127.000 SEOs und immer dieselben Fehler: Von Traffic, Nischen und Erfolg

Veröffentlicht am   7. August 2012 von  

Google

Wenn Suchmaschinenoptimierer (SEOs) regelmäßig von Nischen, von Traffic und von Erfolg sprechen – am Ende des Tages vielleicht auch noch von Geld verdienen -, dann machen die meisten davon “in meinen Augen” immer den gleichen Fehler. Ich möchte einen neuen Beitrag von Timo Kühne auf TrafficRoyal zum Anlass nehmen ein Statement zu formulieren, und mich und meine Position zu erklären. Ich glaube nicht, dass die Nische das Huhn ist, dass Traffic notwendigerweise das Ei des Erfolges, und SEOs sich immer bewusst sind, wie ihre Beiträge auf Fachfremde wirken.

Als Anfang der 1990er das Internet öffentlichkeitswirksamer wurde, um nicht zu sagen “flügge”, war es für viele Leute ein Hobby Webseiten zu erstellen. Einige von diesen machten ihr Hobby zum Beruf und wurden Web-Designer. Manche davon hätten das lieber sein lassen sollen.
Mit der Einführung von Suchmaschinen und deren Rankingfaktoren fingen Leute an sich ein neues Hobby zu suchen, die Optimierung von Webseiten, damit diese in den Suchmaschinen besser gefunden werden. Es gibt auch in diesem Metier wieder Leute, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, und das besser nicht getan hätten. Damit möchte ich Timo Kühne ausdrücklich ausnehmen, da ich bis auf diesen einen Beitrag noch überhaupt nichts von ihm gelesen habe und gar nicht beurteilen kann, ob er der prototypische Suchmaschinenoptimierer ist oder nicht.

Mehr Traffic = mehr Umsatz?

Timo schreibt, dass Webseiten-Betreiber zusehen sollten mehr Traffic zu erzeugen, damit sie mehr Umsatz generieren. Er erklärt zunächst richtigerweise, dass es gänzlich ohne Besucher nicht möglich ist überhaupt Geld mit einer Webseite zu verdienen.
Schon an dieser Stelle könnte man eine Diskussion anfangen: Was genau bedeutet Besucher? Immerhin kann man schon ab dem ersten Besucher Geld verdienen im Internet. Je nachdem welches Geschäftsmodell man verfolgt, benötigt man gar nicht viele Besucher, um sein Vorhaben zu monetarisieren.

Bedeutet aber mehr Traffic in jedem Fall mehr Umsatz? Nein bedeutet es nicht. Es kommt auch in dieser Frage auf das Geschäftsmodell an, das man zugrunde legt – gehen wir beispielhaft aber von einer gewöhnlichen Webseite aus, für die der Webseiten-Betreiber Inhalte produziert und Lesern, Zuschauern oder Zuhörern zur Verfügung stellt. In diesem Kontext wird der Webseiten-Betreiber zumeist versuchen seine Inhalte in der Form zu Geld zu machen, dass er über Werbung Einnahmen zu erzielen versucht. Gerade in diesem Fall kann man anhand der Auswertung seiner Besucherstatistiken und der Werbeeinnahmen relativ schnell feststellen, dass es keine eindeutige Zuordnung zwischen Traffic und Umsatz gibt. Es gibt Tage, an denen hat man vielleicht 5000 Besucher und erwirtschaftet dabei 50 € Werbeeinnahmen. Es gibt aber auch Tage, an denen hat man 10.000 Besucher und unter dem Strich vielleicht nur 25 € Werbeeinnahmen. Das sind zugegeben fiktive Zahlen, doch im Konkreten könnte ich sie anhand unserer Besucherstatistiken und den an den jeweiligen Tagen erzielten Werbeeinnahmen prima belegen. Es ist also eine irrige Annahme, dass mehr Traffic immer gleichbedeutend sei mit mehr Umsatz.

