Big Brother: Gewinn muss versteuert werden – Sieger Sascha ist pleite

Veröffentlicht am   8. Juni 2012 von  

Big Brother: Gewinn muss versteuert werden – Sieger Sascha ist pleite

Sascha Sirtl, Gewinner der 2005er Staffel von “Big Brother” muss seinen Gewinn in der Reality-Show nachträglich versteuern. Ein Jahr hatte Sirtl im “Big Brother”-Container durchgehalten und sich gegen seine Konkurrenten duchgesetzt. Am Ende winkte dem damals 26-jährigen ein Preisgeld von 1 Million Euro. Da die RTL-2-Show damals noch als Spiel galt, konnte Sirtl seine Million steuerfrei auf seinem Konto verbuchen.

Big Brother ist Arbeit, kein Spiel

Wie der Bundesfinanzhof (Az.: IX R 6/10) jüngst entschied, ist die Fernsehshow mit der Rundum-Bewachung allerdings kein Spiel, sondern Arbeit, und der Gewinn daraus somit steuerpflichtig. Rückwirkend ab 2005 soll Sirtl nun Steuern von seinem Gewinn abführen – rund 460?000 Euro plus sechs Prozent Zinsen jährlich, macht knapp 700.000 Euro. Geld, das Sirtl nicht hat, unter anderem weil er seiner Mutter von seinem Preisgeld ein Haus und sich einen BMW X 5 bar gekauft hat. ((Vgl. Bild.)) Sieben Jahre lang soll der mittlerweile 34-Jährige Prozesse gegen die Versteuerung seines Gewinns geführt haben. Die Gewinne von Spielshows wie “Wer wird Millionär?” sollen auch weiterhin steuerfrei sein.

Nie wieder Geld im TV gewinnen

Die Steuerrückzahlung würde seine finanzielle Pleite bedeuten, so der 34-Jährige. Er würde auch beim Verkauf des Hauses immer noch Steuerschulden haben. Nie wieder möchte er im Fernsehen eine Million Euro gewinnen, berichtet der “Big Brother”-Gewinner

“Jetzt verliere ich alles: mein Haus, einfach alles. Und dann sind die Steuerschulden immer noch nicht bezahlt. Mein Leben ist zerstört. Dabei habe ich gar nichts verprasst.”
Sascha Sirtl

Auswirkungen für andere TV-Formate

Burkhard Binneweis, der Anwalt Sirtls, warnt vor den Auswirkungen, die dieses neue Gesetz auf die TV-Show-Landschaft haben könnte. Vor allem im Hinblick auf Shows wie beispielsweise “The Voice”, wo Kandidaten über einen geraumen Zeitraum um den Sieg kämpfen und nach neuer Rechtssprechung ein möglicher Geld-Gewinn versteuert werden müsste. ((Vgl. Hollywood Reporter.))

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