufen? falls das mit dem knebel stimmt, ist auch amnesty international einzuschalten.
August 9, 2010 · 11:26 pm
Nein, das Problem ist, dass die Parkplätze hier und in der Umgebung kostenpflichtig sind. Meist 2 Euro je Stunde mit Maximal-Parkdauer von 2 oder 3 Stunden. Alternativ könnte ich den Wagen im Parkhaus abstellen mit Tagesgebühr von 10 Euro oder müsste mit eine Garage besorgen. Wenn ich den Wagen auf der Straße parken würde, müsste ich alle 2, 3 Stunden ein Ticket lösen gehen und selbst das ist, wie wir wissen nicht Rechtens. Ordnungspersonal markiert bei Verdacht schon mal die Reifen, um zu sehen, ob sich das Auto überhaupt bewegt hat. Für einen Anwohner ist das aber keine Alternative. So würde irgendwann der Wagen dann trotzdem mit einem Knöllchen ausgestattet werden.
Man kann im Umkreis von 2, 3 Kilometern nicht mehr kostenlos parken. Deshalb gibt es ja für Anwohner den Bewohnerparkausweis. Nur Aachen erkennt mich ob meiner Steuern zwar als Bewohner an, mag mir aber so einen Ausweis nicht mehr ausstellen, weil mein Opa eben nicht mein Vater ist. Aber das meine Eltern geschieden und meine Großeltern das Sorgerecht haben, ist den Stadtdienern offenbar egal.
August 10, 2010 · 11:51 am
So langsam kommt Licht in den Gebührendschungel. Warum beantragt Ihr Opa diesen Ausweis nicht? Dann gibt es doch einen Anwohnerparkplatz für das Fahrzeug.
August 10, 2010 · 12:14 pm
Weil ich in Aachen lebe und wohne und mein Grovater in Bergisch Gladbach bei Köln. Man kann aber als Student ein Fahrzeug von seinen “Eltern”, die Halter sind, in Aachen unter diesen Voraussetzungen für einen Bewohnerparkausweis anmelden. Letzteres haben wir die vergangenen zwei Jahre auch getan.
Wir wohnen recht zentral in einem Altbau. Aachen hatte vor nem halben Jahr noch einige kostenfreie Parkplätze ein paar Straßenzüge weiter. Doch dann kam die Umweltzone und dann kamen Parkgeldautomaten in den umliegenden Straßen. In der Straße vor unserem Haus gab es schon seit jeher Parkautomaten.