Werbung

Werbung ist nicht immer kontrollierbar

Die Gründe sind sehr unterschiedlicher Natur. Speziell bei Werbung neben oder zwischen dem Content kommt es heutzutage nicht nur darauf an, dass man sie hat. Mit AdSense gibt es z. B. eine kontextsensitive Form von Banner-Werbung für Webseiten, die sehr beliebt ist und von vielen eingesetzt wird. Während vor ein paar Jahren die Verhältnisse relativ eindeutig waren, dass man Inhalte produzierte und gleichzeitig themenrelevante Werbung eingeblendet bekam, so kommt es heute mehr denn je auf den Leser und sein Surfverhalten an. Ein Fall, den jeder selbst überprüfen kann, ist der Kauf in einem Onlineshop wie Amazon. Schließt man diesen nicht ab, und besucht danach aber thematisch fremde Webseiten, kann es einem passieren, dass man beispielsweise Werbung für Turnschuhe auf einer Webseite für klassische Musik angezeigt bekommt, oder die Bohrmaschine auf einer Webseite für Lyrik. Da kann auch der Content-Anbieter die AdSense-Tags im Quellcode um seinen Text herum drapiert haben, und es nützt dennoch nichts.
Manche Nutzer werden dann jedenfalls an ihren Kauf erinnert, klicken auf die Anzeige. Andere Nutzer hingegen sind von der ständig wiederkehrenden Werbung vielleicht eher genervt und unterlassen es. In letzterem Fall würde das für den Webseiten-Betreiber bedeuten, dass er keine Einnahmen erzielt.
Nicht vergessen sollte man außerdem diejenigen Surfer, die einen Ad-Blocker verwenden. Je nachdem, zu welchem Thema man Inhalte produziert, gibt es eine erhöhte Anzahl von Nutzern, die solche Werbeblocker verwenden. Kommt der Inhalt in ebenjener Gruppe besonders gut an, kann es sein, dass man zwar viele Besucher mit dem Inhalt anlockt, aber unter dem Strich aus diesem Grund nicht mehr Einnahmen erzielt.

Mehr Traffic = mehr Erfolg?

Über Werbung ließe sich noch viel ausführlicher schreiben, doch kommen wir zurück zum Beitrag von Timo Kühne. Er behauptet, dass derjenige, der erfolgreich sein will, mehr Traffic benötigt. Ich halte dagegen Erfolg kann man an Traffic nicht messen. Es gibt Webseiten, die ich lange Zeit nicht kannte, die ich vielleicht auch heute nicht wieder besuche, die aber mit dem Grimme Online-Award ausgezeichnet worden sind. Man könnte meinen, diese Webseiten seien erfolgreich… Hat das aber notwendigerweise mit Traffic zu tun? Meiner Meinung nach nicht.
Stellen wir uns eine weitere Webseite vor, eine die bei uns WordPress-Bloggern täglich im Spamfilter landet. So eine Webseite meine ich, die mit technischen Möglichkeiten die Inhalte anderer kopiert, sie unter einer neuen Domain als die eigenen ausgibt und mithilfe von SEO versucht, möglichst weit vorne in den Suchergebnissen zu landen. Wenn es ganz dumm läuft dann wird diese künstlich produzierte Webseite für einen gewissen Zeitraum sogar mehr Besucher haben als das Original. Ist sie deshalb aber erfolgreicher? Ich denke nicht.

Die Nische gottverdummich…

“Du brauchst also eine Webseite und mehr Traffic”, notiert Timo Kühne. Nein, ich brauche keine Webseite und mehr Traffic, sondern ich benötige eine Geschäftsidee. Ich brauche zuallererst ein Thema, mit dem ich mich auseinandersetzen kann, über das ich schreiben, Filme drehen, Podcasts produzieren, oder in sonst irgendeiner Form Inhalte produzieren kann. Eventuell benötige ich auch Waren, wenn ich einen Onlineshop betreiben möchte.

