Annette Schavan: Doktorarbeit von CDU-Bildungsministerin im Fokus von Plagiatsplattform

Veröffentlicht am   3. Mai 2012 von  

Annette Schavan: Doktorarbeit von CDU-Bildungsministerin im Fokus von Plagiatsplattform

Die Promotionskommission der Philosophischen Fakultät der Universität Düsseldorf will Medienberichten zufolge, die Doktorarbeit der Bildungsministerin Annette Schavan genauer unter die Lupe nehmen und die Plagiatsvorwürfe prüfen, die gegen die CDU-Politikerin von der Plattform “schavanplag” laut wurden.

56 von 325 Seiten markiert

Nach Guttenplag hat nun schavanplag seine Arbeit aufgenommen und die Betreiber der Seite, die allerdings anonym bleiben (wollen), bereits einige “Plagiat-Fundstellen” in der Doktorarbeit der Bildungsministerin ausfindig gemacht. Die Plattform führt 56 von 325 Textseiten an, auf denen nicht ordentlich gearbeitet worden sein soll. Teilweise sollen dabei auch “schwerwiegendere Plagiate” untergekommen sein.

VroniPlag anderer Meinung?

Auch die Plattform VroniPlag, die bereits u. a. die Doktorarbeit von Silvana Koch-Mehrin und Jorgo Chatzimarkakis (beide FDP) an den Pranger gestellt hatten – beiden wurde nachträglich der Doktortitel aberkannt -, hat die Arbeit von der CDU-Bildungsministerin überprüft, ist bislang aber noch nicht zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen. 10 Prozent der Arbeit müssten bei VroniPlag “gefälscht” sein, damit man mit einem Vorwurf in die Öffentlichkeit geht. Gründer Martin Heidingsfelder spricht aber ebenfalls davon, dass “einige Stellen” in Schavans Arbeit aus seiner Sicht “ganz klar Plagiate” seien. ((Vgl. Spiegel Online.))

Im Web wird mittlerweile auch erhellt, dass der anonym geführte Blog schavanplag die Erkenntnisse um die möglichen Plagiatsstellen der Dissertation von Frau Schaven selbst nur bei VroniPlag abgeschrieben haben könnte. ((Vgl. Erbloggtes.)) Es wird sogar spekuliert, wer ein mögliches Motiv gehabt haben könnte, die Ergebnisse von VroniPlag unter neuer Flagge mit möglicher medialer Verbreitung zu veröffentlichen.

Gewissensbildung

Schavan hatte ihre Dissertation 1980 zum treffenden Thema “Person und Gewissen. Studien zu Voraussetzungen, Notwendigkeit und Erfordernissen heutiger Gewissensbildung” fertiggestellt. Sie wurde seinerzeit mit magna cum laude (“sehr gut”) bewertet. ((Vgl. Stern.de.))

“Mit anonymen Vorwürfen kann man schwerlich umgehen”

Annette Schavan selbst unterstützt offenbar die Untersuchung der Promotionskommission, die kommende Woche beginnen soll. An den Betreiber des schavanplag-Blogs richtet sie die Aufforderung, nicht länger anonym zu bleiben, sondern sich zu einem Gespräch mit der Bildungsministerin bereitzuerklären. Im Gespräch könne man über das Zustandekommen der Dissertation sprechen, so Schavan.

“Ich habe heute diese entsprechende Seite mir angeschaut, es ist eine anonyme Seite, deshalb ist meine erste Antwort: Wer sich mit meiner Dissertation beschäftigt hat, mit dem bin ich gerne bereit, über diese Dissertation zu sprechen, über das Zustandekommen. Mit anonymen Vorwürfen kann man schwerlich umgehen.”
Annette Schavan (CDU)