“Als erstes muss natürlich klar sein, in welcher Nische man tätig sein möchte. Am besten wäre eine Nische mit wenig Konkurrenz. Zudem sollte sie auch noch lukrativ sein.”
Timo Kühne

Je mehr ich von dem Zitat gelesen habe, desto größer wurde mein gedanklicher Widerstand. Am Anfang dachte ich noch, warum denn eine Nische? 127.000 SEOs haben bereits darüber geschrieben, dass man sich eine Nische suchen soll, damit man darin erfolgreich sein kann. Nicht sehr originell also der Gedanke. Nur wer verbietet es mir im Mainstream erfolgreich zu sein? Richtig, niemand. Deshalb stört es mich auch gewaltig, wenn SEOs immer und immer wieder von Nischen schreiben.
Doch die folgenden Sätze bekräftigen nur diese artifizielle Perspektive auf die Sache und blenden die Realität aus, die Realität, mit der Otto Normal, der Webseiten-Betreiber, jedoch auskommen muss. Gleich weiter, davor aber noch ein Satz von Timo Kühne:

“Als Erstes sollte man eine Keyword Recherche mithilfe des Google Keyword Adwords Tool, Market Samurai, SECockpit oder der Sistrix Toolbox durchführen.”
Timo Kühne

Der Gedanke, den Timo Kühne dem Leser mitteilt wird immer künstlicher. Denn auf der Suche nach der richtigen Nische sollen einem also SEO-Tools helfen. Man sucht sich Keywords, zu denen es nicht so viele Inhalte in den Suchmaschinen gibt, pickt sich dann die Rosinen in der Form raus, dass man ein Thema nimmt, das besonders hohe Werbepreise erzielt. Wie einfach es doch ist, reich zu werden im Internet?! Bzw. reich und erfolgreich.

Timo Kühne war es aber auch, der seinen Text damit begann, dass er aufräumen wollte mit einem Vorurteil. Ich behaupte, er merkt nicht, wie er genau dieses Vorurteil schön weiter pflegt, indem er solche Beiträge schreibt.

Der Grund, warum Leute enttäuscht sind von SEOs, die ihnen versprechen im Internet könne man Geld verdienen, ist, dass sie auf der Suche nach ihrem Heil dann auf solche Einträge wie den von Kühne stoßen, “Mehr Traffic bedeutet unmittelbar mehr Umsatz und Erfolg“. Einträge wie dieser, und Beiträge, wie sie SEOs ständig formulieren, gehen an dem Vermögen derer, die nach Möglichkeiten suchen, sich selbständig zu machen, total vorbei. Das ist dann nämlich der Grund, warum es nicht so “fluppt” und eben nicht zum Erfolg führt. Otto Normal kann nicht einfach “irgendeine Nische” suchen, schrottigen Content produzieren und erfolgreich sein. Und natürlich verlässt die meisten dann irgendwann die Lust, eben weil sie nicht erfolgreich sind. Solche Projekte sind – wenn Otto Normal nicht selbst ein SEO ist – sehr sehr oft zum Scheitern verurteilt.
Ich behaupte wohlgemerkt nicht, dass nicht SEOs selbst mit ihren Strategien Erfolg haben können. Ich kenne Leute, die kaufen Webseiten, vor allem solche mit einer Community, oder Foren, wenn sie das nötige Kleingeld haben. Manche in dem Sektor haben klein angefangen, ein bisschen wie bei Immobilien-Maklern ist das dann. Da kenne ich Personen, die mit Nischen wie Altenpflege, Familiengründung oder Autozubehör und Lebensversicherungen schon versucht haben Geld zu verdienen. Nur selten hatten die Betroffenen tatsächlich Ahnung von den Inhalten. Wenn man Content hat, den die User liefern, bei Foren beispielsweise, dann braucht man keinen Content von außen einkaufen. Nur wollte ich an dieser Stelle nicht abdriften, auch wenn man es sicherlich noch ausweiten könnte.
Solche Leute sind Unternehmer, Webseiten-Unternehmer, und SEOs, die ihren Strategien folgen, sind es ebenfalls. Nicht jeder kann Unternehmer sein, und nicht jeder kann auf diese artifizielle Art und Weise Webseiten führen und optimieren. Beiträge, die das aber suggerieren, die gehen nicht auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse derjenigen ein, die sich vielleicht gerne selbständig machen möchten. Denn wer im Internet Geld verdienen möchte, der muss zunächst bei sich selbst anfangen, und sich fragen, was er am besten kann. Wenn das nicht Schreiben ist, wenn das nicht das Aufnehmen von Podcasts ist, das Sprechen vor der Kamera oder das Zusammenschneiden von Videos, ja und wenn es am Ende des Tages eben auch nicht SEO ist, dann muss vielleicht die Person X,Y ihren Erfolg gar nicht im Internet suchen und kann die eigenen Ressourcen lieber “offline” investieren, um dort Umsätze zu erzielen.

9 Kommentar(e) bisher

  1. Peter says:

    Hallo Alexander,

    das mit dem Keyword-Tool ist glaube ich so gemeint: Versuch nicht deine Seite um das Keyword “FITNESS” aufzubauen. Das ist viel zu heiß umkäpmft und du hast keine Chance jemals Besucher über Google zu kriegen. Versuche es lieber mit: “ANLEITUNG MUSKELAUFBAU” oder “KOSTENLOSER TRAININGSPLAN” usw.
    Da ist schon etwas dran und es ist eigentlich eine “Nischenstrategie”, denn man geht “sicher” über 10 Umwege anstatt über eine “chaotische” Hauptstraße um ans Ziel zu kommen.

    Ich stimme Dir aber voll dabei zu, das die meisten Projekte zum scheitern verurteilt sind. Das liegt daran, dass die Leute keine Ahnung haben über die Themen, über die sie schreiben. Sie haben nur geschaut womit sie Geld verdienen können und das Thema daran angepasst, ansttatt ein Thema zu wählen mit dem sie sich gut auskennen.

    Wenn man sich zudem die Top-Rankkings der Blogverzeichnisse ansieht, dann merkt man sofort, welche Seiten wirklich viele Besucher haben und welche nicht. Und diese ganzen “Geld im Web”-SEO-Typen sind dort so gut wie nicht vertreten – weil sie ihre Besucherzahlen hochlügen.

    • Richtig Peter, das mit dem Keyword-Tool war natürlich so gemeint. Nur ich sage, wer behauptet, dass man mit dem Keyword Fitness nicht mindestens genauso erfolgreich sein kann, wie mit den übrigen, der ist einem Irrtum aufgesessen.

  2. Timo Kühne says:

    Ich habe bereits auf meinem Blog kommentiert. Ich poste es hier aber trotzdem noch mal.

    Hi Alexander,

    du brauchst dich nicht bei mir entschuldigen. Ich liebe Kritik und das meine ich jetzt nicht ironisch. Ich denke du betrachtest das Ganze von einer falschen Perspektive. Ich weiß nicht, was genau du machst. Ob du ein Blogger bist, online Marketer, SEO, Kritiker oder sonst was. Aber klar ist doch, dass man Inhalte für verschiedene Zielgruppen produzieren kann und es sogar muss. Und dieser Artikel stellt keine klare Anleitung für einen Anfänger dar, sondern ist lediglich ein grober Richtartikel. Mein Artikel war eher für Google gedacht.

    Hätte ich versucht mit diesem Artikel ein bestimmtes Conversion Ziel zu erreichen, würde ich dich sogar verstehen, aber das ist keineswegs der Fall. Ich will keine E-Mail-Adresse, kein Geld, keinen Anruf oder ein sonstiges Ziel erreichen. Außerdem darfst Du den Artikel nicht für sich alleine stehend betrachten. Eine Website (komplettes Projekt) behandelt ein ganz bestimmtes oder mehrere Themen. Inhalte, die Wissen vermitteln sollen, werden aufgeteilt in mehrere kleinere Häppchen, damit sie verdaulicher werden. Außerdem können bestimmte Themen von verschieden Blickwinkeln betrachtet werden. Versetz dich mal in die Lage eines Lesers, der einen Blog hat, täglich Content produziert, ein schönes Design hat, die Usability und Technik passt. Aber dieser Blog hat wenig Besucher. Was erzählst du demjenigen? Etwa, dass er Content produzieren soll? Seine Website verbessern muss? Wie bringst du einem Leser ein großes Thema in nur einem Artikel näher, der kurz, knapp ist und alle Informationen enthält? Ab einer gewissen Länge steigt der Leser nämlich aus. Schreibe mir diesen Artikel und ich bin still.

    Du hast natürlich recht, dass man kontinuierlich Content produzieren muss, um eine bessere Sichtbarkeit in den SERPs zu erreichen, damit andere Blogger und Webmaster automatisch verlinken. Der Mix aus den verschiedenen Content Typen wie: Artikel, Gastartikel, Tutorials, Videos, Podcasts, Freebies, Interviews, usw. ist auch sehr wichtig.
    Aber Du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, dass es für jeden Anfänger möglich ist, sich in jedes X-beliebige Thema einzuarbeiten und damit Erfolg hat. Egal, wie groß die Konkurrenz ist. Na, dann erzähl das mal deinen Lesern und berichte mir anschließend, wie viele von deinen Lesern das Handtuch geworfen haben, weil es einfach nicht zu bewältigen ist. Mit einer jahrelangen Erfahrung ist das natürlich möglich. Lerninhalte und Wissen gehen über in Automatismen und der Gedankentiefgang wird immer besser.

    Manche Aussagen von dir haben mich regelrecht schockiert. Mein Ziel ist es, den Menschen, die sich für das Thema interessieren, hochwertige Informationen zu liefern. Und das über einen längeren Zeitraum. Ich versuche keines Falls komplexe Themen, innerhalb eines Artikels abzuhandeln. Ich gehe abends ins Bett und kann von mir sagen, dass Dollarzeichen in meinen Augen mich nicht beeinflussen, weil da keine sind. Ich muss mir schon längst keine Gedanken mehr um Geld machen. Ich bin kein gieriger Geier, der den Hals nicht vollkriegen kann. Ich habe alles, was ich zum Leben brauche und das reicht mir. Reichtum kommt nicht von Geld. Wenn Du mir jetzt etwas anderes erzählst, habe ich damit auch kein Problem. Jeder hat eine andere Weltanschauung. Jeder ist anders aufgewachsen und hat von dem jeweils anderen ein unterschiedliches Bild. Wenn das dein Bild ist, welches Du vor Augen hast, wenn Du meine Artikel liest, tut es mir leid für dich.

    Noch eine kleine Rechnung:

    Du verkaufst ein Produkt auf deiner Website mit einer Conversion Rate von 1 %. Deine Besucherzahlen liegen bei 100 Besucher / Tag. Das Produkt kostet 50 Euro. Wie viel Umsatz machst du am Tag?

    50 Euro!

    Jetzt schaffst Du es, durchverschiedene Traffic Strategien deine Besucherzahlen auf 500 Besucher / Tag zu steigern. Das Produkt kostet immer noch 50 Euro, und da keine Conversion Optimierungen vorgenommen wurden, liegt die Conversion Rate immer noch bei 1 %. Wie viel Umsatz / Tag?

    250 Euro!

    Und jetzt erzähl mir noch mal, dass mehr Traffic, nicht mehr Umsatz zur Folge hat. Wie gesagt, es kommt immer darauf an, von welcher Sichtweise und derzeitigen Situation du ausgehst.

    Noch eine kleine Info. Traffic Royal steht erst am Anfang. Es werden noch viele weitere Inhalte folgen, die den Interessierten behilflich sein werden. Am 24.06 gestartet, stehen wir am heutigen Tage auf Position 5.335 im deutschen Alexa Ranking. Das zeigt mir, dass unsere Strategien und Methoden sehr gut funktionieren.

    Wo stehst Du mit deinen Methoden und Strategien? Und wie lange gibt es deinen Blog schon?

    Einen schönen Tag wünsche ich dir noch.

    Gruß Timo

    • a) Ich habe keine Methoden und Strategien, weil ich kein SEO bin, b) welches Produkt hast du denn? Werbung ist “auf unserer Seite der Inhalteproduzenten” kein Produkt, erst Recht nicht deines/unseres. Dass beim Einsatz von Werbung mehr Besucher nicht gleich mehr Einnahmen sein muss, habe ich geschrieben.

      c) Die Conversion Rate ist ein willkürlich erhobener Zusammenhang, der nirgendwo absolut beweiskräftig und vor allem “wiederholbar” erzeugt werden kann. Du kannst, mit einer Webseite an einem Tag eine CV von 5% erzielen, denkst dir: Prima, hab ich sie optimiert, klappt doch. Wenn sie dir am nächsten Tag nur noch 0,5% CV einbringt, stehst du mit deinem Latein am Ende. Weil du letztlich das Besucherverhalten nur grob beeinflussen kannst.

      d) Ich habe nirgends von Anfängern geschrieben und behauptet, dass “jeder” sich jedes Themas annehmen kann, im Gegenteil, wenn du meinen letzten Absatz liest, stellst du sogar fest, dass ich sage, dass es Situationen gibt, in denen es besser ist, wenn Leute einfach offline arbeiten, weil sie online mehr Mühe investieren und keinen Erfolg haben. Nicht jeder kann alles. Nur bei euch SEOs hört es sich so an, dass JEDER eine Nische groß machen kann und Geld verdienen, wenn er nur eure Methoden benutzt. Das ist Volksverdummung, mehr nicht.

      e) Dieses Blog gibt es auf dieser Domain wieder seit knapp anderthalb Monaten. Wir waren davor auf einer anderen Domain mit ausschließlich Gaming-Content. Du vergisst aber, dass du nicht deine Maßstäbe an uns ansetzen kannst. Wir machen unser Ding, weil wir Spaß daran haben, und ich mache es, weil ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe.

  3. Peter says:

    Ohje, hier geht ja die Post ab bei euch im Blog…

    Also mit dem Keyword “Fitness” weiß ich nicht, ob du da so viel Erfolg haben wirst, denn in der Google-Suche greifen ja die ersten 3-5 Treffer 80% der Besucher ab. Der Rest bekommt so gut wie keine Hits.
    Wenn du aber mit den anderen Keywords ein besseres Ranking bekommst, dann kriegst du in Summe vermutlich mehr Seitenaufrufe. Also ganz abwegig ist die “Nische” nicht.

    Mit der Conversion Rate, da muss ich dir absolut zustimmen. Die ändert sich permanent und ist eine vergangenheitsbasierte Größe, die man nicht fortschreiben kann. Einen Tag hast du 100 Besucher und 1 Sale, also denkst du: WOW – 1% Conversion. Nächsten Tag sind es 200 und keiner kauft was….

    Man müsste in Wirklichkeit mal die Zahlen über 1 Jahr zusammenaddieren und daraus die CR ermitteln, deren Erwartungswert ist dann schon realistischer. Dann kommt dann vielleicht nur 0,01% heraus und auch da muss man noch die Varianz mit bedenken.

    Dennoch würde ich aber sagen, dass mehr Traffic auch den Umsatz erhöht, nur ist die Auswirkung nicht linear. D.h. doppelter Traffic ist nicht gleich doppelter Umsatz.

    Jetzt müsste man anfangen zu rechnen und schauen, ob es sich lohnt sich den Arsch aufzureißen für mehr Traffic.. :-)

    Aber auch ich bleibe dabei: Nur wenige Seiten verdienen gutes Geld im Web und jeder der den Leuten was anderes erzählt, der bindet ihnen einen Bären auf.

    • @Peter: Man schreibt ja trotz Keyword “Fitness” nicht nur dieses eine Wort in den Text.

      Es ist ein Sport für die SEOs auf Keywords zu optimieren, die Realität sieht aber doch “oft” anders aus. Es mag einige Felder geben, in denen tatsächlich regelmäßig nach einem Keyword alleine gesucht wird. Nur wenn die Leute Fitness eingeben und 100 Millionen Suchergebnisse kriegen, werden sie spätestens beim zweiten Mal ihre Suche einschränken. Die Frage, die man sich stellen muss ist doch, wenn jemand nach Fitness alleine suchen würde, “was” sucht er dann? Leute die das tun, dann auf eine Webseite klicken, die oben gelistet wird, aber nicht das finden, was sie gesucht haben, sind enttäuscht.

      Fitness ist ein weites Feld, wie Fontane geschrieben hätte. Wenn jemand nun aber anfängt, “künstlich” eine Webseite zu Synonymen oder anderen Keyword-Kombinationen im Bereich Fitness zu optimieren, arbeitet er irgendwie auch gegen sich selbst. Das wäre ja bei uns so, als dürften wir nicht PlayStation 3 in die Headline schreiben, sondern müssten formulieren Sonys jetzige Konsolengeneration, weil wir mit der Nische mehr Erfolg haben können? Das ist doch absurd. Wer sucht denn in der Realität nach Sonys jetziger Konsolengeneration? Nur weil das eine Nische wäre, muss sie nicht Erfolg versprechen. Was damit aber eigentlich zum Ausdruck kommt, mal wieder, dieses Patentrezept, von dem die SEOs glauben, sie hätten es, gibt es nicht.

      Ich weiß nicht, ob es tatsächlich Fakt ist, aber die meisten SEOs gehen doch dann nach ihren Strategien vor, suchen sich eine Nische, optimieren und sagen, sie wären erfolgreich. Aber die wenigsten von ihnen, am Ende vielleicht keiner, überprüft seine eigenen Ergebnisse. Um das aber überhaupt zu können, müssten sie ihre Webseite mit ihrer Strategie bei 0 anfangen, und dann eine andere Strategie ebenfalls bei 0. Letzteres ist nicht möglich, weil Google nichts vergisst. Und je “näher” man hinsieht, desto mehr “Wahrheiten” verwandeln sich in unüberprüfbare und zum Teil stark volatile Wahrscheinlichkeiten.

  4. Peter says:

    Verdammt, ich glaub ich habe mich mit der CR falsch ausgedrückt. Es ist so:
    100 Besucher pro Tag – 1 Sale – CR ist 1%
    500 Besucher pro Tag und die Sales steigen auf 2 – CR ist 0,4%
    1000 Besucher pro Tag und die Sales steigen auf 3 – CR ist jetzt bei 0,3%
    Usw.
    Will sagen, dass die aktuelle CR immer nur für die Vergangenheit gilt und nicht als Basis für Zukunftspläne hergenommen werden kann.

  5. Peter says:

    Sorry Alex, ich glaube in dem Punkt täuschst Du dich. Du wirst mit 5 Artikeln zum Keyword “Fitness” nicht so viele Leser anlocken, wie mit 5 Artikeln zu Keywords um das Thema Fitness herum. Und der Vorteil ist, dass sich diese Leser dann auch noch die 5 Arikel zum Keyword “Fitness” dann auch noch durchlesen, sofern man sich die Mühe macht auch diese zu schreiben.

    Ich merke das in meinem eigenen Blog bei der Analyse der Besucherquellen. Bei manchen Artikeln kommt über Google niemand. Über andere Seiten, wo ich besser platziert bin, da kommen welche. Und die lesen dann auch die schlechter gerankten Artikel. Würde ich nur Artikel ohne Keywordanalyse schreiben, dann hätte ich vermutlich keinen einzigen Leser.

    “PS3″ zu “Spiekonsole von Sony” umzubenennen, hmmm – probier halt mal aus :-)

    Nee, eure Leser kommen vermutlich eher, weil ihr außer dem Keyword “PS3″ noch reichlich, sinnvollen Content liefert und weil die Leute ja nicht suchen:
    “PS”, sondern sie suchen “PS3 – Tipss für Spiel XY”.

    • Also ich habe seit 15 Jahren oder sogar noch länger Internetseiten geschrieben und ich habe zu keiner Zeit ein Keyword-Tool benutzt, und immer Leser gehabt.

      Es schreibt niemand einen Artikel zu einem Keyword. Das ist Mumpitz. SEOs sagen, sie belegen Nischen mit Keywords oder Keyword-Kombinationen. Nur ein Artikel besteht nicht aus 5 x Fitness oder 8 x Synonym zu Fitness, sondern Content besteht aus 150, 300, 1000 Wörtern. Google analysiert ja den Text und nicht das einzelne Wort.

      Ich glaube, dass SEOs sich Nischen suchen, weil es da so aussieht, als würden sie mit ihren Methoden erfolgreich sein. Natürlich gibt es hart umkämpfte Keywords, aber man kann mir nicht erzählen, dass alle beliebigen Wörter auf der Welt bereits SEO-manipuliert wären. SEOs sind ein wenig wie Historiker, die tragen Daten zusammen und erklären dir dann irgendwas daraus, “nachträglich”. Sie hätten aber zu keiner Zeit sagen können, dass es so kommt, wie sie es vorhergesehen haben.

      Wie viele SEOs gibt es, die ihre Methoden öffentlich auf den Prüfstein stellen? Es gibt ne Menge, die meckern, dass Google alles geheim hält. Aber die 127k SEO-Blogs mit Beiträgen liefern auch nur Allerweltsstrategien für den Erfolg und die meisten hüten ihre Methoden. Ich kenne nur sehr wenige SEO-Artikel, in denen richtig dokumentiert wurde, welche Schritte jemand unternommen hat, zu einem Ergebnis X zu kommen. Rein wissenschaftlich betrachtet, wären wenn überhaupt nur letztgenannte Beiträge interessant. Doch auch die haben das Problem, dass die Ergebnisse nicht überprüft werden und wurden. Es gab zu keiner Zeit den Gegenentwurf, in dem eine andere Strategie dagegengestellt wurde, und keine dokumentierten Wiederholungen, anhand derer du dann mit zunehmender Wahrscheinlichkeit Aussagen über die Chancen einer Methode X treffen könntest. Denn so, wie es bislang meistens gehandhabt wird, hast du leider – ich sag ja gar nicht, dass ich das nicht interessant finde – also da hast du eben leider das Problem, dass die Aussage nicht verifizierbar ist. Natürlich gibt es SEOs, die sagen, sie landen auf Seite 1. Nur wenn man von vornherein annimmt, ich mache X und komme zu diesem Ergebnis, also muss X der Grund sein, warum ich auf Seite 1 lande… also das ist eben recht zusammenhanglos. Diesen Bias gibt es auch in der Wissenschaft, natürlich. Nur die Akademiker lernen das zumindest im Grundstudium, dass man ihnen sagt, es reicht nicht, wenn das Ergebnis stimmt, du musst vielmehr kontrollieren, ob die Methode der tatsächliche Grund ist, und nicht irgendwelche anderen Faktoren.

      Wir haben kein Tipps zum Spiel XY ;) – jedenfalls nur 2, 3 Beiträge in Summe, weil es dort draußen genügend Datenbanken mit solchen Tipps gibt. Und unsere Seite ist kaum optimiert, also wir haben so oder so nur On-Page-Optimierung und auch nur im Rahmen der Tools, die man für Social Media braucht, mit irgendwelchen Meta-Tags und Descriptions und neuerdings Rich Snippets. Das war’s dann aber auch schon.


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